Gleisplanung Hafenbahnanlage

Dieses Thema im Forum "Planung" wurde erstellt von Atlanta, 19. November 2017.

  1. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Per Zufall bin ich auf eine sehr komplexe Hafenbahnanlage gestoßen, welche es früher mal in der Bronx in New York City gegeben hatte. Ursprünglich waren es früher vier ähnliche Bronx Freight Terminals also Güterbahnhöfe, welche in ihrem Aussehen ähnlich waren.
    Markante Gemeinsamkeiten sind der geringe zur Verfügung stehende Platz und der Anschluß einer Fährbarke und eine ovale oder runde Form der zentralen Rangiergleise wovon in verschiedenen Richtungen Gleise abgingen, um Anschließer zu bedienen.

    [​IMG]
    [​IMG]

    Angeliefert werden Güterwagen mit einer Fährbarke und eine örtliche Rangierlokomotive sorgt für die Be- und Entladung der Fährbarke. Dabei muß beachtet werden, daß die Fährbarke nicht kippt und kentert und im Hafenbecken versinkt.
    Die nachfolgende Grafik veranschaulicht das ganz gut.
    Die Beladung erfolgt in entgegengesetzter Reihenfolge der Rangierschritte der Entladung.

    [​IMG]


    Möchte man mit der Rangierlokomotive die Landungsbrücke nicht befahren, muß man Ballastbrückenwagen einsetzen, das Ziehgleis muß dann aber auch dem entsprechend lang genug sein.

    Zur modellbahnerischen Umsetzung geht das mit der von Walthers / Cornerstone angebotenen Fährbarke und der dazugehörigen Landungsbrücke. Die Fährbarke selber ist ca. 1 m lang und die Landungsbrücke weitere 35 cm, das muß bei der Planung des Hafenbeckens mit berücksichtigt werden.

    [​IMG]

    Dieser Plan wurde mit Piko A-Gleisen und 15° Weichen erstellt.
    Das kurze Gleis unten Rechts dient zum Abstellen der Rangierlokomotive mit Behandlungsanlagen und gegebenenfalls Lokschuppen.
    Bei mehr Platz kann man auch den Gesemtplan nachbilden, so wie er im Original auch vorhanden ist.
     
    RS1 und lok527596 gefällt das.
  2. rayman

    rayman Renommiertes Mitglied

    Hier das fertige Gleislayout im Maßstab 1:87...
    Und das Original:
     
    RS1 und lok527596 gefällt das.
  3. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Angeregt durch ein Forentreffen in einem anderen Forum haben mich ein Timesaver und ein Inglenook fasziniert, welche ich mir auch gerne bauen möchte.

    Das Hafenbahnthema aus New York City bietet dazu die sinnvolle Erweiterung.

    Themenstellung:
    Rangierspiele des Timesavers mit Umfahrung und des Inglenooks der einfachen Abstellgleise in unterschiedlicher Länge miteinander sinnvoll so zu kombinieren, daß auf minimalstem Platz eine interessante Rangieranlage entsteht.
    Die Möglichkeit der Wagenanlieferung durch eine Fährbarke wie in New York bietet zudem einen weiteren interessanten Aspekt, so daß ein vorbildlicher Bezug vorhanden wäre.

    Im Grunde genommen weisen alle Bronx Terminale jeweils eine Umfahrmöglichkeit von einigen Wagen auf und diverse Anschließer in unterschiedlichen Richtungen.

    [​IMG]
    Erste Vorplanung, Bild etwas unscharf.
    Rechts eine Fährbarke welche 9 Wagen aufnehmen kann.
    Ein von der Lok nicht befahrbarer Landungssteg, ein längerer Brückenwagen wird benötigt, der im linken unteren Gleis hinter der Kurve abgestellt wird.
    Das Gleis darüber ist ein Ausrüstungsgleis für Schlußwagen (Caboose).
    Von der obersten Weiche ganz links, welche zur Umfahrung des Timesavers führt (ohne die drei Abstellgleise in der Mitte oben), bishin zur Landseite des Landungsstegs sind etwa 140 cm voneinander entfernt und können den gesamten, von der Fährbarke abgeladenen Güterzug aufnehmen.
    Die drei Abstellgleise in der Mitte oben bilden den Inglenook, das dazu benötigte Ausziehgleis ist das mittige Gleis des Timesavers.

