Digitaltechnik Decodereinbau in einen FLM ICE Teil 1

Dieses Thema im Forum "Technik" wurde erstellt von Joerg, 12. Februar 2005.

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  1. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Digitalumbau Fleischmann BR 401 ICE 1

    Vorwort:
    Die folgenden Berichte sind meine Erfahrungen. Sollte jemand beim Umbau seiner Lok auf diese Beiträge zurückgreifen, so möchte ich darauf hinweisen, das ich keinerlei Verantwortung für einen missglückten Umbau übernehme.
    Für beschädigte Fahrzeuge und Decoder übernehme ich keine Verantwortung, sondern der Eigentümer oder der für den Umbau Zuständige selber.

    Die folgende Beschreibung zeigt den Umbau eines ICE Triebkopfes auf [lexicon]Digital[/lexicon].
    Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein Fleischmannmodell des ICEs der ersten Generation, der BR 401, Artikel-Nr. 4440. Als Decoder kam ein ESU Loksounddecoder 3 zum Einsatz.
    Dieser Decoder erhielt am Rechner seine Konfiguration, also Adresse, Sound und die wichtigsten CVs. Bei nachträglicher Änderung am Programmiergleis sei darauf hingewiesen, das ein Widerstand zwischengeschaltet werden muss (ca. 48 Ohm), um den Decoder vor Beschädigungen zu bewahren.
    Beim Umbau habe ich aus Unwissenheit so manchen Arbeitsgang durchgeführt, der nicht hätte sein brauchen. Alle hier beschriebenen Absätze, die mit roter Schrift wiedergegeben werden und die dazugehörigen Bilder beschreiben einen solchen Arbeitsgang, sind aber für den einen oder anderen als Information recht nützlich. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich diese Arbeitsgänge dokumentiere oder nicht und habe mich deshalb dafür entschieden, alles nieder zu schreiben.
    Da die Beiträge mit den Bildern zu groß werden, um in einer angemessenen Zeit geladen zu werden, hab ich mich des weiteren entschlossen, diesen Beitrag in zwei Treads aufzuführen.

    ICE mit Decoder 3.jpg
     
  2. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Gehäuse entfernen

    Als erstes muss auch hier das Gehäuse vom Rahmen herunter genommen werden. Dies gestaltet sich als recht einfach, da es hier nur zwei Schrauben gibt, eine befindet sich mittig im Rahmen.
     

    Anhänge:

  3. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Gehäuse entfernen

    Die zweite Schraube befindet unter einer grauen Verkleidung im Frontbereich.

    ICE von unten vorne.jpg
     
  4. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Verkleidung abgenommen

    Mit dieser zweiten Schraube wird auch gleichzeitig die Platine gehalten, die die Lampen mit [lexicon]Spannung[/lexicon] versorgt.

    ICE unten vorn mit Lichtplatine 2.jpg
     
  5. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Gehäuse abgenommen

    Anschließend zeigt sich folgendes Bild:

    ICE Geh?use abgenommen 2.jpg
     
  6. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Lokrahmen mit Platine

    Jetzt ist ersichtlich, das jede Menge Platz vorhanden ist. Aber Gleichzeitig ist auch keine vorhandene Schnittstelle zu erkennen. Das wiederum bedeutet viel löten.

    Zunächst sollte man sich auch hier über die Funktion der Platine im klaren sein.
    Auf der Platine sind nur vier Leitungen angelötet. Drei blaue und eine schwarze Leitung.
    Auf der Platine laut dem unteren Bild ist die obere Leiterbahn die Zuführung zum Motor, sozusagen der Pluspol.
    Die zweite blaue Leitung rechts unten im Bild ist die Zuführung vom Schleifer des Radsatzes, auch hier sozusagen der Pluspol.
    Die untere Leiterbahn im Bild, mit der Schwarzen Leitung ist sowohl die Masse zum Motor, als auch die Zuleitung zum anderen Schleifer des Radsatzes.
    Die linke blaue Leitung im Bild, versorgt die Lampen mit [lexicon]Spannung[/lexicon].
    Die Verbindung der Platine zum Lokrahmen wird durch die Schraube auf der Platine rechts unten im Bild hergestellt.

    ICE Hauptplatine.jpg
     
  7. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Ansicht Motorschild

    Bevor man jetzt mit dem Lötkolben ans ablöten geht, sollte man sich notieren, wo welche Verbindung besteht, denn man weis ja nie, ob man nicht doch noch alles rückgängig machen muss. Wer ein gutes Gedächtnis hat ist hier natürlich klar im Vorteil.
    Das folgende Bild zeigt das Motorschild, das die Verbindung zur Platine herstellt, aber auch die Verbindung zu den Schleifern der Radsatzes im Drehgestell.
    Die schwarze Leitung links ist die Masseverbindung zum Gehäuse der Drehgestells. Hier befindet sich auch der Schleifer, der über die Radsatzwelle sozusagen den Minuspol übernimmt. Die schwarze Leitung ist aber auch gleichzeitig die Masseverbindung des Motors.
    Die untere blaue Leitung auf dem Bild ist die Verbindung zum anderen Schleifer auf der Innenseite der Radscheibe. Die obere blaue Leitung ist der Pluspol des Motors.

