Modellvorstellung 111 193 ein Vergleich

Dieses Thema im Forum "Betrieb" wurde erstellt von RS1, 29. Dezember 2017.

  1. RS1

    RS1 Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    Wie in den Monatsneuigkeiten schon vorgestellt bin ich nun seit kurzem auch stolzer Besitzer der 111 193 von Piko, die den Zeitraum irgendwann zwischen 21.01.2010 (Datum der letzten HU) und Anfang 2014 darstellt (Umbeheimatung nach Nürnberg). Da in der einschlägigen Modellbahnpresse schon genug Testberichte über die Maßstäblichkeit und technischen Eigenschaften geschrieben steht, spare ich mir diesen Teil, denn ich kann alles in der Miba und im MEB geschriebene, bestätigen.
    Vielmehr soll mein Bericht zeigen wie gut Piko das Vorbild, die 111 193 umgesetzt hat. Zufälligerweise hatte ich das Glück jene Maschine kurz vor dem Fahrplanwechsel für die RB Leistungen 58175 (Schweinfurt-Bamberg) sowie 58258 (Bamberg-Würzburg) und ich habe mir dann die Zeit genommen während des abstellens in Würzburg einige Detailaufnahmen der Lok zu machen.
    Hier erstmal ein paar Gesamtansichten der echten Lok, sowie des Modells.

    20171130_054252b.jpg 111 193 mit RB 58258 in Bamberg.

    20171130_053305b.jpg Von der anderen Seite. Der Kollege der am Vortag in Nürnberg den Zug bespannt hat, hatte mitgedacht und mit dem Führerraum 1 gekuppelt, so lärmt nicht ständig der Schraubenluftverdichter in den führenden Führerraum, da sich dieser hinter dem Führerstand 1 befindet.

    20171130_054302b.jpg Nochmal nur die Lok von der Gleisseite aus.

    DSC00033b.jpg Pikos Modell, hier nun Führerstand 1 voraus.

    Drehgestelle

    111 193 ist ein kleiner Sonderling, denn ihr Drehgestell 2 besitzt Sandkästen wie sie bei der ersten (Haupt-)Lieferserie (111 001-111 110) verbaut wurden sind. Drehgestell 1 hingegen hat die für diese Nummer normalen Sandkästen. Laut Aussage eines ehemaligen Würzburger Lokführers soll wohl das Drehgestell 2 von der recht frühzeitig verunglückten 111 004 stammen, die 111 193 hat es wohl gegen Ende der 80er Jahre im AW München Freimann erhalten. Leider kann ich diese Aussage nicht mit Beweisen belegen, es wäre aber durchaus denkbar, das jener (ehemalige) Kollege recht hat.

    Die Drehgestelle der Vorbildlok:

    20171130_075504b.jpg Drehgestell 2 mit den schraubbaren Deckeln der Sandbehälter wie sie bei der ersten Serie Vewendung fanden. Nicht wundern das die Sekundärfederung zwischen Drehgestell und Lokkasten so schräg steht, die Maschine stand im Gleisbogen.

    20171130_075524b.jpg
    Drehgestell 1 mit den für diese Nummer passenden Sandbehältern.

    Die Drehgestelle der Pikolok:

    DSC00040b.jpg Drehgestell 2 mit den falschen Sandkästen.

    DSC00041b.jpg Drehgestell 1 mit den passenden Sandbehältern.

    Insgesamt hat Piko die Drehgestelle recht gut getroffen. Feinheiten die eine Verbindung zwischen Drehgestellen und Rahmen herstellen sind so gut wie möglich dargestellt, einige Geberanschlüsse lassen sich schlichtweg im Modell nur umsetzen wenn man auf maßstäblichen Radien fährt und das machen wohl die wenigsten.
    Der Fehler mit den falschen Sandbehältern sollte einfach zu beheben sein, da diese am Modell nur gesteckt sind.

    Anschriften:

    Auf die Anschriften wie die Loknummer oder der DB Keks gehe ich nicht weiter ein, diese sind konturenscharf gedruckt und ohne Lupe lesbar. Interessanter sind z.B. die Bremsanschriften, da auch heute noch in diesen Bereichen von den Herstellern gerne geschluddert wird.