    Bei diesen Rangierspielen sind die maximalen Gleislängen von besonderer Bedeutung.
    Die Standard Wagenlänge beträgt 15 cm eines 40' Fuß Box Cars.
    Die eingesetzte Lok sollte nicht länger und nicht wesentlich kürzer als ein Standardwagen sein.
    Die längsten Abstellgleise können maximal 3 Wagen aufnehmen, sind also etwas mehr als 45 cm lang.
    Die kürzesten Abstellgleise können maximal 2 Wagen aufnehmen, sind also etwas mehr als 30 cm lang.
    Innerhalb der Umfahrung auf den Weichen können maximal 2 Wagen und rechts daneben nur 1 Wagen abgestellt werden.

    Diese Planungsskizze berücksichtigt nicht die exakten Gleislängen, die notwendig sind.
    Die Plazierungsorte von permanenten Entkupplungsmagneten oder Elektromagneten sind noch nicht im Plan eingezeichnet.

    Mit Hilfe der Kadee Klauenkupplungen kann man Wagen mit geöffneter Kupplung bis zu ihrer Parkposition schieben und dort abstellen. Die Kupplung löst nur im entlasteten Zustand. Dieses muß beim Rangieren mit berücksichtigt werden.

    Drehbare Weichenschilder mit Laternen (Switch Stands) sollen die Stellung der jeweiligen Weichen leichter erkennbar machen.

    Als Stellwerkstechnik werden mechanische Stellhebel mit Bowdenzügen zum Einsatz kommen.
    Die Grundstellung der Weichen ist immer der gerade Ast der Weiche.
    Die Grundstellung der Weichenhebel ist immer vom Bediener weg, nach hinten.
    Eine auf Abzweig stehende Weiche ist im Stellwerk leicht erkennbar, wenn der Stellhebel in Richtung des Bedieners zeigt.

    Maximale Anzahl der Wagons: 15 oder 16
    Spezialwagen: 1 oder 2 Brückenwagen (60' Fuß Gondola oder 2 x 30' Fuß Gondolas)
    Schlußwagen: 2 Caboose Cars
    Güterwagen: 12 (in unterschiedlichen Bauarten, wie Box Cars, Gondolas, Flat Cars, Tank Cars)
    Lokomotive: 300HP Box Cab Diesel oder Dreikuppler Satteltanktenderlok

    Digitalsystem: Roco/Fleischmann Multimaus mit Verstärker
    Spurweite: H0

    Bahngesellschaft: meine ausgedachte Great Western & Atlantik Railroad im Jahr 1928

    Rangierjob:
    Ein oder mehrmals täglich werden jeweils 9 Wagons zur Verteilung zu den unterschiedlichen Anschließern mit der Fährbarke angelandet und müssen auf die unterschiedlichen Anschließer verteilt werden.
    Von den Anschließern kommende Fahrzeuge müssen in einer bestimmten Reihenfolge zur Verladung auf die Fährbarke vorbereitet werden, der Schlußwagen muß immer als letzter Wagen auf die Fährbarke rangiert werden, wird aber immer als letzter Wagen abgeladen.
    6 Wagen verbleiben immer an Land

    Interessante Rangiertätigkeiten, können auch mit den an Land verbliebenen Güterwagen ausgeführt werden.

