Tipp Gegenüberstellung von Gleich.- und Wechselstromsystemen

Dieses Thema im Forum "Anfänger, Umsteiger und Fragen" wurde erstellt von rayman, 13. August 2010.

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  1. rayman

    rayman Renommiertes Mitglied

    Wechselstromsysteme/ Gleichstromsysteme


    Wer mit dem Gedanken spielt sich eine Modelleisenbahn zuzulegen, hat die Qual der Wahl. Ein besonderer Fall ist das bei der Nenngröße H0. Hier haben sich im analogen Sektor 2 Systeme über die Jahre herausgebildet, die man nicht miteinander kombinieren kann. Es handelt sich hierbei um das Mittelleiter- Wechselstromsystem und das 2- Leiter Gleichstromsystem.

    Das Mittelleiter –Wechselstromsystem ist ein System, welches die Fahrzeuge über zwei Leiter mit der notwendigen Betriebsspannung versorgt. Zum einen sind das unter Spannung stehende Punktkontakte zwischen den Gleisen und die Schienenprofile selbst, die als zweiter Leiter fungieren. Der ursprüngliche Sinn dieser Leiteranordnung war, das jeder, aber auch wirklich jeder die Gleise in allen vorstellbaren Kombinationen zusammenstecken konnte, ohne einen Fehler (Kurzschluß) im elektrischen System zu verursachen. Dann hieß es Lokomotive aufgleisen und der Spielspaß konnte losgehen. Das ist auch bis heute so geblieben.
    Da bei Wechselstrommotoren nicht ohne weiteres die Drehrichtung der Motoren verändert werden kann haben, besitzen Modelle für dieses System einen Umschalter. Dieser reagiert auf einen Spannungsstoß und der den Motor bewegt sich in die entgegngesetzte Richtung.

    Das Zweileiter- Gleichstromsystem bezieht seine Betriebsspannung aus den voneinander isolierten Schienenprofilen. Das eine Schienenprofil fungiert als + Leiter das andere als – Leiter. Die Fahrtrichtung der Modelle ändert sich durch einfaches Umpolen. Im Gegensatz zum Mittelleiter- Wechselstromsystem kann man bein 2L GS System nicht alle Gleisbildfiguren ohne weiteres aufbauen. Das liegt daran, daß z.B. beim zusammensetzen Kehrschleifen oder Gleisdreiecken der Plusleiter auf den Minusleiter trifft. Das würde einen Kurzschluß ergeben. Entsprechend müssen solche Gleisbaufiguren an einer Stelle der Figur elektrisch getrennt werden. Für den Gleichspannungsbereich gibt es hierbei eine praktikabe Lösung. Die sogenannten Kehrschleifenmodule sind elektronische Bauteile, die innerhalb von Millisekunden die Spannung umkehren, sobald sich ein Fahrzeug über die Trennstelle bewegt.

    Neben diesen grundsätzlichen Unterschieden bei der Spannungsversorgung und der Schienenkonfiguration, bestehen weitere Besonderheiten bei den Achsen und den Spurkränzen.
    Wechselstromradsätze nach NEM haben Spurkranzhöhen von 1,3mm, Gleichstromradsätze 1mm. Bei neueren Modellen werden immer öfter Radsätze mit einer Höhe von 0,6 mm angeboten. Diese entsprechen im weitesten Sinn der RP25 Profil der NMRA.

    Warum das hier angesprochen wird, wird sich der Modellbahn- Neuling fragen…
    Modelleisenbahnen werden immer vorbildorientierter. Das macht auch vor der Profilhöhe der Schienen nicht halt. Heutzutage sind in der Nenngröße H0 Schienenprofile mit Höhen von 1,78; (Code70) 1,9mm (Code75); 2,1mm (Code 83); 2,3mm (Code90) und 2,5mm (Code 100) auf dem Markt.
    Die geringen Profilhöhen (2,1mm und niedriger) sind den Wechselstromradsätzen teilweise nicht mehr gewachsen. Die Spurkränze setzen hierbei auf den Schwellen der Gleise auf.

    Die Fahrzeuge für das Mittelleitersystem sind anders aufgebaut als Fahrzeuge für das Gleichstomsystem. Die Räder dienen als ein Spannungspotential. Ein Schleifer, der zwischen den Rädern angebracht ist, nimmt das 2.Potential von Punktkontakten die sich auf den Gleisen befinden ab.
    Gleichstromfahrzeuge beziehen ihre Fahrspannung ausschließich über die Räder. Das funktioniert so, weil bei den Radsätzen die Räder voneinander isoliert sind.

    Für welches System sich der einzelne Modellbahner entscheidet muß jeder für sich selber wissen.

    Letztendlich gilt: Modellrailroading is fun! Egal mit welcher Nenngröße und mit welchem System. Nicht mehr und nicht weniger.
     
    EdHunter gefällt das.
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