Komplettplan Epoche IV (ca. 1980-1985) als Nebenbahn-Szenario

Dieses Thema im Forum "Planung" wurde erstellt von Niesfisch, 18. November 2010.

  1. Niesfisch

    Niesfisch Mitglied

    Hallo zusammen,

    ich mache mir als Modellbahn-Theoretiker ohne aktuellem Anlagenprojekt nur mal so Gedanken über die Möglichkeiten, welche diversen Zeitabschnitte der Bahn sich als späteres Projekt in Spur N realisieren lassen könnten. Ich bevorzuge derzeit die Epoche II, vor allem weil man mit dem passenden, vorhandenen Wagen- und Lokmaterial wunderbar kleinste Nebenbahnprojekte darstellen kann. Das kann man mit der Epoche III zwar auch, aber irgendwie habe ich zur Nachkriegszeit-Bahn nicht so den richtigen Draht.

    Eine Alternative wäre die Epoche IV, genauer: die Periode etwa zwischen 1980 bis 1985. Diese Zeit entspricht meinen Kindheitserinnerungen, als Loks noch blau/beige lakiert und in den Silberlingen die hässlichen rotbraunen Kunststoff-Sitze einen bleibenden Eindruck bei mir hinterließen. Mein ganz persönlicher Bezug zu dieser Zeitspanne macht dieses Szenario besonders reizvoll - selbst wenn es in tristen Bahnhöfen mit verwahrlostem Bahnsteig, Grafitti an den Mauern und zugewucherten Gleisresten endet. Für viele Spielbahner ist diese Phase vielleicht ein Graus, aber Kinderheitserinnerungen lassen sich nicht so einfach abschütteln.

    Typischerweise könnte eine BR 290 (ggf. auch eine BR 215/216) einen kurzen Silberlinge-Personenzug ziehen. Auch der Dieseltriebzug der BR 614 passt zeitlich wunderbar in das Szenario. Eine BR 240 übernimmt den Rangierdienst, und eine BR 220 vor einem durchrauschenden Güterzug wäre das i-Tüpfelchen. Wenn man ohne Oberleitung spielen möchte, war's das im Grunde schon an Fahrzeug-Alternativen.

    Aber: die Nebenbahn-Szene entstammt der Vorstellung, eine möglichst kleine Anlage zu bauen; auf kleiner Grundfläche soll dennoch ein halbwegs vorbildgetreuer Fahrzeugpark fahren, ebenso muss auch das Bahnhofsgleisbild etwa stimmig sein. Lässt sich auf einer kleinen Platte überhaupt sinnvoll eine Epoche IV-Welt umsetzen? Immerhin sind es die kurzen Züge mit Nebenbahn-Tenderloks und zweiachsigen Personenwagen, die mich bislang zur DRG geführt haben, die auf kleiner Anlage wesentlich stimmiger daher kommen.

    Was denkt ihr: machen die 80er Jahre auf kleiner Platte überhaupt was her? Ich möchte mich für künfitige Projekte sehr gerne von euren ganz persönlichen Meinungen beeinflussen lassen. Also, was haltet ihr von dieser Vorstellung?

    Grüße,
    Steve
     
  2. volvospeed

    volvospeed Mitglied

    MIt Sicherheit ist das auch ein reizvolles Thema, welches ich als solches in der Epoche noch nicht so oft gesehen habe. Könnte mir gut vorstellen, das teils verwuchterte Szenen, auch einen gewissen Flair rüber bringt.
    Auch auf kleinen Flächen kann man schon sehr viel machen. Das sehe ich gerade auf meiner Kleinstanlage. Es kommt ja auch nicht auf die Größe einer Anlage drauf an, sondern was man aus dem vorhandenen Platz macht.
     