    Art der Anschließer: steht noch nicht fest
    Transportabilität: Ja, weil Koffer mit ca. 130 cm x 50 cm x 30 cm oder aufgeklappt 130 cm x 100 cm x 15 cm
    Anschlüsse: Elektrik 230 V ~ AC Warmgerätesteckdose und Buchse für Multimaus
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Oktober 2018
  4. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Rangierjob zur zuvor genannten „Kofferanlage”:
    Nachdem die Fährbarke am Anleger festgemacht hat und die Landungsbrücke auf das Niveau der Fährbarke angeglichen wurde, holt sich die Rangierlok den/die Brückenwagen aus dem Abstellgleis und kuppelt an die Wagons auf dem linken Fährbarkengleis an und zieht diese zur Hälfte von der Fährbarke. Nun werden die Wagons vom rechten Fährbarkengleis komplett von der Fährbarke gezogen und der/die Brückenwagen abgekoppelt und im Brückenwagengleis abgestellt. Der zuvor komplett entladene Zugteil wird angekoppelt und zurück zur Fährbarke gedrückt und an die Wagen im mittleren Fährbarkengleis angekoppelt und diese ebenfalls von der Fährbarke gezogen und zum Schluß der zur Hälfte abgeladenen Zugteil gedrückt und dieser angekoppelt, um nun endgültig abgeladen zu werden.
    Die neun Wagen werden bis zum siebten Wagen vorgezogen und an dieser Stelle vom übrigen Zugteil getrennt und zum Umfahrgleis bewegt aber auf den Weichen der Umfahrung abgestellt, da nur dort zwei Wagons umfahren werden können.

    Nicht immer lassen sich zwei Wagons rangieren, manchmal blockieren bereits abgestellte Wagen einige Gleise, die vor dem betreffenden Rangierjob erst einmal freigeräumt werden müssen, um woanders vorrübergehend untergebracht zu werden.

    Und auf einmal wird es kompliziert:
    Wohin stelle ich einen betreffenden Güterwagen oder wie komme ich an einen Wagen heran, der zu einer bestimmten Position zum Abschluß auf der Fährbarke abgestellt werden soll?
    Wie bekomme ich den Schlußwagen (Caboose) von der letzten Position im langen Zug auf das Bereitstellungsgleis für Dienstwagen rangiert?

    Was tun, wenn ich vergessen haben sollte, den/die Brückenwagen in das Brückenwagengleis hineinzurangieren?
    Sollte dieses der Fall sein, blockieren ein oder zwei weitere Wagen die Rangieroperationen erheblich.
    Ist nur ein längererer Brückenwagen verfügbar, entspricht dieser ungefähr der Länge von zwei Standard Wagen.
    Bestehen die Brückenwagen aus zwei kürzeren Wagen, können diese Notfalls auseinandergekuppelt, einzeln irgendwo vorrübergehend untergebracht werden.

    Zu Beginn eines Rangierjobs, werden dem Rangierlokführer Papiere ausgehändigt, in welchen Gleisen, wo welcher Wagen abgestellt werden soll und welche Wagen von wo abgeräumt werden müssen und an welcher Position, sie im Aufstellungsgleis platziert werden sollen.

    Wegen diverser, bereits irgendwo in den Gleisen abgestellter Wagen ist das Yard Limit für Rangierverbände innerhalb des Rangierbahnhofs auf die Lok + 3 Wagons beschränkt, sofern es überhaupt möglich ist, diese Zuglänge zu rangieren.
     
  5. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Kollegen,

    Obige Planskizze I ist Geschichte an dessen Stelle tritt die nachfolgende Planskizze II.

    [​IMG]
    Planskizze II

    Rechter Anlagenteil, Koffersegment 2 mit der Eisenbahnfährbarke
    Linker Anlagenteil, Koffersegment 1 mit dem nun gespiegelten Timesaver und dem nach oben links verlegten Inglenook

    Das diagonale Abstellgleis kann entfallen, dann sind es nämlich nur 10 Weichen, die benötigt werden.
    Das Brückenwagengleis ist unten links, zwei Flach- oder Hochbordwagen werden dort abgestellt.
    Brückenwagen werden benötigt, um die Fährbarke zu be- oder entladen, weil die Lokomotive, die Landungsbrücke nicht befahren darf.