    Vorbild:
    20171130_075648b.jpg Das Raster der Hauptuntersuchung. Da sie ihre zweite Verlängerung schon weg hat, wird sie wohl bald von den Gleisen verschwinden.
    Modell:
    DSC00041c.jpg Da Piko die 111 zu der Zeit dargestellt hat, als sie noch nach Frankfurt gehörte, fehlt ihr natürlich das Verlängerungsraster. Die Anschrift für den Absperrhahn der Sandstreueinrichtung ist geringfügig zu groß geraten, wer es aber nicht direkt mit dem Vorbild vergleicht, dem fällt es gar nicht weiter auf. Auch die Bremsanschriften sind stimmig, sowohl was die Bauform, als auch die Bremsgewichte und alle weiteren Anschriften betrifft. Ein Vorbildfoto folgt hier:

    20171130_075643b.jpg
    Ausrüstung der Lokfronten:

    Um es vorweg zu nehmen. Piko hat sich wohl vorgenommen für frühere Epochen weitere Maschinen ohne große Formänderungen zu ermöglichen, daher stimmt hier einiges nicht.
    Vorbild:

    20171130_075458b.jpg Die 111er haben heute alle auf beiden Seiten eine Steckdose für die Zugsammelschiene, also die 1000Volt Leitung zur Energieversorgung der Wagen, hier wird entweder die Zs-Leitung der Wagen gesteckt oder aber das Kabel mit zwei Steckern die jede 111 im Maschinenraum mitführt, dahinter ist die Steckdose für die KWS zu sehen.

    20171130_075613b.jpg Die andere Seite, hier gibt es nur eine Zs-Steckdose.

    Modell:

    DSC00038b.jpg Pikos 111 hat in Fahrtrichtung links zwar ihre Zs-Dose, in Fahrtrichtung rechts fehlt sie aber, ebenso die KWS-Dose, dafür hat sie aber ein fest montiertes Kabel mit Stecker der KWS Leitung. Ein Relikt das die Maschine spätstens bei ihrer letzten HU (also am 21.01.10) verloren haben. Außerdem fehlt ihr auf der linken Seite das Staufach, das einstmals, als man über eine Umstellung auf automatiosche Kupplungen nachdachte, eingebaut wurde um darin einen Adapter zwischen autom. Kupplung und Schraubenkupplung zu verstauen.

    Batteriekasten

    20171130_075516b.jpg Der Batteriekasten beim großen Vorbild, daneben die Steckdose und der "Werkstattschalter" zur Versorgung mit Fremdspannung bei Werkstattaufenthalten.

    Das Modellfoto folgt im folgenden Beitrag, leider sind nicht mehr wie 15 Fotos pro Beitrag möglich.
     
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  2. RS1

    RS1 Moderator Mitarbeiter

    DSC00043b.jpg Der Batteriekasten im Modell. Die Piktogramme über den Sicherungskästen, links und rechts der Batterie fehlen. Der Werkstattschalter und die Steckdose sind nachgebildet, könnten aber Farbe vertragen.

    Kondensatabscheider, Kühlschlange etc.

    20171130_075630b.jpg Hier eine Ansicht der Vorbildlok. Da sie eine Lufttrocknungsanlage hat kommt aus dem (hier verdeckten) Kondensatabscheider so gut wie kein Wasser heraus. Links in dem Kasten befindet sich das Steuerkabel für die KWS Steuerung.

    Modell:

    DSC00042b.jpg Dem Kondensatabscheider wie auch der Kühlschlange würde etwas Farbe gut zu Gesicht stehen. Die drei Entwässerungshähne hinter der Kühlschlange fehlen. Auch das Fach für die KWS Leitung. Dafür hat sie einen Kondensatsammelbehälter, den das Vorbild nicht hat.
    Das war soweit der Vergleich.
    Aber wenn wir schonmal bei der BR 111 sind, folgen hier noch zwei weitere.

    DSC00023b.jpg
    111 068 von Roco, sie war meine erste 111, kurz nachdem ich die Baureihenberechtigung für das Vorbild hatte.

    DSC00031b.jpg Nochmals Pikos 111 193, aber nicht das zu Vergleichszwecken herangezogene Modell. Sie ist ein kleiner Sonderling, denn sie hat einen auffälligen Fehler. Wem fällt hier etwas auf?

    Viele Grüße Matthias
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Dezember 2017
  3. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Matthias,

    Ich bin zwar eher nicht der „Spezialist" für moderne DB Fahrzeuge, dennoch tippe ich mal auf den „Lackierungsfehler" bei den Lüftungslamellen und Maschinenraumfenstern.

    Bei deinem Originalfoto sind wie bei der Epoche V Lackierung in Schwarz, bei der Epoche VI Lackierung in Grau der Bereich zwischen den seitlichen Lüftungslamellen und Maschinenraumfenstern, die beim Modell der Epoche VI dazu abweichend sind.

    In vielen Fällen machen es sich die Modellbahnhersteller zu einfach, in dem sie bei manchen Modellen offensichtliche Abweichungen zum Original, bewußt verursachen, was dem „Laien" nicht so ohne weiteres auffällt.

    Besonders bei sehr teuren Modellen, Jenseits der 800 € sind dann „offensichtliche" eher mehr als bedauerlich, ich würde fast schon sagen, mehr als ärgerlich.

