? Technischer Art Gleisbildumstellung auf Digital

Dieses Thema im Forum "Technik" wurde erstellt von Berni49, 10. Dezember 2019.

  1. Berni49

    Berni49 Neues Mitglied

    Hallo miteinander. Wie einige vielleicht schon gesehen haben bin ich derzeit am Um- u. Anbau meiner älteren analogen H0 Fleischmann Anlage und muß deshalb auch den Gleisplan und Weichensteuerung neu erstellen. Ist es sinnvoll die Weichen in digital zu steuern umzubauen? Kann mir jemand grob sagen was sowas kosten könnte??
     
  2. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Berni,

    man kann auch weiterhin analog Schalten aber digital fahren.

    Wenn man aber die Schaltungen über die Modellbahnsteuergeräte oder sonstige Eingabegeräte realisieren möchte kann es recht teuer werden.

    Jede Weiche benötigt den Anschluß über einen Weichendekoder, bei den Signalen verhält es sich genauso, möglicherweise sind elektromagnetische Doppelspulenantriebe durch Servos auszutauschen, diedann aber auch über einen entsprechenden Dekoder angeschlossen werden müssen.

    Der Dekoder ist das Bindeglied zwischen Weiche oder Signal und der digitalen Zentrale.
     
  3. Berni49

    Berni49 Neues Mitglied

    Danke Ingo für die schnelle Nachricht.
    Werde dann doch beim mir bekannten Analog System bleiben, da ich viele Teile dazu noch habe
    und die Analogtechnik inzwischen kenne. Zudem kann ich ganz gut mit den "denkenden Weichen"
    die Fahrstraßen steuern. Laut Uhlenbrock sind die Weichenantreibe von Fleischmann für Dekoder nicht geeignet.
    Das wird einem Rentner bei der staatlichem Abzocke zu teuer.
    Gruss aus dem winterlichen Allgäu
    Bernhard

    ( sind nur 10 cm Schnee aber -9° C.)
     
  4. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Servus Bernhard,

    wieso sollten die GFN Doppelspulenantriebe nicht dekodertauglich sein?
    Die "Denkenden" Weichen von GFN (Gebr. Fleischmann Nürnberg) sind da eher das Problem, denn die Drahtbrücken, die die Weiche zur "denkenden" Weiche machen, dürfen nicht entfernt werden.

    Stromlose Abschnitte können bei vielen Digitalzentralen als anliegender "Kurzschluß" Fehlinterpretiert werden.

    Beim Digitalen Fahren liegt dauerhaft Fahrstrom an, der Lokdekoder verhält sich wie ein Lokführer, der die Maschine mit Steuerbefehlen regelt, diese werden durch unterschiedlichen, aufmodulierten Frequenzen über den anliegenden Fahrstrom an den Dekoder übertragen.

    Die recht langen Isolierten Herzstücke der GFN Weichen können, müssen aber nicht zum Problem werden.

    Ich habe mit den GFN Messinggleisen und einer DCC digitalisierten Lok auch extreme Langsamfahrten problemlos hinbekommen, es dürfen halt nur nicht die Drahtbrücken entfernt werden.

    Die Spulenantriebe von GFN haben drei Kabellitzen als Anschluß wovon einer in einer anderen Farbe gekennzeichnet sein sollte.

    Die gleichfarbigen Kabellitzen sind die jeweiligen Endlagenpositionen der Spulenantriebe und die anders gekennzeichnete Kabellitze führt zum Anker des Spulenantriebes.

    Bei einem Umschaltertaster hast du drei Anschlüsse, zwei Außen und einen in der Mitte.
    Die Kabellitze des Ankers der Magnetspulen wird mittig angeschlossen und die beiden Kabellitzen für je eine Magnetspule werden am äußeren Kontakt angeschlossen, im Grunde sehr einfach.

    Weichenstellpulte zum Umschalten funktionieren wie ein Umschalttaster, also geben nur kurzzeitig einen Stromimpuls frei, solange man den Knopf gedrückt halt oder in Hebelbankform den Stellhebel am jeweiligen Endkontakt berührt.
    Dadurch wird die Endabschaltung in der Endlage gewährleistet, so daß die Magnetspulen nicht dauerhaft mit Strom versorgt werden, so daß die empfindlichen Magnetspulen nicht durchbrennen.

    Bei Weichendekodern ist darauf zu achten, daß diese zum Umschalten einen 12 V bis 18 V ~ AC Wechselstromimpuls freisetzen, denn dieser wird für die meisten Doppelspulenantriebe benötigt.

    Es gibt zwar auch Doppelspulenantriebe die mit 5 V bis 12 V = DC betrieben werden können, doch diese müssen speziell dafür ausgelegt sein und es muß eine Lichtbogenlöschung gewährleistet sein, welche im DC Betrieb auch bei dieser Niederspannung auftreten kann.

    Trix Expreß und Trix International hatten früher Mal solche Doppelspulenantriebe die sowohl mit DC als auch AC betrieben werden konnten, die Lichtbogenlöschung klapte aber nicht immer im DC Betrieb, weswegen es vermehrt zu Spulenbränden kam und von Trix empfohlen wurde, die Magnetartikelbeschaltung mit 16 V ~ AC auszuführen.

    Durch die in späteren Jahren immer weiter voranschreitenden Miniaturisierung auch von Magnetantrieben mit Doppelspulen, war eine Lichtbogenlöschung for DC Betrieb baulich nicht mehr vorhanden, so daß Magnetartikel einheitlich mit 16 V bis 18 V ~ AC ausgeführt werden mußten.

    Bei den sogenannten "Slow Motion" Antrieben handelt es sich im wesentlichen um Magnetartikeln, denen eine "Gasdruckfeder" hinzugefügt wurde und beim Stellen dieses Antriebs die "Gasdruckfeder" Gespannt oder Entspannt wird, die Austretende Luft aus diesem kleinen Zylinder der "Gasdruckfeder" verzögert das schnelle Umstellen und wandelt es in einem dem Vorbild eher entsprechende, langsamere Bewegung um. Für Flügelsignale eine schöne Sache.

    Für Weichenantriebe eignen sich einfache Servos mit Federstelldraht der in die Stellschwelle der Weiche eingreift. Solche Servos gibtes je nach Hersteller und Menge ab 5 €, sie sind also nicht Mal teuer in der Anschaffung.
    Man muß nur unterhalb der Stellschwelle der Weiche ein etwa 10 mm langes und etwa 3 mm breites Loch in der Anlagenplatte vorsehen, durch das der Federstahlstelldraht von unten in die Stellschwelle mittig eingreift. Befindet sich in der Stellschwelle noch kein Loch von etwa 1 mm muß man diese dort hineinbohren.
    Sollte der Servo den kleinen mechanischen Widerstand des Handantriebes der GFN Weiche nicht überwinden, muß der Handantrieb der Weiche ausgebaut werden, die Weichenendlagensicherung übernimmt der Servo Stelldraht aus Federstahl.

    LG Ingo
     

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