Tipp Der Einstieg in die HO-Modellbahn - ein Guide für Anfänger

Dieses Thema im Forum "Anfänger, Umsteiger und Fragen" wurde erstellt von ductore, 21. Oktober 2010.

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  1. ductore

    ductore Aktives Mitglied


    Hinweis:
    Dies soll ein grober Anhaltspunkt für Einsteiger/Wiedereinsteiger sein. Der Text ist allerdings in Bearbeitung und soll demnächst neu eingestellt werden.

    Holger



    Lieber Modellbahnanfänger,

    zu Beginn des Einstiegs in das Hobby Modellbahn stellt sich immer dieselbe Frage:
    Wie und mit was fange ich an?
    Dieser Guide soll helfen, den Einstieg zu vereinfachen.
    Denn nichts ist frustrierender, als wenn man ohne Information, also als Schnellschuss, sich eine Startpackung holt und dann merkt, dass es falsch war.

    Hinweis: Das folgende bezieht sich auf Neueinsteiger oder Wiedereinsteiger mit relativ kleinem Fahrzeug- und Materialbestand. Sollte man auf dem Dachboden jedoch eine riesengrosse Sammlung finden. so sollte man entweder darauf aufbauen oder mit dem erzielten Gewinn beim Verkauf (z.B. über Ebay) komplett neueinsteigen. Im ersten Fall (Sammlung wird behalten) gelten die hier gemachten Angaben natürlich nicht.

    Aber auch du musst was dafür tun:
    - Informiere dich im Internet, den Printmedien oder Bekannten über die Modellbahn. Dazu kannst du die gängigen Herstellerseiten, aber auch eine Vielzahl von Foren und Homepages anschauen.
    - Überlege dir, in welcher Art und in welchem Umfang du das Hobby betreiben willst
    - Finde anhand von Bildern heraus, was dich anspricht

    Solltest du das gemacht haben, steht dem erfolgreichen Einstieg eigentlich nichts mehr im Weg. Die Fragen, die dann auftreten, können hier im Forum sehr gut beantwortet werden.

    Trotzdem gibt es hier eine kleine Zusammenfassung, die sich mit dem Wichtigsten und den zu beachtenden Unterschiede in der Baugrösse HO befasst.

    Die Wahl des Herstellers:
    Es gibt aktuell leider zwei Systeme in HO, die untereinander eigentlich nicht kompatibel sind. Eigentlich schreibe ich nur, da mit viel Bastelaufwand eine Kompatibilität möglich ist. Dieses würde aber einen Anfänger überfordern und sollte nicht Entscheidungskriterium sein.

    Die grundlegenden Unterschiede erkennt man am Gleissystem.
    Es gibt das Mittelleiter-Gleis (als Synonym für Märklin, auch als AC bezeichnet) und das Zweileiter-Gleis (Alle Gleichstromhersteller wie Roco, Fleischmann, Piko und die vielen anderen, auch als DC bezeichnet).
    Konstruktiv unterscheiden sich die Gleise folgendermassen:
    Beim Mittelleiter-Gleis ist auf den Schwellen ein Kontakt (man nennt ihn Puko), welches den einen Pol darstellt, während die beiden Schienen elektrisch miteinander verbunden sind und den zweiten Leiter darstellen.
    Beim Zweileiter-Gleis sind beide Gleise elektrisch getrennt und stellen jeweils einen Pol dar.

    Diese Konstruktionsunterschiede haben zur Folge, dass die Stromabnahme in beiden Systemen unterschiedlich ist. Während beim Mittelleiter-Gleis die Lok einen Schleifer unter dem Gehäuse/Radsatz benötigt, um von den, in der Gleismitte befindlichen Pukos den [lexicon]Strom[/lexicon] aufzunehmen, werden beim Zweileiter-Gleis nur die Räder der Lok zur Stromaufnahme herangezogen.

    Somit kann eine Mittelleiter-Lok nicht auf einem Zweileiter-Gleis fahren und eine Zweileiter-Lok nicht auf einem Mittelleiter-Gleis.

