Vorbild Zugbildung Kurswagen

Dieses Thema im Forum "Betrieb" wurde erstellt von Atlanta, 25. August 2020.

  1. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Kollegen,

    über Kurswagen und Zugzusammenstellungen wird in verschiedenen Eisenbahnforen vielfach diskutiert und auch ich habe lange nach geeigneten Quellen suchen müssen bis ich fündig wurde.

    Bei der TU Darmstadt lassen sich in deren Onlinearchiven alte, als Gemeinfrei klassifizierte Fachbücher unterschiedlicher Autoren und Herausgeber, kostenlos als Pdf herunterladen.

    Geimenfrei heißt, wenn der deutsche Urheberschutz nach 70 Jahren als abgelaufen gilt, nach dem Tod des Autors oder nach dessen Erscheinung der Veröffentlichung eines Werkes.

    Bei Eisenbahnfachbüchern wird das Werk als Gemeinfrei klassifiziert nach Ablauf von 70 Jahren nach dessen Veröffentlichung.

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    Gemeinfreier Textauszug aus dem Werk: Handbuch der Ingenieurwissenschaften in 5 Teilen "Der Eisenbahnbau" 4. Band 2. Abteilung: Anordnung der Bahnhöfe, Ausgabe von 1914

    Bei Kurswagen unterscheidet man vier verschiedene Wagenkategorien:
    1. Stammwagen, die über den gesamten Zugkurs im Zug verbleiben.
    2. Verstärkungswagen, die je nach Bedarf, regelmäßig oder zu bestimmten Zeiten mit vielVerkehr, den Stammzug ergänzen und eingesetzt werden, wenn mehr Reiseverkehr zu erwarten ist.
    3. Kurswagen, die von Zuführungsstrecken auf den Zug übergehen und beigestellt werden oder zu anderen Zielen mit teilweise gemeinsamen Stationen auf einem Kurs zusammenlaufen.
    4. Bereitschaftswagen, die bei außergewöhnlich starkem Verkehr dem Zug beigestellt werden oder schadhafte und untersuchungspflichtige Wagen ersetzen.


    Als Vorlauf, bezeichnet man eine Transportleistung zu einem Stammlauf oder später beginnenden Stammlauf.
    Als Stammlauf, bezeichnet man eine Transportleistung zwischen zwei oder mehr Bahnstationen auf der diese festgelegte Zugkategorie normalerweise verkehrt.
    Als Nachlauf, bezeichnet man eine Transportleistung von einem Stammlauf abgehend oder über dessen Endstation hinausgehend.

    Es gibt Kurse für Eilgut-, Personen-, Gepäck- und Postwagen, sowie Schlaf-, Salon- oder Speisewagen, letztere werden manchmal nur auf Teilstrecken befördert.

    Um die Bahn in der Nachtzeit auszulasten verkehren in den betriebsschwachen Zeiten vornehmlich Eilgut- und Postzüge, sowie Nachtzüge, bei den es aber auch Kurswagen gibt.

    Die Zugstärke ist auf 100 bis 150 Achsen begrenzt aber auch auf die Leistungsfähigkeit der Lokomotiven, der Streckenneigungen (Gefälle/Steigungen) und dem Dampfdruck, den eine Lokomotive fähig ist, erzeugen zu können.
    Die Anzahl von gebremsten Achsen ist an Hand von Tabellen abzulesen.
    Für die unterschiedlichen Bremssysteme gibt es unterschiedliche Tabellen.

    Züge ab 45 Km/h bedürfen eines Schutzwagens mit geschlossener Wand zur Lokomotive, ist kein geeigneter Schutzwagen verfügbar, sind auch unbesetzte, verschlossene Leerwagen als Ersatz erlaubt.

    Bei Zügen bis 45 Km/h reichen auch die vorderen Abteile als Schutzabteile aus, wenn diese von Reisenden nicht zugänglich und verschlossen sind.

    Für das Umsetzen von Kurswagen in den Bahnhöfen gibt es unterschiedliche Bedingungen und Handhabungen, in die ich mich zunächst noch einlesen muß.

    Schönen Gruß,

    Ingo
     

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