Signaltechnik Mein Bau von mechanischen Stellwerken

Dieses Thema im Forum "Betrieb" wurde erstellt von hmmueller, 25. April 2020.

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  1. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Ich beginne hier einen eigenen Thread für meinen Bau von Funktionsmodellen mechanischer Stellwerke. Die bisherigen Postings waren großteils Verweise auf meine Youtube-Videos, deren letztes hier zu sehen ist (unter dem Video sind Verweise zum jeweils vorherigen Video):



    Die folgenden Bilder sollen aber den aktuellen Zustand zeigen, mit den 7 fertiggestellten Hebeln. Ein Youtube-Video zum Hebelbau werde ich hoffentlich bald zusammengestellt haben, das ich dann auch hier verlinke.

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    [​IMG]

    [​IMG]

    Mit ihrer "Schwester", der kleineren Demonstrationshebelbank:

    [​IMG]

    ... und hier in der aktuellen "gewohnten Umgebung":

    [​IMG]

    Als nächstes kommt der "Untergrund", also die Seilrollen, die die Außenanlage simulieren, und die Abtriebe; und natürlich ein Video zum Hebelbau.

    H.M.
     
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  2. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    So - hier ist das Weichenhebelzusammenbauvideo:



    ... wenn man mehr als einen Hebel baut, geht's auch etwas schneller :)

    H.M.
     
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  3. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    ... und hier ist das bisher letzte Video, wo die Hebel auf die Hebelbank gebaut werden:



    Das schaut einerseits schon sehr "fertig" aus - es fehlt aber noch der "Unterbau" (Seilrollen, die die Außenanlage simulieren; und die Abtriebe) und dann natürlich das Verschlussregister (mit den Fahrstraßenhebeln).

    Für den Unterbau habe ich gestern schon die Aluprofile mit den Konstruktionszeichnungen beklebt und alle Löcher gebohrt. Allerdings muss ich vor dem Weiterbau eine neue Maschine bauen, um die Rillen in die Seilrollen zu fräsen: Die zwei bisherigen Verfahren haben eher schreckliche Ergebnisse geliefert, mittlerweile habe ich neue Vorstellung, wie man das etwas sauberer machen könnte (eine Drehbank will ich mir noch immer nicht kaufen - Hunderte Euros nur für die paar Rillen ist es mir nicht wert). Schau'n wir einmal ...

    H.M.
     
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  4. lok527596

    lok527596 Vollbluteisenbahner Mitarbeiter

    Hallo

    warum kaufst Du dir die Seilrollen nicht in einem anderen Bereich ? Die gibt es da tlw. für 80Cent das Stück oder weniger ;)
     
  5. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Das wäre natürlich großartig; und ich habe gesucht, ob ich "halbfertige" Rollen bekomme, die ich für meine Konstruktion verwenden kann - aber ich habe keine einzige gefunden. Hier sind die Konstruktionszeichnungen meiner Rollen, auf 30% Größe reduziert aus den Teilezeichnungen:

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    Die Rollen müssen
    • die passenden Durchmesser haben (50, 46 und 21 mm*) sowie 5mm stark sein (weil die Maße der Hebelböcke und der Anschläge und eine ganze Menge an Abständen bei den Abtrieben darauf abgestimmt sind); einen Millimeter mehr oder weniger in jeder Richtung dürfte die Konstruktion vertragen - aber mehr nicht, dann muss alles umkonstruiert werden (das Maß der 50-Rollen war vorher 48mm - das war einiges an Arbeit, das alles anzupassen);
    • aus Alu (weil ja eine ganze Menge von Gewindelöchern nötig sind - alle Löcher in den Zeichnungen mit @ kriegen ein Gewinde);
    • und in der Mitte ein Loch mit maximal 2,5mm haben (weil ja ein M3-Gewindeloch draus werden muss).
    Wenn Du irgendwo Rollen weißt, die diese Bedingungen erfüllen, dann bin ich Dir sehr dankbar!

    H.M.

    * Wenn ich nur einen der Durchmesser nicht "von der Stange" kaufen kann, dann ist es schon egal: Dann muss ich in die Rollenfertigung einsteigen - und dann kann ich gleich alle Rollen selber fertigen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Mai 2020
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  6. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Kollegen,

    der Schiffs- und Flugzeugmodellbau bietet da unter Umständen auch brauchbare Lösungen an.

    Die Firma Robbe bietet Seilrollen für Segelboote an.
    Die Fa. Krick Modellbau hat sonstiges Zubehör auch was man als Ladegut für die Modellbahn verwenden kann.

    Bei Peters Modellbau Center bekommt man Seil- und Umlenkrollen in verschiedenen Größen.

    Ein Block ist ein Teil eines Flaschenzuges mit einer Umlenkrolle, un die mechanische Kraft zu halbieren, verwendet man zwei Blöcke mit einer Seilrolle benötigt man nur noch ¼ der Kraft.
    Blöcke gibt es auch mit mehreren Umlenkrollen.

    Seilscheiben oder Umlenkrollen sind die gebräuchlichsten Bezeichnungen von Hebezeugen bei industrieller Anwendung.