    Was sind die Auswirkungen:
    Märklin ist der einzige Hersteller, der in Grossserie Mittelleitergleise anbietet. Das Gleissystem Märklin stellt somit eine Insellösung dar.
    Bei Zweileitergleisen hat man die Wahl zwischen verschiedenen Herstellern in verschiedener Qualität zu verschiedenen Preisen.
    Beim Fahrzeugmaterial sieht es etwas anders aus. Andere Hersteller bieten auch Modelle als Mittelleiter-Modelle an. Allerdings nicht deren gesamtes Angebot, sondern nur ausgesuchte Modelle.

    Einstieg [lexicon]Analog[/lexicon] oder Digital:

    Auch hier gibt es mehrere Unterschiede. Zunächst der Analog-Bereich:
    Märklin verwendet zur Steuerung der Modelle Wechselstrom (AC). Daher wird AC als Synonym für Märklin gebraucht.
    Alle Zweileiterhersteller verwenden Gleichstrom (DC).
    Somit sind die jeweiligen Loks erst nach, teilweise umfangreichen Umbau auf dem anderen Gleis einzusetzen. Über andere Feinheiten wie anderer Spurkranz und – breite zu schreiben wäre jetzt zuviel.
    Da heisst im Umkehrschluss:
    Prinzipiell sind alle Modelle von DC-Herstellern untereinander und auf jedem Zweileiter-Gleis zu verwenden, während man sich bei der Verwendung von Mittelleiter-Gleis auf Märklin-Loks bzw. speziell für Märklin gefertigte Loks anderer Hersteller beschränken muss.
    Prinzipiell auch hier, weil Uralt-Fahrzeuge aufgrund der Höhe ihrer Spurkränze auf Schienen modernerer Ausführung eventuell auf den nachgebildeten Kleineisen aufsetzen können. Wer sicher gehen will, der nimmt ein Gleis mit 2,5 mm Schienenhöhe, z.B. das A-Gleis von Piko. Da dürfte so ziemlich alles drauf laufen.

    Tipp: Allerdings würde ich, sofern in meinem Besitz nur ein paar alte Loks sind, wegen diesem Altbestand nicht auf die Verwendung eines aktuellen Gleises verzichten.

    Tipp: Man sollte sich auch überlegen, ob man bei einem Neueinstieg auch über einen Systemwechsel nachdenkt. Ineffektiv ist es, wenn man wenige Uralt-Modelle hat und diese unbedingt mit einbeziehen will und daher auf die Vorteile anderer Systeme verzichtet. Denn die Uralt-Modelle entsprechen meist weder vom Äusseren noch vom Technischen dem aktuellen Stand. Den Uralt-Modellen sollte man, wenn man sie fahren lassen will, ein kleines Oval ausserhalb der eigentlichen Anlage gönnen.


    Wir sind jedoch unserer eigentlichen Frage, Einstieg [lexicon]Analog[/lexicon] oder [lexicon]Digital[/lexicon], noch nicht näher gekommen. Aber jetzt:

    [lexicon]Analog[/lexicon] einzusteigen heisst, auf viele Sachen, die mit [lexicon]Digital[/lexicon] möglich sind, zu verzichten und eventuell später für teures Geld, was man beim Einsteig gespart hat, nachzurüsten. Wer eine eingleisige Strecke mit einem Haltepunkt nachbauen will, dem dürfte [lexicon]Analog[/lexicon] zur Steuerung der Lok reichen. Damit verschenkt man aber trotzdem die Möglichkeiten, digitale Spielereien (Licht an/aus, Geräusche usw.), echten unabhängigen Mehrzugbetrieb und Verzicht auf unzählig viele elektrische Schaltungen wie z.B. abschaltbare Abstellgleise.

    Tipp: Der Start muss [lexicon]Digital[/lexicon] sein.