  3. FRANKRAINER

    FRANKRAINER Aktives Mitglied

    Hallo Steve,

    Da da rollende Material aus den frühen 80ern besteht ist meine Nebenbahn mit doerflichem Charakter entstanden. Die Strecke eingleisig ohne Oberleitung. Die 214 mit den Silberlingen und die 624 als Langzug. Dazwischen kommen noch ein paar Dampfer (BR55 und BR50) als Erinnerungen an die frühere Zeit. Es sieht also genauso aus, wie Du es beschrieben hast. Jetzt bin ich noch auf der Suche nach weiteren Automodellen aus diesem Zeitraum und früher. :bier:

    Es soll halt so aussehen wie damals als ich noch jünger war. ;)
     
  4. Diram

    Diram Mitglied

    Hallo Steve,



    mit Epoche IV, gerade so in der Zeit (bei mir ab 1978) bis 1985 ist auch für mich sehr reizvoll (ebenfalls wegen der von dir angesprochenen Kindheitserinnerungen :fettgrins: ). Mein Projekt wird auf alle Fälle ebenfalls auf diese Epoche hinauslaufen. Ich habe nur die Erfahrung gemacht, das, zumindest bei Märklin, die Epoche IV derzeit nicht hoch im Kurs steht. Es gibt im Moment nicht wirklich viele Fahrzeuge. Vor allemLoks sind derzeit eher rar. Vielleicht können wir uns ideentechnisch ja noch ergänzen :fettgrins: .



    Gruß

    Didi
     
  5. Niesfisch

    Niesfisch Mitglied

    Hallo zusammen,

    ich bin also nicht der einzige, der seine Modellbahn nach Kindheitserinnerungen nachbauen würde.

    FRANKRAINER, dass du Dampfloks unter den Fahrzeugpark mischt, wäre mir bereits zu inkonsequent. 1977 war das Thema Dampf durch, im Szenario 1980 - 1985 wäre das also bereits ein Fehler. Sicherlich, man kann's auch übertreiben mit der Vorbildtreue, aber für mich macht diese korrekte Zusammenstellung des Fuhrparks ja den besonderen Reiz eines solchen Themas aus.

    Man könnte ja auch noch weiter zurückgehen und sich das "Schicksalsjahr" 1977 vorknöpfen. Der Lokpark aus den 80ern wäre (weitestgehend) der gleiche, aber immerhin kann man dann zusätzlich vorbildgetreu die letzten schweren Güterzug-Dampfloks wie BR 41, 44 oder 50 als besondere Hingucker noch auf die Strecke lassen.

    Jedoch haben diese Loks auf einer beschaulichen Nebenbahnstrecke nix veloren; ein Güterzug mit solch einer Lok und auch nur halbwegs realistischer Länge bekommt man auf einer Kleinanlage gar nicht unter.

    Daraus folgt: diese Zeitspanne auf kleiner Platte lässt nur den Betrieb mit Dieselloks und Triebwagen zu, und so reizvoll das Thema aufgrund der o.g. Gründe für mich auch ist, so ganz ohne Dampflok fehlt einer Modellbahn irgendwie etwas.

    Bei dem anderen vorstellbaren Szenario, DRG Ende der 30er Jahre, ist das Problem eher anders herum: hier dominieren die Dampfloks, es gibt kaum Diesel. Aber immerhin machen es die kleinen Tenderloks und zweiachsigen Wagen einfacher, realistische Züge zu bilden, die auch auf den kurzen Bahnhofsgleisen noch stimmig wirken.

    Ich hatte auch früher schon mal die durchgeknallte Idee, zwei Anlagen im Doppelpack zu bauen: gleicher Bahnhof, gleiches Gelände, aber mit 50 Jahren Zeitspanne dazwischen (inkl. Rückbau, Verwahrlosung, Bausünden). Das wäre natürlich ein ganz besonderes Projekt, aber realisiert wird das vermutlich leider nie...

    Grüße,
    Steve
     
  6. Diram

    Diram Mitglied

    Hallo Steve,



    ich gebe dir bezüglich der dampfloks recht, wenn du den regulären Planverkehr meinst. Aber es gab auch in den 80-er Jahren durchaus ausserplanmäßige Dampflokfahrten, längst nicht so viel wie heute, aber es gab sie zumindestals Ausflugsverkehr mit geschlossenen Gesellschaften. Außerdem wäre doch auch eine Museumsbahn, die noch einen Anschluss an die reguläre Strecke hat, denkbar.