    Drehgestell mit Motor nah.jpg
     
  8. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Die obere beiden Leitungen lassen sich Problemlos ablöten, aber an der unteren kommt man nicht ohne weiteres ran. Jedenfalls nicht ohne die Gefahr, das Gehäuse mit dem Lötkolben anzusengen. Also muss das Drehgestell raus. Und da fangen die Problem an, denn hier sind keine Schrauben zu entdecken. Also versuche ich das Gehäuse, sprich den Rahmen zu zerlegen, was aber im nachhinein nicht nötig ist. Aber das muss man erst mal wissen.
    Im nächsten Bild sieht man den Rahmen mit der Kupplungskinematik.

    Drehgestell komplett mit Kupplungskinematik.jpg
     
  9. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Ich bin also davon ausgegangen, das nach entfernen der Kupplungskinematik irgendwelche Schrauben sicht bar werden. Also entfernte ich vorsichtig dieses Heckteil, in dem die Rastnasen vorsichtig nach außen gezogen werden, dann das Teil nach unten drücken und nach hinten rausziehen.

    Kupplungskinematic abgebaut.jpg
     
  10. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Nahaufnahme Kupplungskinematik

    Bei dieser Aktion ist mir fast ein ganz dünner Draht abhanden gekommen, der die Kupplungsstange oder die Aufnahme für die Kurzkupplung in Mittelstellung bringt.
    Auf dem folgendem Bild ist diese Draht recht deutlich zu sehen.

    Kupplungskinematik Nahaufnahme.jpg
     
  11. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Da durch diesen Schritt keine Schrauben zum Vorschein kamen, haben ich dieses Heckteil später wieder montiert.

    Durch vorsichtiges Zusammendrücken der Drehgestellblende kann jedoch das Drehgestell herausgefädelt werden. Hierfür ist einiges an Fingerspitzengefühl nötig, zumal kleine Teile wie Trittstufen am Drehgestell abgebrochen werden können (was mir wahrscheinlich auch passiert ist, aber ich weis weder, ob die Trittstufen schon vorher nicht mehr vorhanden waren, noch habe ich welche auf der Werkbank gefunden, Fakt ist, sie sind noch der Montage nicht mehr vorhanden. Hier hilft nur noch ein Ersatzteilkauf).

    Drehgestell herausgenommen 2.jpg
     
  12. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Drehgestellblende abnehmen

    Danach kann die Drehgestellblende entfernt werden. Hierzu ist oben eine Linsensenkschraube zu entfernen und dann kann die Blende noch hinten weggeschoben werde. Hinten wird die Blende mit einem Zapfen arretiert und anschließend wird die Blende nach unten über die Radsätze geschoben. Jetzt liegen die Kontakte frei und können abgelötet werden.

    Drehgestellblende abgeschraubt 2.jpg
     
  13. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Motor abgelötet

    So zeigt sich ein demontiert und abgelöteter Drehgestellrahmen.

    Drehgestellblende abgeschraubt.jpg
     
  14. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Motorschild Nahaufnahme

    Und so zeigt sich jetzt das Motorschild.
    Als nächstes bin ich auf die Suche noch irgendwelchen Kondensatoren gegangen.

    Motorschild.jpg
     
  15. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Leider habe ich nichts gesehen, was eindeutig auf Kondensatoren hindeutet.
    Bei einem Bekannten nachgefragt, erhielt ich die Antwort, das dort irgend wo 2 oder 3 Kondensatoren sein müssten. Ich sah aber keine. Er beschrieb mir SMD-Kondansatoren. Also die waren nun auf gar keinen Fall zu sehen. Also nahm ich den Motor weiter auseinander.

    Als erstes nahm ich die Kohlen raus, weil ich nicht wollte, das die mir durch die Federn durch die Gegend fliegen. Dies erreicht man, indem man die kleinen Abdeckungen mit einem kleinen Schraubendreher abhebelt und die Kohlen herauszieht. Jetzt wusste ich zumindest, wie man die Kohlen wechselt.

    Motorschild ohne Kohlen.jpg
     
  16. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Anschließend löste ich die beiden Schrauben, hob das Motorschild vorsichtig etwas an und drehte das Schild um die Schleifer hinter die Radsätze hervor zu bekommen und nahm das Schild ab. Auch auf der Rückseite des Schildes befanden sich keine Kondesnatoren.
    Hätte mich auch gewundert.

    Motorschild abgenommen.jpg
     
  17. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Nun nahm ich auch noch den Stator raus, der aus einem Dauermagneten besteht. Dieser wird vorsichtig gedreht, bis sich eine Fräsung, die man links unten sieht, über dem rechten Radsatz befindet und kann jetzt nach oben rausgezogen werden.

    Anschließend wollte ich den Rotor herausnehmen, aber hier stieß ich an meine Grenzen, denn das Ritzel hab ich nicht runter bekommen. Mein Bekannter sagte mir, das das auch gut so sei, denn hätte ich das Ritzel mit Gewalt runtergezogen, hätte ich den Rotor zerstört, Welle verbogen, Ritzel beschädigt, oder etwas ähnliches.
    Eine Recherche im Internet ergab, das der Kondensator das Keramikröhrchen über dem Wellenlager ist, und das die Drossel auch noch entfernt werden müsste, und die Verbindung zwischen der linken Schraube auf dem Motorschild und der linken Lötstelle mit einem Dremel aufgetrennt werden muß. Aber das wußte ich schon.
    Also baute ich den Motor wieder zusammen.

    Stator Magnet herausgenommen.jpg
     
    pongratz4452 gefällt das.
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