Wartung Rollmat. Märklin H0: Allstrom-Motoren reinigen

Dieses Thema im Forum "Technik" wurde erstellt von revoller, 12. Januar 2012.

  1. revoller

    revoller Neues Mitglied

    Achtung: Alle gezeigten Arbeitsschritte geschehen auf eigenes Risiko, ich distanziere mich hiermit ausdrücklich der Haftbarkeit! Alle Beschreibungen worden nach besten Wissen von mir beschrieben, ich empfehle dennoch mit Sachverstand bei den beschriebenen Arbeiten walten zu lassen.

    Was wir brauchen:
    http://img856.imageshack.us/img856/1927/intror.jpg
    Neben der verharzten Lok (hier Märklin 3082 BR50) legen wir uns neben geeignetem Werkzeug (Schraubenzieher, Pinzette, Spitzzange) zwei Taschentücher bereit.
    Zur Reinigung von Motor und Getriebe verwende ich das "Faller Reinigungsdestillat 170486", für die Schmierung der Lager kommt "Faller Spezial-Schmiermittel 170488" mit Teflonzusatz zum Einsatz.
    Erst zum Schluß wird der "Faller Spezial-Öler 170489" benötigt anstelle des üblichen Märklin-Öl´s, weshalb erläutere ich an gegebener Stelle.

    Demontage:

    http://img191.imageshack.us/img191/6774/offenr.jpg

    http://img210.imageshack.us/img210/8606/schildg.jpg
    Nach dem abnehmen des Gehäuse widmen wir uns zuerst dem Motorschild indem wir die "Kohlen" oder auch Motorborsten entfernen, sofern diese noch min. die halbe "Größe" haben brauchen wir diese noch nicht gegen neue zu ersetzen.

    http://img43.imageshack.us/img43/8178/schild2.jpg
    Erst jetzt schrauben wir die beiden Schrauben am Motorschild ab und nehmen dieses komplett inklusive Stator vorsichtig ab. Normalerweise könnte man an dieser Stelle auch alle Kabel vom Motorschild ablöten, allerdings kann man sich bei vorsichtiger Handhabung diesen Schritt bei vielen Modellen ersparen da die Kabel genügend Spiel haben.

    http://img844.imageshack.us/img844/9260/schild3.jpg
    Den nun freigelegten Rotor können wir nun mit einer Pinzette einfach herausziehen, nur bei starker Verharzung muss man zur biologischen Multi-Zange (Hand) greifen und sehr behutsam versuchen mit zwei Fingern den Rotor los zu bekommen. In keinem Fall Gewalt anwenden da dies zu Beschädigungen am Rotor führen kann!

    Reinigung:
    http://img62.imageshack.us/img62/7494/kollektor.jpg
    Nun greifen wir zum ersten Taschentuch und legen den soeben ausgebauten Rotor hierauf ab und geben etwas Reinungsdestillat (weniger ist mehr!) auf alle verdrechten Stellen (Anker u. Welle/Zanhrad). Mit dem Taschentuch lässt sich so nach etwa 2Min. der gröbste Dreck entfernen. Im zweiten Durchlauf widment wir uns dann dem Zahnrad an der Welle, hierzu wird etwas Destillat auf eine Ecke des Taschentuchs gegeben und mithilfe eines kleinen Spitzschraubenziehers durch jede Kerbe des Zahnrads gezogen.

    Hintergrund:
    Wir möchten alle möglichen Rückstände des Märklin-Öls entfernen um eine zukünftige Verharzung ausschließen zu können, selbst nach jahrelanger Lagerung der Lok. Es gab in der Vergangenheit immer wieder diverse Probleme mit Märklin-Öl, teilweise war das Öl immer mal wieder ein Garant für die schnelle Verharzung der Motoren.
    http://img692.imageshack.us/img692/724/kern1.jpg

    Nun widmen wir uns dem Stator und betröpfeln mit unserem Destillat, warten ca. 2Min und gehen dann mit unseren Taschentuch bei um den gröbsten Dreck abzutragen. Hiernach erfolgt ebenfalls ein zweiter Durchlauf mit dem betröfelten Taschentuch um auch den feinen Dreck weg zu bekommen.

