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Loknummerierung
An dieser Stelle möchte ich mal versuchen einen Wust von Seiten an Material zusammenzufassen und ein wenig Licht in das Nummerierungssystem vom Lokomotiven zu bringen. Man kann es auch als Gattung bezeichnen. Jede Staatsbahn hatte ihr eigenes System, sowohl für Dampflokomotiven als auch für Diesel- und E-Loks. Anhand dieser Bezeichnungen erhält man Aufschluß über die Lok, also z.B. der Verwendungszweck, Leistung, Aufbau u.s.w.
Dampflokomotiven
Preußisch-Hessische Staatsbahn
Ab dem 1. April 1883 galt für alle damals vorhandnenen Verwaltungsbezirke ein einheitliches Nummernschema. Man teilte alle Lokomotiven nach Zahl der gekuppelten Radsätze und nach Verwendungszweck ein. Zusätzlich gab es da noch eine Nummernreihe: 1-99 ungekuppelte Lokomotiven, 100-499 zweifach gekuppelte Reisezuglokomotiven, 500-799 zweifach gekuppelte Güterzuglokomotiven usw. Dann kam da noch eine Nummer für den Direktionsnamen. Bei elf Direktionen, die es damals gab, konnte die gleiche Loknummer auch elf mal auftauchen. Also ein heilloses Durcheinander. Ein neues System mußte her, da man so die Fahrzeuge nicht zuordnen konnte.
Mit einen anderen System konnte Abhilfe geschaffen werden:
3/4 - Zahl der Kuppelachsen/Gesamtzahl der Radsätze
H. - Heißdampf-
S. - Schnellzug-
P. - Personenzug-
G. - Güterzug-
T. - Tender-
L. - Lokomotive
3cyl. Dreizylinder-
4cyl. - Vierzylinder-
v. - Verbundtriebwerk
dr. - Laufdrehgestell
dr.kr. - Drehgestell Bauart Krauss (Krauss-Lenkdrehgestell)
Die Betriebsart Naßdampf, Schlepptender-Lokomotiven und Zweizylinderlokomotiven wurden nicht gesondert gekennzeichnet.
Nach dem Schema ist eine 2´C h2-Personenlokomotive der Gattung P8 ( BR 38 ) als 3/5 H.P.L.dr. gekennzeichnet gewesen. Zusätzlich konnte noch die Direktion angegeben werden, bei der sie zuerst eingeführt wurde oder das Baujahr. Ab 1875 strebte man einheitliche Vorschriften an. Es entstanden Musterblätter. Zum Beispiel für Naßdampflokomotiven III und Heißdamplokomotiven XIV. Der Loktyp wurde durch eine arabische Zahl dargestellt.
Musterblatt III 4 f = C1´n2-Tenderlokomotive (später T3)
Erst ab 1903 wurden Gruppenzeichen eingeführt.: S=Schnellzuglokomotiven, P=Personenlokomotiven, G=Güterzuglokomotiven und T=Tenderlokomotiven. Eine zusätzliche Zahl drückte die Leistung und Betriebsart aus. Stärkere Lokomotiven erhielten eine größere Zahl als Leistungschwächere. Heißdampfloks erhielten gerade und Naßdampfloks ungerade Zahlen. Eine S4 war demnach eine Heißdampf-Schnellzuglokomotive, die einer S3 Naßdampf-Schnellzuglokomotive überlegen war. Eine Lok mit mittlerere Leistung war zum Beispiel die S3 oder T3. Zusätzlich erhielt jede Maschine eine Bahnnummernreihe, nochmals unterschieden in Zwillings und Verbundlokomotiven. Nach 1910 wurde eine Wandlung in Gattungen vollzogen. Eine Tenderlok mit der Gruppenbezeichnung T9 wurde, je nach Anordnung des Laufradsatzes eine T9² oder T9³. Aus einer verstärkten S3 wurde eine S5² Schnellzuglokomotive.
