Betriebsabläufe Bahnsteigsperren und Signale in Epoche 1

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Eisenbahn" wurde erstellt von Atlanta, 15. Juli 2018.

  1. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Kollegen,

    Beim Studium verschiedener Unterlagen, wie der EBO - Eisenbahnbau- und Betriebsordnung und der SO - Signalordnung, kann man nicht alle relevanten Belange herauslesen, die zum Betrieb eines Bahnhofs in der ersten Eisenbahnepoche notwendig sind.

    Obwohl, es sich noch um die Zeit der unterschiedlichen Länderbahnverwaltungen handelt, sind aber deren gesetzlichen Vorschriften seit 1875 vereinheitlicht und untereinander angeglichen.

    Ein Reichsgericht befand in den 1870er Jahren bereits, daß vom Eisenbahnverkehr eine Gefahr für Laib und Leben ausgehen könnte, so daß man davor, durch entsprechende Schutzmaßnahmen gegen körperlichen Schaden bewahrt werden sollte.

    Der Bahnsteigsperre kam somit eine besondere Bedeutung zu:
    Das Publikum und nicht unterwiesene Betriebsangehörige dürften die Bahnsteige erst betreten, wenn der Bahnverkehr eingestellt und sichergestellt wurde, daß Unbefugte Personen somit keinen Zutritt zu Bahnanlagen erhalten konnten, wenn noch Bahnverkehr stattfindet.

    Erst wenn Schienenfahrzeuge so abgesichert sind, daß diese nicht wegrollen oder sich in Gang setzen konnten, dürfte an die Fahrzeuge herangetreten und diese betreten werden.
    Auf Bahnsteigen hatte ein genügend großer Abstand zur Bahnsteigkante vorhanden zu sein, um Unglücke zu vermeiden und ausschließen zu können.

    Die Bahnsteigsperre sollte verhindern, daß nicht Jedermann an die Gleisanlagen herantreten und sich oder andere Personen gefährden konnte.

    Bahnhöfe mußten folglich so gestaltet werden, daß Sperrgitter and Zäune errichtet wurden, die ein einfaches Betreten unterbanden.

    An den jeweiligen Bahnsteigenden waren Signale aufzustellen, die dem Betriebspersonal anzeigten, daß für den jeweiligen Abschnitt der Bahnverkehr auch eingestellt also in Ruheposition versetzt werden konnte.
    Ein oder mehrflüglige, ungekoppelte Signale mit mehreren Signalbegriffen mußten verwendet werden:

    Flügelsignale mit einem Flügel:
    Hp0, Hp1 und HpRu (Flügel zeigt nach unten)

    Flügelsignale mit 2 Flügeln:
    Hp0, Hp1, Hp2 und HpRu (oberster Flügel zegt nach unten)
    Wird eingesetzt wenn nur eine Weiche auf abzweigendem Ast ab dem Signal überfahren wird.

    Flügelsignale mit 3 Flügeln:
    Hp0, Hp1, Hp2, Hp3 und HpRu (oberster Flügel zeigt nach unten)
    Wird eingesetzt wenn zwei oder mehr Weichen auf abzweigendem Ast ab dem Signal überfahren werden.

    HpRu - jeglicher Bahnverkehr ruht. Keine Zug- oder Rangierbewegungen im Ruhebereich.

    Die Bahnhofsglocke signalisiert dem Publikum, wann der Bahnsteig betreten werden darf oder wieder geräumt werden muß.

    Dieses gilt für Haupt- und Nebenbahnen gleichermaßen und wurde erst in Epoche II ab 1935/37 abgeändert aber auch noch teilweise beibehalten.

    Aus diesen Gesichtspunkten heraus, muß man sich bei der Bahnhofsplanung auf der eigenen Modellbahn, mehr Gedanken zum Bahnhof machen, will man vorbildlichen Betrieb stattfinden lassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Juli 2018

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