    http://img824.imageshack.us/img824/1383/innen1p.jpg
    Nun tröpfeln wir mit unserem Destillat im Gehäuse eine "Pfütze" und geben etwas über die frei liegenden Zahnräder. Dreht nun noch mit gefühl an den angetriebenen Achsen eurer Lok damit das Destillat alle Zahnräder erreichen kann, natürlich müsst ihr das Destillat auch auf der anderen Seite der Zahnräder tröpfeln. Legt die Lok hiernach erstmal beiseite und nehmt euch das Motorschild vor.

    http://img404.imageshack.us/img404/4621/schildinnen.jpg
    Mit etwas Geschick am Schraubenzieher in Kombination mit dem Taschentuch reinigen wir nun das Schild von innen. Nach der Reinigung sollte das Schild umgefähr wie oben zu sehen aussehen.

    http://img97.imageshack.us/img97/2342/innen2k.jpg
    Nach der Reinigung unseres Motorgehäuses sollte es umgefähr so aussehen, natürlich lässt sich hier kein Neuzustand erreichen also seit nicht so streng mit euch.
    Baut den Motor nun erstmal wieder zusammen und lasst ihn einige Zeit stehen.

    Inbetriebnahme:
    http://img11.imageshack.us/img11/6374/testfahrt1.jpg
    Mit der ersten Testfahrt machen wir uns nun die Fliehkräfte zu nutze und lassen das Destillat durchs komplette Getriebe pusten, hierbei machen wir uns zwar die Gleise und beim runternehmen die Hände schmutzig aber unsere Lok wird schon hier nach kurzer Zeit quietschfrei ihre Runde drehen. Fahrt etwa 5-10Min mit der Lok, sollte die Lok kreischen so nehmt sie sofort vom Gleis und schaut genau nach wie weit das Destillat gekommen ist. Normalerweise dient bei dieser Fahrt das vorhandene Destillat als Öl-Ersatz.

    http://img834.imageshack.us/img834/3509/getriebew.jpg
    Nach der ersten Testfahrt reinigen wir nun soweit wie möglich sämtliche Zahnräder vom Getriebe, das meiste haben wir mittlerweile ohnehin an unseren Händen :D

    http://img265.imageshack.us/img265/3786/getriebe2.jpg
    Im nächsten Schritt kommt nun unser Spezial-Schmiermittel zum Einsatz, hiermit tröpfeln wir nun auf jede Welle einen Tropfen und wischen danach alles überflüssige Schmiermittel ab.

    http://img26.imageshack.us/img26/156/testfahrt2.jpg
    Und wieder gehts aufs Gleis zur zweiten Testfahrt!
    Hier fahren wir jetzt auch Stoßweise mit Vollgas und in beide Richtungen, bereits nach kurzer Zeit verschwindet bereits jetzt sämtliches gequitsche innerhalb von weniger als 5min!

    http://img207.imageshack.us/img207/4121/oeler.jpg
    Nach erfolgreicher Testfahrt mit Schmiermittel ölen wir nun wie in der Betriebsanleitung nun noch etwas die Zanhräder vom Getriebe und starten daraufhin die letzte Testfahrt.
    Bei dieser sogenannten Testfahrt fahren wir nun ca. 20min nach belieben vor und zurück in allen Geschwindigkeiten und evtl. auch mit etwas Last. Spätestens hier werdet ihr feststellen das die Lok auch bei niedrigen Geschwindigkeiten ruckfrei und geschmeidig fährt.

    http://img833.imageshack.us/img833/5067/kandidat.jpg
    Unsere Lok ist nun wieder bereit für den normalen Dienst, lediglich die üblichen Haftreifen und Motorborstenwechsel sollten bei Bedarf noch ausgeführt werden!

    Zeitaufwand: ca. 1 - 1,5Std.!
     
  2. Jochen B.

    Jochen B. Guest

    [font='Georgia, Times New Roman, Times, serif']Hallo Revoller,

    klasse Beschreibung mit super Bildmaterial. Danke :thumbup:

    Gruß Jochen[/font]
     

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