Bayerische Staatsbahn
Bei dieser Staatsbahn wurde ein relativ übersichtliches Bezeichnungsschema entwickelt, das auch nur einmal geändert wurde. Nach 1850 verwendete man für die verschiedenen Lokomotivgattungen die Buchstaben A bis E:
A - ungekuppelte Lokomotiven mit Tender
AA - ungekuppelte Lokomotiven mit Vorspannachse (zusätzlich zuschaltbare Treibachse) und Tender
B - zweifach gekuppelte Lokomotive mit Tender
BB - Lokomotiven mit zweifach gekuppelten Triebwerken der Bauart Mallet
C - dreifach gekuppelte Lokomotiven mit Tender
D - Tenderloks, wobei die Anzahl der gekuppelten Achsen unberücksichtigt blieben
E - vierfach gekuppelte Lokomotiven mit Tender
jede neue Lokomotivgattung gleicher Achsfolge erhielt fortlaufend eine arabische Zahl. So flgte de C I aus dem Jahre 1859 im Jahre 1861 die C II, 1968 die C III und 1889 die C IV. Alle vier Gattungen umfaßten dreifach gekuppelte Schlepptender-Güterlokomotiven. Die C V aus dem Jahre 1899 war eine 2´C n4v-Güterzuglokomotive, die C VI aus dem Jahre 1899 1´C n2v-Güterzuglokomotive.
Fünffach gekuppelte Lokomotiven wurden in diesem Schema überhaupt nicht brücksichtigt.
1901 wurde ein neues Schema eingeführt. Es setzte sich aus Buchstaben und einem Bruch für das Kupplungsverhältnis zusammen.
Die Buchstaben hatten folgende Bedeutung:
S - Schnellzuglokomotive
P - Personenzuglokomotive
G - Güterzulokomotive
Pt - Personenzug-Tenderlokomotive
Gt - Güterzug-Tenderlokomotive
R - Rangierlokomotive
L - Lokalbahnlokomotive
Ergänzende Buchstaben waren:
s für Schmalspurlokomotive und z für Zahnradlokomotive.
Die Buchstabe waren mit einem Bruchkombiniert. Der Zähler dückte die Anzahl der gekuppelten Radsätze aus und der Nenner die Gesamtzahl der Radsätze. Eine S 2/6 war also eine Schnellzuglokomotive mit 3 gekuppelten Radsätzen und 6 Radsätze insgesamt.
Ab 1891 bekammen die Machinen keine Namen mehr nur noch Bahnnummern.
Die Pfalzbahn
Etwa ab 1898 führten die Pfalzbahnen Gattungsbezeichnungen ein. Sie setzten sich für vier Gattungen aus Buchstaben zusammen.
P - Reisezug- (Personenzug-) Lokomotiven mit und ohne Tender
G - Schlepptender-Lokomotiven im Güterzugdienst
T - Tenderlokomotiven im Rangier- und Nebenbahndienst
L - für schmalspurige Tenderlokomotiven
Jede Baureihe erhielt in der Reihenfolge ihrer Beschaffung eine arabische Zahl (z.B. P 1 bis P 5, G 1 bis G 5 usw.) Unterbaureihen erhielten neben der arabischen Zahl noch eine römische (z.B. P 1I)
Sächsische Staatsbahn
Anfangs trugen die Lokomotiven noch Namen, einem Brauch aus der Schifffahrt. Mit der Schaffung einer einheitlichen Königlichen Generaldirektion der Sächsischen Staats-Eisenbahn im Jahre 1896ordnete man den Lokomotivbestand neu. Sie wurden in 8 Kategorien eingeteilt. Ein Buchstabe vor der römischen Zahl kennzeichnete den Hersteller. Eine H V war eine von Hartman gebaute C-Güterlokomotive. eine B V eine von Borsig gebaute 1 B-Lokomotive.
Erst ab 1871 sind Gattungsbezeichnungen für Lokomotiven gleicher Bauart verwendet worden. Dieses System wurde vielfach modefiziert und angepaßt, aber im Grundprinzip bis 1925 beibehalten. ältere Lokomotiven kamen in die Kategorie I und II, neuere 1B-Lokomotiven in die Kategorie III. Die Differenzierung in IIIa und IIIb bezeichnete nur ältere und neuerebLokomotiven. Bei Freiwerden einer Gattung durch Ausmusterung rückten Lokomotiven aus der nächsten Gattung nach. Bis zur Übernahme durch die DRG gab es 17 Hauptgattungen, die Gattung I bis XV, XVII und XX.
