Vorbild Zugbildung Kolonial-u. Länderbahn Zugbildung

Dieses Thema im Forum "Betrieb" wurde erstellt von Atlanta, 15. Dezember 2017.

  1. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Kollegen,

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    Staatsbahn Deutsch Süd-West Afrikanische Eisenbahn - Mit freundlicher Genehmigung des National Archivs Windhuk, Namibia

    Hinter der als Zwillinggekuppelten Feldbahnloks mit je ca. 40 PS Leistung befindet sich ein 10 t Wasserwagen als Hilfstender. Oberer Teilabschnitt der 237 Km Bahnstrecke zwischen Swakopmund und der Hauptstadt Windhuk bei der Station Okahandja kurz vor Windhuk im Jahr 1904.

    Züge wurden damals sehr oft GmP - Güterzüge mit Personenbeförderung gefahren.
    Die Planen schützten vor Sonneneinstrahlung und Flugsand.
    Reisegeschwindigkeit durchschnittlich etwa 15,6 Km/h, wegen zu schwacher Leistung der Loks.
     
  2. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Kollegen,

    in den deutschen Kolonien, wurden die dortigen Eisenbahngesellschaften unter staatlicher Kontrolle, wie Länderbahnen im innerdeutschen Reichsgebiet behandelt um'n denen gleichgestellt. Ab 1910 wurden die 600 mm Feldspur und die 1000 mm Schmalspur als Standard Regelspuren in den deutschen Schutz- und Kolonialgebieten für Haupt- und Nebenbahnen, festgelegt. Alle Hauptbahnen wurden in der Statistik des Gesamtstreckennetzes von Regelspurbahnen mitgezählt. Lediglich private Nebenbahnen wurden nicht mit berücksichtigt.

    das Bild in Beitrag #1 zeigt drei Maschinen.
    Folglich ist das der Zug in Richtung Swakopmund zur Küste.

    Die B Lok der als Zwillinge gekuppelten Maschinen hatte einen seitenverkehrt angeordneten Führerstand und war bei den Lokführern unbeliebt. Man setze lieber eine A Lok als Illing einzeln am andren Zugende ein was aber einen zusätzlichen Heizer und Lokführer benötigte.

    Auf den Zwillingsmaschinen bediente der LF beide Maschinen gleichzeitig mit zwei Reglern.
    Der Heizer schaufelte abwechselnd Kohlen in beide Loks.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Februar 2018
  3. Krieni

    Krieni Neues Mitglied

    Das wäre mal ein interessantes Anlagenthema;)
     
  4. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Kollege,

    Da bin ich dran, dieses in H0e zu realisieren, nur fehlt mir momentan der Platz, weitere Module bearbeiten zu können.
     
  5. Krieni

    Krieni Neues Mitglied

    Was schade ist.
    Aber da werde ich mir auch mal einen Kopf machen, erstmal Lektüre suchen.....
     
  6. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Krieni,

    Um die Jahrhundertwende vor 117 Jahren, waren als Zwillinge gekuppelte Feldbahnloks groß in Mode. Führen sie einzeln, wurden sie Illinge genannt.

    Die Streckennetze der deutschen Kolonialgebiete waren überwiegend Schmalspurnetze, die aber als dortige „Regelspur" die heimische Statistik der realen Regelspurbahnen verfälschten.

    Die deutschen Schutzgebiete wurden als „Reichsgebiet" wie im Inland behandelt und die dortigen Staatsbahnen Unterständen aber nicht immer der Deutschen Kolonial Eisenbahn Verwaltung.

    Laut dem Reichsbahnamte zu Berlin, eine übergeordnete Reichsbundesbehörde waren alle damaligen, eigenständigen Länderbahnverwaltungen unterstellt. Die Schmalspurbahnen im innerdeutschen Reichsgebiet waren als Nebenbahnen klassifiziert und hatten sehr oft, wie bei Nebenbahnen üblich, eine vereinfachte Signalordnung oder haufenweise Ausnahmeregulierungen.

    Die staatlichen Bahnen in den deutschen Kolonialgebieten hingegen wurden aber als Hauptbahnen klassifiziert und für die galt das komplette Regelwerk der Signalordnungen und der Eisenbahnbau- und Betriebsordnung, sowie die Militärbahnordnung. Nur kleinere Privatbahnen galten als Nebenbahnen, mit entsprechender vereinfachten Regelungen und den besagten Ausnahmeregelungen.

    Vom Reichsbahnamte wurde ab 1912 die 600 mm Feldspur als Regelspur der Kolonialgebiete festgeschrieben, wo die Meterspur oder größere Spurweiten nicht eingesetzt werden konnten.

    Im Pachtgebiet von China wurde zunächst in deutscher Regelspur eine Bahn gebaut, die aber nach kurzer Zeit auf die chinesische 5' Fuß Breitspur umgespurt wurde. Historische Bilder der Schantungbahn zeigen aber meistens die breitspurigen Fahrzeuge.

    Für die modellbahnerische Umsetzung der Breitspur könnte man auf die 18 mm True Scale Gauge aus England zurückgreifen, welche die eigentliche Spurweite für Modelle im Maßstab 1:76 in der Baugröße 00 wäre.
    In Großbritannien gibt es einige Hersteller, welche diese Spurweite anbieten.