    Die Nummern neben den Gleisen geben die maximale Anzahl der Wagen an, die in diesem Abschnitt dort abgestellt werden können, sofern notwendig, bzw. geben an wie lang ein Rangierverband mit Wagen höchstens sein darf, um dort mit Lokomotive reinzupassen, im Falle von Rangierarbeiten mit 2 Lokomotiven könnte das auch von Bedeutung sein.

    Die viereckigen Symbole markieren permanent Magnete, die bei entlasteter Kupplung, die Kupplungsklaue öffnet und nach kurzem Wegziehen des übrigen Zugteils, die Kupplungen auseinanderdrücken, so daß beim Rückwärtsfahren, die Kupplung nicht wieder einkuppelt und die Wagen an ihre Halte- oder Abstellposition gedrückt werden können. Dort angekommen zentrieren sich die Kupplungen beim Auseinanderfahren und beim erneuten Zurückfahren, kann dann erneut gekuppelt werden.
     
    lok527596 gefällt das.
  6. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Kollegen,

    [​IMG]
    Planskizze III - erstellt in SCARM mit GFN H0 Messing Gleis Code 100

    Auch wenn das Fleischmann (GFN - Gebr. Fleischmann Nürnberg) Messing H0 Gleis als veraltet gilt, es erfüllt seinen Zweck für eine betriebssichere Anlage.

    Abmessungen: 2 x 45 cm x 160 cm
    Unterer Teil: Mole mit Eisenbahnfährbarke 45 cm x 160 cm
    Oberer Teil: Timesaver und Inglenook 45 cm x 160 cm und mechanischem Stellwerk
    Weichen: 15° Herzstückwinkel, fernbedient mit Bowdenzügen über Hebelbank

    Im oberen Teil der rote Bereich ist der Inglenook.
    Im oberen Teil der grüne Bereich mit der Umfahrung, gehört zum Timesaver.

    Um aber mit dem Timesaver gut arbeiten zu können, müssen zuvor die von der Fährbarke abgeladenen Güterwagen verteilt worden sein, denn je ein Wagen wird auf den Weichen des Inglenooks und auf der Weiche des Brückenwagengleises oben links platziert.

    Auch mit den an Land verbliebenen Wagen, nachdem die Fährbarke beladen wurde, lassen sich rangieraufgaben mit dem Timesaver durchführen, ebenso mit dem Inglenook, es sind also nicht zwangsläufig alle Wagen notwendig, verschiedene Rangierjobs zu erledigen.

    Die Spannung wird aber erhöht, wenn der vorhandene Platz geringer ist und einem dann verschiedene Wagen im Weg stehen.

    Denkbar ist auch, mit zwei Lokomotiven zu rangieren.
    Hierfür wird ein weiterer Rangierlokführer und ein Fahrdienstleiter benötigt.
    Der Fahrdienstleiter stellt auf Zuruf die betreffenden Weichen, hat aber auch für die nötige Sicherheit zu sorgen und vergibt Anweisungen an die Rangierlokführer.

    Der Platz im Bogen ist so bemessen, daß die abgeladenen Wagen genau zwischen die Beiden Entkuppler, vor und hinter dem Bogengleis hineinpassen, die Weiche zum Brückenwagengleis ist dann blockiert.

    Ein späteres Wegrangieren der Brückenwagen wird unter Umständen dadurch erschwert, daß keine Abstellgleise in ausreichender Länge frei sind, um die Brückenwagen vorrübergehend abzustellen.

    Auf der Fährbarke werden 8 Wagen angeliefert und auch wieder abgeholt, an Land verbleiben 6 Wagen und 2 Lokomotiven.
     

Diese Seite empfehlen