Ab 1972 gab es für Tenderlokomotive noch den Zusatzbuchstaben T. Zunächst war dies für die C n2-Tenderlokomotive, die als HT geführt wurde.
Im Laufe der Jahre folgten weitere Zusatzbuchstaben:
O - Omnibus-Lokomotiven ab 1885
S - Sekundärbahn-Lokomotiven ab 1884
M - Nebenbahn-Lokomotiven (Meterspur) ab 1902
K - Nebenbahn-Lokomotiven in Kleinspur 750mm) ab 1881
b - für lokomotiven mit beweglichem (seitenverschiebbaren) Laufradsatz; ab 1896 wurden Drehgestelle nicht mehr gekennzeichnet.
Lokomotiven unterschiedlicher Treib und Kuppelraddurchmesser innerhalb einer Gattung, auch unterschiedlichen Verwendungszweckes, erhielter die Ziffer 1 für Schnellzuglokomotiven und die Ziffer 2 für Personenzuglokomotiven. So war die DRG-Baureihe 17 8 die Gattung XII H 1 und die DRG-Baureihe 38 2-3 eine XII H 2.
Es wurde auch immer schwieriger neue Namen für die Loks zu finden. Die Leipzig-Dresdener Eisenbahn kam noch mit Namen aus. Nach der Verstaatlichung im Jahre 1876 änderte sich das und es traten Doppelungen auf. Die SAXONIA gab es dann nicht nur bei der Leipzig-Dresdener Eisenbahn (LDE), sondern auch beie der Sächsisch-Bayerischen, der Sächsisch- Schlesischen und der Sächsisch-Böhmischen Bahn. Darauf verzichtete man ab 1892 bei Güterzuglokomotiven auf den Namen und ab 1900 auch bei Schnellzug- und Personenzuglokomotiven.
1900 wurde ein neues System eingeführt, indem den Gattungen Nummernreihen zugeordnet wurden. So sind 1900 die Bahnnummern der Gattungen II, IIb, V und VII um 2000erhöht worden. So erhielt 1912die Lokomotive der 1. Serie der Gattung XIV HT die Bahnnummer ab 1801. 1916 erhiehlten die Lokomotiven der Gattung XI HT die Nummern ab 2001 und Rollwagen der Gattung XII H2 ab 1918 ab 3000.
Württembergische Staatsbahn
Anfangs hatte man die Lokomotiven in Klassen I bis VII eingeteilt, egal welcher Bauart und welchem Verwendungszweckes. Die Klassen entsprachen Herstellern. Ab 1858 wurde die Sache mit der Gattung VII sehr unübersichtlich zu werden.
So gab es eine Neueinteilung:
Klasse A - leichte Schnell- und Eilzuglokomotiven mit der Achsfolge 1B
Klasse B - schwere Schnell und Eilzuglokomotiven (auch Neu- und Umbauten)
Klasse C - leichte Personenzuglokomotiven (diese gattung wurde frei nach Ausmusterung der 2´B-Lokomotiven der Klasse III)
Klasse D - schwere Personenzuglokomotiven (auch Neu- und Umbauten)
Klasse E - leichte Güterzuglokomotiven
Klasse F - schwere Güterzuglokomotiven
Klasse T - Tenderlokomotiven unterschiedlichster Ausführung
Die Einteilung in leichte und schwere Lokomotiven war aber nicht vn dauernedem Bestand, da einst als schwere Lokomotiven klassifizierte Maschinen im Laufe der technischen Entwicklung leichte Lokomotiven wurden.
Deshalb wurde 1892 ein neues System eingeführt:
Klasse A bis E - Schnellzug- und Personenzuglokomotiven
Klasse F bis K - Güterzuglokomotiven
Klasse T bis T6 - Tenderlokomotiven.