    Aber selbst im digitalen Bereich gibt es wieder Unterschiede.
    [lexicon]Digital[/lexicon] bedeutet: Die Lok hat einen Empfänger. Am Gleis ist eine Steuereinheit (Zentrale) angeschlossen. Die Steuereinheit gibt die vom Benutzer individuell gewählten Befehle an diese Lok ab. Das heisst, dass Dekoder und Zentrale dieselbe Sprache verstehen müssen, also dasselbe Datenformat haben müssen.
    Jetzt die Unterschiede:
    Märklin setzt traditionell auf das Motorola-Format, welches durch das mfx-Format erweitert wurde.
    Die restlichen Hersteller haben sich auf das Datenformat DCC verständigt.

    Was heisst das:
    Es kann, jetzt unabhängig von dem oben dargestellten Problem der unterschiedlichen Stromaufnahme, eine Lok mit Märklin-Dekoder nicht mit einer DCC-Zentrale gesteuert werden. Und natürlich umgekehrt.
    Das Problem hat sich in der letzten Zeit allerdings entschärft, da inzwischen Multiprotokoll-Zentralen angeboten werden, die alle Datenformate verstehen. Allerdings liegen in den Startpackungen (gerade bei den älteren) in der Regel Zentralen bei, die nur das verwendete Datenformat der beiliegenden Lok verstehen.
    So liefert z.B. Roco seine Dekoder im DCC-Format und die Lokmaus versteht nur DCC.

    Tipp: Sollte man alte Loks haben, so lassen sie sich auch nachträglich digitalisieren. Hier stellt sich natürlich die Frage, ob dies sinnvoll erscheint. Wegen ein paar alten Loks, deren Ausführung überwiegend nicht zu dem heutigen Detaillierungsgrad passt, würde ich auf einen Neuanfang/Wiedereinstieg mit [lexicon]Digital[/lexicon] nicht verzichten. Die neueren "Alten" sind ab Werk bereits mit einer Schnittstelle (DSS) versehen, die einen Dekodereinbau unproblematisch zulassen. Die aktuellen Modelle besitzen zu 99 % eine DSS.

    Aufgrund der Ausführungen kann jetzt jeder, der sich noch unsicher war, seine Entscheidung überdenken

    Inwieweit eine einzelne Aufzählung der Vor- und Nachteile des jeweiligen Systems etwas bringt, kann ich selbst nicht einschätzen, da ich mir bereits meine Meinung nach jahrelangem Modellbahnbau gebildet habe.

    Gewünscht wäre, dass dieser Guide mit Hilfe der anderen Mitglieder durchaus erweitert/verbessert wird.
    Desweiteren besteht natürlich noch die Möglichkeit, gerade im Digitalbereich, weitere Ausführungen wie z.B. das digitale Schalten zu ergänzen.

    Die Tipps sind von mir persönlich und aus eigener Erfahrung. Man kann sie reflektieren, sie sollen aber nicht als Missionierungsversuch verstanden werden.



    Viele Grüsse
    Holger
     
  2. ductore

    ductore Aktives Mitglied


    Hinweis:
    Dies soll ein grober Anhaltspunkt für Einsteiger/Wiedereinsteiger sein. Der Text ist allerdings in Bearbeitung und soll demnächst neu eingestellt werden.

    Holger


    Hallo zusammen,

    als Ergänzung zu den einleitenden Worten habe ich noch einen link zu einem wirklich guten

    Gleisplanungs-FAQ

    Es ist ein mehrere Seiten umfassendes Pdf, was die Grundlagen der Gleisplanung aus heutiger Sicht behandelt. In dieser Schrift findet man leichtverständlich und an Beispielen beschrieben die Grundlagen der Gleisplanung, verschiedene Anlagentypen, die Epocheneinteilung und vieles mehr.
    Diese Schrift wurde von mehreren aktiven Modellbahnern erstellt und sollte dem unerfahrenen Einsteiger aber auch dem bereits aktiven Modellbahner eine gute Hilfe sein.

    viele Grüsse
    Holger
     
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