    Wenn dann auch noch der Hersteller sich versucht, wegen der Formen sich herauszureden aber auch angibt, das würde nur einem Laien auffallen und der „versierte" Modellbahner könnte ja die offensichtlichen Fehler auch eigenständig beheben, dann ist das schon mehr als grenzwertig. Was wurde da schon nicht selten „getrickst" um Fahrwerke auch in den engsten Gleisradien lauffähig zu machen.
     
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  4. RS1

    RS1 Moderator Mitarbeiter

    Hallo Ingo.

    Genau darauf war ich aus. Allerdings handelt es sich hier um einen Fehldruck von Seiten des Herstellers.
    Ich hab Piko mal mit Bildern der Lok angeschrieben. Man antwortete mir das ihnen der Fehldruck sehr leid tut und ich doch die Lok einschicken solle. Man schicke mir ein einwandfreies Modell. Das ich das natürlich nicht mache versteht sich von selbst. ;)

    Viele Grüße Matthias
     
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  5. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Matthias,

    Frohes neues Jahr,

    Solche „Fehldrucke" können unter Umständen „wertsteigernd" sein.

    Horizon Hobbies Inc. läßt die unter Athearn und Roundhouse vertriebenen Modelle in China fertigen, trotz mehrfacher Qualitätskontrolle kommen da auch mal Produktionsfehler vor, so auch bei einer Serie von Overton Passenger Cars der PRR = Pennsylvania Railroad, wo der ausgeschriebene Schriftzug Pennsylvania auch noch falsch geschrieben wurde, jedoch wurde der umseitige Schriftzug richtig geschrieben, der in der Verpackung oben lag. Der Fehler wurde erst beim Auspacken und Aufgleisen des Modells bemerkt. Trotz einer Rückrufaktion wurden einige Tausend dieser Modelle aber bereits ausgeliefert und kamen weltweit in den Handel. Bei Sammlern mittlerweile „heiß" begehrt.

    Mal angenommen, du würdest deine Lok zum Umtausch einschicken, so hätte diese aber nach wie vor an einem Drehgestell die verkehrten Sandkästen und der Fehler mit der 1000 V Leitungen bestünde weiterhin?

    Ich denke Mal, Piko würde nur die Loknummer ändern, um der Fertigung eines „Unikats" aus dem Wege zu gehen, zu dem ist es doch für dich bestimmt eine „Ehre", daß ausgerechnet „deine" Originalmaschine von Piko gefertigt wird. Nun benötigst du lediglich eine Lokführerfigur, welche so aussieht wie du selbst, dann wäre doch alles
    Perfekt?
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Januar 2018
  6. RS1

    RS1 Moderator Mitarbeiter

    Moin Ingo

    Danke, dir auch ein gesundes neues. Ich weiß, aber nicht mal wegen einer eventuellen Wertsteigerung hab ich sie bei meinen Händler mitgenommen, sondern nur aus dem Grund eben so einen Farbsonderling in meiner Sammlung zu haben.
    Wie gesagt solche Fehler passieren immer wieder einmal und das bei jeden Hersteller der Fall. Auch Märklin und Co hatten schon Fehldrucke die heute gesucht sind, ebenso Piko noch zu DDR Zeiten (mir fällt da z.B. die E11 ohne schwarzen Untergrund unter der Loknummer ein).
    Aber einen Sammler geht es ja da eh nicht um einen hohen materiellen Wert.
    Piko hatte mir auch nur den Umtausch gegen eine vollständig bedruckte Maschine angeboten, die Fehler würde Piko da nicht beheben, da bleibt nur selber Hand anzulegen. Allerdings betrifft der Fehler mit der 1000Volt Leitung alle Maschinen in der Epoche 6.
    Das meine (vollständig bedruckte) 111 193 mal irgendwann demnächst einen Lokführer bekommt versteht sich von selbst. Aber ich werde auch ein wenig Farbe mit ins Spiel bringen und die Inneneinrichtung etwas gestalten, sowohl auf den Führerständen, als auch im Maschinenraum. ;)

    Viele Grüße Matthias
     
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  7. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Matthias,

    Da habe ich es mit meiner US Shortline aber auch dem Projekt im Bismarck Archipel etwas angenehmer,

    Ich kann da Loks „Frei Schnauze" gestalten, Hauptsache sie passen da zeitlich gut rein also 1928 in den USA und Epoche I beim deutschen Thema. Die Bahn im Bismarck Archipel wurde ja nie gebaut aber geplant mit einigen, wenigen Skizzen.

    Natürlich versuche ich den Geschmack jener Ähra bzw. Epoche bestmöglich zu treffen und orientiere mich an alten Fotos und und Aufzeichnungen, sofern vorhanden. Da derplanende Eisenbahningenieur sich von der Süd-West Kolonie inspirieren ließ, könnte man durchaus davon ausgehen, das später die Loks ebenso Farbenfroh daherkommen würden.
     
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