Dem folgten noch Zusatzbuchstaben:
a - alte Bauart
aa - sehr alte, zur Ausmusterung anstehende Bauart
c - Verbundtriebwerk (compound)
d - Doppeltriebwerk Bauart Mallet (duplex)
h - Heißdampf
n - Nebenbahn-Lokomotive
s - Schmalspurlokomotive bis 1000mm
ss - Schmalspurlokomotive bis 750mm
z - Zahnradlokomotive
Lokomotiven preußischer Bauart, die von der Würrtembergischen Staatsbahn in Dienst gestellt wurden, bekammen preußische Gattungsbezeichnungen (G 12, T 18 usw.)
Die württembergischen Lokomotiven erhielten von Anfang an Namen. Erst nach 1896 verzichtete man darauf.
Badische Staatsbahn
Die Lokomotiven besaßen von Anfang an Namen und eine Bahnnummer. Si wurden fortlaufend nach Reihenfolge der Beschaffung nummeriert. Ab 1868 mit der Bahnnummer 217 wurden keine Namen mehr verteilt. Bis 1868 wurden die Gattungen der Lokomotiven mit römischen Zahlen versehen. Ab 1868 wurde ein neues System vergeben, aber auch mit römischen Zahlen versehen, aber die Lokomotiven wurden nach Dienstart und Leistung eingeteilt:
Gattung I - leichte Lokomotiven (Achsfolge 1A, 1´B, B)
Gattung II - Schnellzuglokomotiven (Achsfolge 2´B und 2´B1)
Gattung III - Personenzuglokomotiven (Achsfolge 2´B)
Gattung IV - Schnellzug- und Personenzuglokomotiven mit drei gekuppelten Radsätzen (auch Achsfolge B1, 1B, 1´B1´). In dieser Gattung waren auch Tenderlokomotiven enthalten
Gattung V - ältere Personenzuglokomotiven (auch Tenderlokomotiven)(Achsfolge 1B und 2´B)
Gattung VI - Personenzuglokomotiven (Achsfolge 1C und 1´C1´)
Gattung VII - Güterzuglokomotiven (Achsfolge C)
Gattung VIII - Güterzuglokomotiven (Achsfolgen D und B´B)(auch Tenderlokomotiven)
Gattung IX - Zahradlokomotiven
Gattung X - Rangier-Tenderlokomotiven (Achsfolge C und D)
Eine übernommene Preußisch-Hessische 1É h3-Güterzuglokomotive der Gattung G 12 behielt hier in Baden ihre Gattungsbezeichnung. Die einzelnen Bauarten innerhalb einer Gattung sind, beginnend mit a, mit kleinen Buchstaben bezeichnet worden und die Lieferserie mit einer hochgestellten Zahl, z.B. Gattung VII a 1...17 , da es von dieser Güterzuglok 17 verschiedene Lieferserien gab.
Älter Lokomotiven wurden ebenfalls mit in dieses Schema einbezogen, aber mit dem Wort "alt", das jedoch nicht am Fahrzeug ersichlich war, sondern nur in den Unterlagen.Die Namensschilder waren auf beiden Seiten des Kessels angebracht, Gattung und Bahnnummer am Führerhaus. Di Bahnnummer konnte auch an der Vorderseite des Schornsteins angebracht werden. Über dem Gattungsschild wurde der badische Adler angebracht, aber der entfiel nach 1918 und die Hochzahlen führte man nur noch listenmäßig, jedoch nicht mehr am Fahrzeug.
Mecklenburgische Staatsbahn
Die Mecklenburgische Staatsbahn hatte zwischen 1846 und 1918 eine bewegte Geschichte von fusionen.
1884 waren fast ausschließlich Lokomotiven preußischen Vorbilds beschafft worden.
Bis 1895 waren die Lokomotiven durch römische Zahlen in Gattungen eingeteilt worden:
I bis VII - Reisezuglokomotiven
VIII bis X - Güterzuglokomotiven
XX - Güterzuglokomotiven
XI bis XVII - Tenderlokomotiven
XXI - Tenderlokomotiven
XVIII bis XIX - Schmalspurlokomotiven
Bei der Einführung des neuen Nummernplanes im Jahre 1910 waren die Gattungen I bis IV, VIII, X bis XIV und XVIII bereits ausgemustert. Dieser neue Plan teilte nach preußischem Vorbild die Lokomotiven in Gattungen nach ihrem Verwendungszweck ein. Die Gattung bestand aus einem Buchstaben P, G oder T und einer arabischen Ziffer. Die Betriebsnummer blieb unverändert. Also z.B. P8 265.