    Für die modellbahnerische Umsetzung der Feldspur von 600 mm müßte man eigentlich auf H0f Spur von 6,5 mm zurückgreifen, doch auch die eigentlich zu große Darstellung der H0e Spur von 9 mm ist zulässig, zudem gibt es in dieser Baugröße wesentlich mehr Modelle. Setzt man aber nicht Modelle in H0e (1:87) sondern in 00-9 (1:76) ein, stimmt das Größenverhältnis der schmalen Feldspur wieder.

    Die deutschen Zwillingsloks der Bauart Krauss Maffai von vor 1900 wurden vor einigen Jahren von einem Japanischen Hersteller in einer Kleinserie angeboten und konnten nur in Japan bestellt werden.

    Über Parkside Dundas in Großbritannien gibt es aber Modelle verschiedener Hersteller, die nicht nur im Maßstab 1:76 fertigen, jedoch sind dort Lokgehäuse zur Verwendung auf Spur N Fahrwerken sehr pupulär und man benötigt für das Gehäuse noch eine passende N Lok von Graham Farish (Hornby) oder Bachmann USA.

    Es gibt genug deutsche Schmalspurbahnen die Lohnenswert wären gebaut zu werden aber auch die walisische Festiniogg Railway oder eine schottische Bergbahn (600 mm) wären sehr lohnenswerte Projekte.

    Die schottische Bergbahn war eine Brauereibahn, die um Edingborough bis in die 1930er Jahre existierte.
     
  7. Krieni

    Krieni Neues Mitglied

    Alter Schwede, viel Input!
    Aber ein sehr interessantes Thema!
     
  8. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Kollegen,

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    Krauss & Maffei Zwillinge - Mit freundlicher Genehmigung des Nationalarchivs Windhuk, Namibia

    Hier sind die als Zwilling gekuppelten Felbahnloks genauer zu sehen.
    Spurweite 600 mm bis 900 mm je nach Kundenwunsch.
    Die Maschinen wurden im Zweimannbetrieb gefahren, Lokführer und Heizer.
    Der Lokführer konnte beide Maschinen gleichzeitig bedienen.
    Der Heizer mußte abwechselnd beide Maschinen befeuern.

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    DSWAE Loks mit Hilfstender - Mit freundlicher Genehmigung des Nationalarchivs Windhuk, Namibia

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    DSWAE Station Ababis im Kahngebirge - Mit freundlicher Genehmigung des Nationalarchivs Windhuk, Namibia

    Bahn ins Innere steht auf dieser historischen Postkarte, vermutliches Aufnahmedatum um 1898.
     
  9. Krieni

    Krieni Neues Mitglied

    Die Bilder sind sehr interessant.
    Sowas mal bauen, wäre mit Sicherheit ein Hingucker.
     
  10. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Da bin ich dran,

    Loks müssen meistens selbst umgefriemelt werden. Dem Kleinprofil entsprechen Lokgehäuse in TT im Maßstab 1:120 für H0e und Fahrwerke werden aus N-Loks gewonnen.

    Verwendet man aber regelspurige Lokgehäuse in H0 mit N-Fahrwerken so stimmt das Größenverhältnis vom Kleinprofil der 1000 mm oder 750 mm Bahnen zur 600 mm Feldspur welche eigentlich mit Spur Z richtig dargestellt wäre, die Laufeigenschaften lassen aber extrem zu wünschen übrig.

    Wenn ich Im Maßstab 1:76 in der Baugröße 00 die 00-9 Spur verwende stimmt das Größenverhältnis wieder, da in Großbritannien die 610 mm Spur mit 9 mm Gleisen dargestellt wird.

    Es interessiert mich reichlich wenig ob ich die falsche Spurweite nach deutschem Denken verwende, ich stelle in H0 die 600 mm Spur mit H0e dar um damit hat es sich.

    Für Breitspur Enthusiasten der 5' Fuß Breitspur, die britische 18 mm Spur bietet da recht preiswertes Gleismaterial.
    Die 18 mm Spur ist eigentlich für diejenigen gedacht, welche der 00 Baugröße die richtige Spurweite verwenden wollen, denn die 16,5 mm sind normalerweise zu schmal.
     
  11. micha70

    micha70 Mitglied

    Moin

    Das ist eine sehr ungewöhnliche Kombination der Lokomotiven. So ein Umbau ist aber schon sehr zeitintensive und gibt es da noch mehr Bilder von?
    Die Vorlage ist ja nicht so deutlich.
    Ich frag mich wie man die beiden Lokomotiven gleichmäßig zum laufen bekommt. Der Nachbau im Modell lässt sich ja mit einem Motor durchführen.

    Gruss Micha
     
  12. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Micha,

    Ein japanischer Hersteller hatte die Zwillingsmaschinen mal in H0n30 (H0e) angeboten, allerdings in der O&K Version nicht mit Kobelschornstein, da Analogmodell hatte zwei synchron laufende Motoren.

    Bei Shapeways bekommt man von Zeit zu Zeit Lokgehäuse von Maschinen um den 1. WK für H0e.

    Als Lok mit Dummy wäre so nicht nach meinem Geschmack, denn die Loks wurden auch einzeln als Illinge eingesetzt.
     

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