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Stellwerk
Hier mal ein paar Worte zum Thema Stellwerk.
Den Eisenbahner heute bestens bekannt und auch nicht mehr wegzudenken sind Stellwerke. In Erinnerung werden sie uns immer wieder gerufen, wenn man etwas von Zugunglücken, technischem Versagen, falsch gestellte Signale oder Weichen hört.
Das bringt uns auch gleich zur Frage, warum Stellwerke notwendig sind.
Nachdem der Zugverkehr langsam anwuchs und sozusagen etwas mehr auf der Strecke Nürnberg - Fürth los war, mußte also ein zentraler Ort her, wo alles gesteuert wurde. Man könnte auch sagen, nachdem die ersten Weichen und Signale auf der Bildfläche erschienen, war es notwendig diese auch zu steuern. Das steuern von Weichen und Signalen geschah anfangs rein mechanisch. Es entstanden die ersten Stellwerke.
Die Geschichte der Stellwerke begann in England. Die ersten Stellwerke kannten noch keine Abhängigkeit, das heißt Signale und Weichen wurden unabhängig von einander bedient. Das barg natürlich die Gefahr, das trotz aller vorsicht es zu Unfällen kommen konnte. Das Personal mußte sich also davon überzeugen, das Signale und Weichen richtig gestellt waren.
Das änderte sich nach 1850. 1855 entwickelt Pierre-Auguste Vignier eine brauchbare Abhängigkeitsschaltung. Das erste Stellwerk in Deutschland stammt von Saxby, einem Import aus England, aus dem Jahr 1867 und wurde in Stettin installiert.
Aber denoch sah es zunächst auf freier Strecke mit der Sicherheit immer noch nicht rosig aus. Züge fuhren immer noch im Zeitabstand, was im Extremfall bedeutete, wenn eine Lok ausfiel, hätte der nächste Zug auffahren können. Deshalb führte man das fahren im Raumabstand ein. Die ersten Blockstrecken waren geboren. Aber die englischen "Modelle" entsprachen nicht den Vorstellungen und Wünsche deutscher Anwender und bald wurden diese Entwicklungen auf deutsche Bedürfnisse abgeändert und deutsche Firmen traten auf die Bildoberfläche. Doch viele verschiedene Produkte und Hersteller bargen natürlich auch Probleme, weshalb man sich auf sogenannte Einheitsstellwerke einigte. Hier handelt es sich noch um mechanische Stellwerke. Bei den elektromechanischen Stellwerken sah es ähnlich aus.
Es gibt auch Stellwerke, die in Deutschland unbekannt sind, wie zum Beispiel das Fahrstraßenstellwerk.
Eine weitere Bauform und dem Modelleisenbahner am liebsten sind die sogenannten Gleisbilstellwerke, oder wie es in den alten Bundesländern auch genannt wurde Drucktastenstellwerk.
Im Zuge der PC-Technik hatte der Rechner nun auch Einzug in die Steuerung von Stellwerken und das elektronische Stellwerk, kurz ESTW, wurde geboren. Auch diese Technik hält Einzug in die Welt der Modelleisenbahn.
Zwei Stellwerke, die eigentlich eher als die Vorreiter der Stellwerke bezeichnet können, sind Schlüsselbreter und Schlüsselwerke. Beide sind Ortsbedient, das heißt, der Fahrdienstleiter mußte die Weichen von Hand bedienen und die jeweils möglichen abziehbaren Schlüssel entnehmen. Beim Schlüsselbrett gab es absolut keine Sicherung oder Abhängigkeiten. In diesem Fall konnte das Signal auch auf grün gestellt werden, wenn auf dem einfahrendem Gleis ein Zug stand. Das Schlüsselwerk war da schon ein wenig kontruktiv ausgereifter. Nach dem Entnehmen der Schlüssel aus der Weiche, wurde der Schlüssel in ein Schlüsselwerk gesteckt. Waren alle Schlüssel für eine Fahrstraße vorhanden, konnte der Schlüssel für dasentsprechende Gleis entnommen werden und das entsprechende Signal auf Fahrt frei gestellt werden.
Mechanische Stellwerke sind uns bekannt als sogenannte Hebelbänke. Mechanische Stellwerke lassen sich im wesentlichen in drei Klassen einteilen: Bruchsal, Jüdel und Zimmermann&Buchloh. Es gibt auch andere Firmen, die solche Werke hergestell haben, aber dann eben in Lizenz.
Es gibt Hebelbänke nach englischem Vorbild und die abgewandelte Form, nach den sogenannten französischem Vorbild.