Oldenburgische Staatsbahn
Das Großherzogtum Oldenburg gegann erst sehr spät mit der Bildung einer eigenen Eisenbahngesellschaft an. Es war ein industriell unerschlossenes Land und einem für den Bahnbau sehr schwieriges Gelände. Sie hatten also auch nur verhältnis wenige Lokomotiven. Eine Namensgebung war also sehr einfach. Schnellzuglokomotiven erhielten Namen germanischer Götter, Personenzuglokomotiven der Achsfolge 2´B n2v die Namen der Planeten unseres Sonnensystems, dreifach gekuppelte Tenderlokomotiven die Namen von Singvögel (Amsel, Drossel, Fink und Star), zweifach gekuppelte Lokomotiven die Namen wie Flink, Schnapp, Hin und Her. Die Namen waren am Kessel bzw. am Wasserkessel von Tenderlokomotiven angebracht. Die Bahnnummer war am oberen Teil der Rauchkammer angebracht. An beiden Seiten des Führerhauses befand sich das Staatswappen. Erst kurz vor der Übernahme der Lokomotiven durch die DRG wurden Gattungsbuchstaben nach preußischem Vorbild (S, P, G und T) eingeführt.
Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft
Die DRG hatte von den bis dahin existierenden Länderbahnen etwa 400 Lokomotiven übernommen. Das schrie also förmlich nach einem einheitlichen System für alle Lokomotiven. Auch bei Neuanschaffungen wollte man nach einheitlichen Baugrundsätzen verfahren, daher der Begriff Einheitslokomotive. Das im Februar 1926 in Kreft trettende System hatte bis zum Ende der Dampflokära sowohl bei der Deutschen Bundesbahn, als auch bei der Deutschen Reichsbahn Bestand.
Das Hauptordnungsprinzip bei der Aufstellung des neuen Nummernplanes war die Achsfolge. Außerdem wurden die Lokomotiven entsprechend ihrem Verwendungszwecks in Gattungen aufgeteilt.
Die Hauptbaureihe bestand aus zweistellige Ziffern:
01 bis 19 - Schnellzuglokomotiven (Gattungszeichen S )
20 bis 39 - Personenzuglokomotiven (Gattungszeichen P )
40 bis 59 - Güterzuglokomotiven (Gattungszeichen G )
60 bis 79 - Personenzug-Tenderlokomotiven (Gattungszeichen Pt )
80 bis 96 - Güterzug-Tenderlokomotiven (Gattungszeichen Gt )
97 - Zahnradlokomotiven (Gattungszeichen Z )
98 - Lokalbahnlokomotiven (Gattungszeichen L )
99 - Schmalspurlokomotiven (Gattungszeichen K )
Die ertse Dekade innerhalb einer Gattung war für neue Einheitslokomotiven reseriert und die Zweite für vorhandene Länderbahnlokomotiven. Aber auch bestätigen Ausnahme die Regel: eine Dampfmotor-Versuchslokomotive der Achsfolge 1´Do1´hatte die Betriebsnummer 19 1001, eine Nummer die der Länderbahnlokomotiven eingeordnet wurden.