    Na ja, berichte uns wie du es machen möchtest. Sicherlich sind wiralle sehr Neugierig, wie es denn werden soll.



    Gruß

    Didi
     
  7. FRANKRAINER

    FRANKRAINER Aktives Mitglied

    Die Dampfloks sind als Museumsbahn gedacht zumal sie noch aus der amerikanischen Zone ist und nicht aus der BRD.
     
  8. jowiad

    jowiad Mitglied

    Grüß' Dich, Steve,

    so eine Idee, einen Bahnhof in verschiedenen Epochen darzustellen, hatte man mal in der Abteilung 'Landverkehr' des Deutschen Museums in München umgesetzt und ich habe mir schier die Nase an den Vitrinenscheiben plattgedrückt! Es waren, wenn ich mich recht erinnere, vier 'Dioramen', nebeneinander in chronologischer Abfolge, eingebaut in einer langen Wand – aber ich weiß nicht, ob das heute noch existiert.

    Das hat mich an etwas anderes denken lassen: was wäre, wenn Du einen großen Industrieanbinder (Hintergrund) ins Auge faßtest? Das dann noch vor dem Hintergund des austauschbaren Epoche-Szenarios könntest Du eventuell sogar für die Epoche II und frühe Epoche III einen kleinen Bahnsteig in Erwägung ziehen, schließlich mußten die Arbeiter damals ja irgendwie zu ihrem Arbeitsplatz gelangen, während in Epoche IV sich vielleicht Manuels Idee mit der teil-verwuchernden Umgebung sehr schön umsetzen ließe. So einen Industrieanschließer mit entsprechendem Hintergrund könntest Du jedenfalls sogar für eine schmale Reagalanlage planen.

    Servus und einen schönen Tag :)

    Joachim
     
  9. Niesfisch

    Niesfisch Mitglied

    Hallo zusammen,

    Sonderfahrten unter Dampf oder gar eine Museumsbahn halte ich für ein wenig arg gekünstelt. Eine Epochen-getreue Modellbahn ist ja immer irgendwie auch eine museale Welt, in der man sich in "seiner" nostalgischen Zeit austobt. Und dort dann auch noch mit Museumszügen zu spielen, ist zu viel des Guten, als könne man sich einfach nicht entscheiden. Sicherlich, ohne Frage ein denkbares Szenario für große Anlagen - aber nichts für mich.

    Hier durchblicke ich nicht ganz, was du meinst: soll ich die Epochen auf der Platte mischen? Nein, darauf wollte ich nicht hinaus; die Idee der zwei Bahnhöfe basiert ja auch auf zwei eigenständigen Anlagen.

    Wie dem auch sei, nach reichlich Überlegung in den vergangenen Tagen komme ich mehr und mehr zum Entschluss, dass es wohl nicht ganz ausreicht, aufgrund der Jugenderinnerungen auf die Epoche IV zu setzen, wenn man nur eine einzige vorbildliche Anlage realisieren möchte. Dafür hatten die 80er Jahre bei der Bahn einfach zu wenig Charme. Und auch unter fahrtechnischen Aspekten lassen sich frühere Epochen dank zwei- oder dreiachsigen Wagen auf kleinerer Fläche viel besser darstellen als der Fahrbetrieb mit den langen Drehgestell-Personenwagen.

    Ich werde daher dieses Szenario nicht weiter verfolgen. Entweder bleibe ich bei meiner bislang favorisierten DRG-Zeit - oder ich denke doch noch mal über die Phase des langsamen Traktionswechsels in den 60ern nach, als es meine geliebten Silberlinge bereits gab (ggf. gezogen von V 200, V 160 oder V 100). Eigentlich gar nicht so anders als in den 80ern ... nur ohne ozeanblau-beige. :)

    Grüße,
    Steve
     

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