Jeder Baureihennummer ist eine drei oder vierstellige Ordnungsnummer zugeteilt worden. Die erste einer dreistelligen und die ersten beiden einer vierstelligen Ziffer gaben Unterbaugruppen an. So gab es verschiedene Länderbahnlokomotiven mit der Achsfolge 2´C, die bei der DRG die gleiche Baureihenbezeichnung hatten. An der Ordnungsnummer konnte man dies unterscheiden. In der Kurzform konnte man ebenfalls die Unterbaureihe erkennen und zwar an der Hochzahl am Ende:
bay. 2´C-Personenzuglokomotive (Naßdampf) ab 38 001 (380 )
sä. 2´C-Personenzuglokomotive ab 38 201 (382-3 )
bay. 2´C Personendampflokomotive (Heißdamp) ab 38 401 (384 )
pr. 2´C-Personenzuglokomotive ab 38 1001 (3810-40 )
bad. 2´C-Personenzuglokomotive ab 38 7001 (3870 )
Bei vierstelligen Ordnungsnummern wären pro Baureihe 9999 Lokomotiven unterzubringen gewesen. Dies wurde aber nie erreicht. So konnte man auch Ausländische Lokomotiven der CSD, des Sudetenlandes oder rückgeführten polnischen Lokomotiven einbringen.
Die Nummernschilder waren beidseitig an den führerhausseitenwänden, der Rauchkammertür und der Tenderrückwand bzw. am Kohlekasten angebracht. Zusätzlich waren das Eigentumsmerkmal (Deutsche Reichsbahn-Schild) und die Schilder des Heimat-BW bzw. der Direktion angebracht.
Deutsche Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn
Das Nummernsysten wurde hier weitestgehend von der DRG übernommen. Ein Unterschied war bei der DB die anfangs vorhandene dreistellige Ordnungszahl (z.B. 65 001) und bei der BR die vierstellige Ordnungszahl (z.B. 65 1001)
Die DB führte am 1. Januar 1968 und die DR am 1. Juli 1970 ein neues Nummernsystem ein, die in den elektronischen Datenverarbeitungsanlagen verarbeitet werden konnten.
Zu diesem Zeitpunkt hörte die Einheit bei beiden Bahnverwaltungen auf zu existieren. Die DB setzte vor der Baureihenbezeichnung eine 0. Aus der BR 41 wurde zum Beispiel eine 041. Aber auch hier gab es Ausnahmen. Bei der DR waren einige Ausnahmen zum Beispiel die BR 18. Aus ihr wurde ein BR 02 und aus der BR 19 eine BR 04. Bei den Personenzuglokomotiven wurde aus einer BR 22 eine BR 39, aus einer BR 2310 eine BR 35 und aus einer BR 34 eine BR 37.
Ab dem 1. Januar 1992 wurde das nummernsystem der DR der DB angepaßt.
Elektrolokomotiven
Badische Staatsbahn
Die Badische Staatsbahn verwendete als Gattungsbezeichnung den Buchstaben A mit einer Halbhochgestellten Zahl (hier im Forum läßt sich dies leider nicht darstellen), die der reihenfolge ihrer Beschaffung vergeben wurde.
Bayerische Staatsbahn
Die Gattungsbezeichung war analog der Damplokomotiven, also verwendungszweck, die Anzahl angetriebener Achsen und der Gesamtachszahl und eine fünfstellige Betriebsnummer. Personenlokomotiven wurden bezeichnet mit:
EP 3/5 20 001 bis 20 005
EP 3/6 20 101 bis 20 104
EP 3/6 20 121 bis 20 124
und die Güterzulokomotiven als
EG 4X1/1 20 201 und 20 202
EG 2X2/2 20 221 und 20 222.
Im Jahre 1920 vereinfachte die Gruppenverwaltung Bayern der DRG die Gattungsbezeichnungen der bayerischen Elektrolokomotiven. Als Gattungszeichen kammen zur Anwendung:
Schnellzuglokomotiven
ES 1
Personenzuglokomotiven
EP 1 ex. EP 3/5
EP 2
EP 3 ex. EP 3/6
EP 4 ex. EP 3/6
EP 5
Güterzuglokomotiven
EG 1 ex. EG 4X1/1
EG 2 ex. EG 2X2/1
EG 3
EG 4
EG 5
Localbahn AG München
Die Localbahn AG München betrieb nur die Strecke Murnau-Oberammergau. Damit war die Nummerierung einfach. vergeben wurden die Bezeichnungen:
LAG 1 bis LAG 5, wobei die LAG 4 doppelt vergeben wurde.
Preußische Staatsbahn
Die Preußisch-Hessische Staatsbahn kennzeichnete jede Wechselstromlokomotive mit aus drei Buchstaben bestehende Gattungsbezeichnung, die Schnell- und Personenlokomotiven als Wechselstrom-Schnellzug-Lokomotiven (WSL) und die Güterzuglokomotiven als Wechselstrom-Güterzug-Lokomotiven (WGL), mit einer fünfstelligen Betriebsnummer. Die WSL erhielten Nummern ab 10501 und die WGL ab 10201.
Ab dem 1. Januar 1912 verwendete die Preußisch-Hessische Staatsbahn ein neues System:
Schnellzuglokomotiven
ES 1 und folgende
Personenlokomotiven
EP 201 und folgende
Güterzuglokomotiven
EG 501 und folgende
Rangierlokomotiven
EV 1 und folgende
Triebgestelle (füherstandslose Elektrolokomotiven)
EB 1 und folgende.
Elektrolokomotiven, die aus zwei selbstständig verfahrbaren Teilen bestanden, erhielten Doppelnummern, z.B. EG 551/552. Zwei- und dreiteilige Lokomotiven bekammen zur Betriebsnummer kleine Buchstaben, z.B. EG 538 abc.
Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft
Die DRG benutzte für ihre Elektrolokomotuven ein System, das analog zu den Dampflokomotiven funktionierte. Die Betriebsnummer bestand aus einem E als ein allgemeines Kennzeichen für Elektrolokomotiven und einer Stammnummer. Die Gattung in Verbindung mit dem E wurde als Baureihenbezeichnung verwendet und wurden entsprechend ihrer Höchstgeschwindigkeit untergliedert:
E 00 bis E 29 - Lokomotiven mit Vmax über 90km/h
E 30 bis E 59 - Lokomotiven mit Vmax 65 bis 90 km/h
E 60 bis E 103 - Lokomotiven mit Vmax bis 65 km/h.
Weiterhin bekammen die Lokomotiven eine Ordnungsnummer, anfangs zweistellig, ab den dreißiger Jahren dreistellig, die zusammen mit der Baureihenbezeichnung die Betriebsnummer bildete. Bei der Zuordnung der Gattungsbezeichnung und Ordnungsnummer wurden die Anzahl der angetriebenen und der gesamten Radsätze, die Rahmenbauweise, die Antriebsart, die Größe, die Leistung und die betriebsführende bzw. beschaffende Direktion berücksichtigt. Bei der Vergabe der Ordnungsnummern für die Läderbahnlokomotiven wurden die beiden letzten Ziffern übernommen. Beispielsweise wurde aus einer EG 581 eine E 91 81.
In den dreißiger Jahrenerweiterte man das System.
Zur Berücksichtigung von Elektrolokomotiven für andere Stromsysteme als Einphasenwechselstrom 16 2/3 oder 25 Hz legte die DRG folgende Nummerngruppen fest:
E 00 bis E 100 - Lokomotiven für Einphasenwechselstrom 16 2/3 Hz oder 25 Hz
E 101 bis E 200 - Lokomotiven für Gleichstrom
E 201 bis E 300 - Lokomotiven für Einphasenwechselstrom 50 Hz
E 301 bis E 400 - Lokomotiven für zwei Stromsysteme
E 401 bis E 500 - Lokomotiven für mehr als zwei Stromsysteme.
Dieses Bezeichnungssystem wurde nach dem zweiten weltkrieg bei der DB und der DR übernommen.
Deutsche Bundesbahn
(Quelle: Typenbuch aus dem TransPress-Verlag)elt werden können. Zur starren Mittelpufferkupplung gehört auch die in Deutschland weit verbreitete Scharfenbergkupplung, kurz Schaku genannt. Sie kann von Hand oder vom Führerstand mittels Druckluft getrennt werden. Verwendet bei Triebfahrzeugen wie der ET und VT Familie und dem ICE, aber auch bei S- und U-Bahn.hland ist die am meisten verbreiteste Spurweite HO (sprich H Null), dann N, Z und, noch aus DDR-Zeiten und stark im kommen, TT. Es gibt aber sage und schreibe 100derte Spurweiten. Die Meisten davon sind längst vergessen.