    Wird eine Vielzahl gleicher Rollen oder Seilscheiben benötigt, könnte eine industrielle Fertigung in Betracht kommen, es gibt im Internet viele Firmen, die sich um nahezu jeden Auftrag freuen.

    LG Ingo
     
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  7. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Danke ... ich habe mich nun doch einmal auf die Suche gemacht, ob's nicht wo was halbwegs Passendes gibt. Bei den genannten Firmen habe ich bishier nichts gefunden (entweder zu klein - viele Umlenkrollen sind das; oder zu dick; oder nicht flach - eigentlich alle) - aber was nichts ist, kann noch werden ...

    H.M.
     
  8. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Nach vielen Versuchen und dem Bau mehrerer Maschinen habe ich nun eine halbwegs einfache Drehmaschine gebaut, die Rillen in Räder dreht. "Drehmaschine" hört sich dabei furchtbar aufwendig an: Tatsächlich sind die Kosten für den Apparat vielleicht 30 EUR - die Teile sind zugeschnitten aus Buchenleimholz, die "Maschine" besteht aus einer Handvoll Schlossschrauben und einer M8-Gewindestange aus dem Baumarkt sowie 6 Kugellagern und einem Drehmeißel ("Abstecheisen") um ein paar EUR von ebay. Wenn's jemand interessiert, kann ich den Apparat kurz erklären ... ist aber schon weit weg von "Modellbahn".

    Damit kann ich nun weiterbauen - Videos gibt es noch keine (hoffentlich in ein paar Tagen), aber auf den folgenden zwei Fotos sieht man die "Abtriebe" zur Betätigung von Schaltern im Unterbau (statt der Schalter könnte man auch direkt mit einem Gestänge zu einer Anlage gehen):

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    [​IMG]

    Als nächstes kommt die "Verseilung", damit das Umlegen der Hebel oben auf der Hebelbank auch unten die Abtriebe bewegt. Bei Einfachhebeln (Weichenhebeln) ist das noch relativ simpel, bei Doppelhebeln mit ihrer verschlungenen Seilführung schon etwas aufwendig.

    Und danach ... beginnt endlich der Abschnitt mit dem Verschlussregister.

    H.M.
     
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  9. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Harald,

    dem Verschlußregister fiebere ich schon sehr gespannt entgegen, denn bauen will ich mir ja auch eines, auch wenn ich eine andere, vereinfachtere Art von Stellhebeln (verlängerten Miniaturkippschalter) verwende, die dann fast wie britische Hebelbänke aussehen aber ohne Handfallen.

    Zur Ansteuerung von Weichen und Signalen verwende ich dann Bouwdenzüge, wie es Modratech in Australien oder "Humpyard" in den USA bewerkstelligte. Letztere Fa. hat wohl wegen Nachfolgermangel die Produktion der recht preiswerten Stellhebel eingestellt.

    Deren Stellhebel waren aber auch sehr simpel konstruiert, die nachzubauen, dürfte nicht sonderlich schwierig sein?

    Aber egal, das Verschlußregister ist von besonderem Interesse.

    Schönen Gruß

    Ingo
     
  10. Stw 82

    Stw 82 Neues Mitglied

    Hallo,

    ein Kollege hat mir die Links deiner interessanten Videos zum Stellwerksbau geschickt.
    Nun freue ich mich, auf Gleichgesinnte getroffen zu sein und habe mich mal im Forum angemeldet.

    Ich baue ein Stellwerk Bauart Jüdel im Maßstab 1:5, als Material verwende ich bevorzugt Eisenblech und
    Messing. Die Seilscheiben gieße ich aus Brittaniametall.

    Das Stellwerk umfasst neben der Blockbank noch zwei Hebelbänke zuzüglich eines Anbaus mit drei Hebelplätzen.
    Hier ein Bild von 2017:

    Probestellen mit Modul 2017.jpg

    Mein Stellwerk sieht aktuell so aus (die Signalhebel warten noch auf die Seilscheiben....):

    DSC_6464.JPG

    Der Verschlusskasten....

    Verschlusskasten.JPG


    Und auch ein kleines Teststellwerk ist in Betrieb:

    Test mit einer Selbstbauweiche Nenngröße IIm .JPG

    Zur Bewegungsübertragung verwende ich ebenfalls Bowdenzüge, damit können die N-Weichen genaus wie die IIm-Weichen gestellt werden.

    Auch ich habe mich ewig gesträubt, eine Drehmaschine zu beschaffen. Aber nachdem mir keine
    Firma meine Hebelschafte zu Preisen drehen wollte, die für mich erträglich waren,
    kam ich doch ins Grübeln. Eine kleine Wirtschaftlichkeitsrechnung ergab dann, dass sich eine
    Hobby-Drehbank (z.Bsp. von Rothwerk oder Güde) recht schnell rentieren könnte. Das Zureden von Kollegen
    tat dann sein Übriges...

    Und neben den Arbeiten für's Stellwerk dient die Drehbank inzwischen auch für viele andere Dinge, zum
    Beispiel zum Abdrehen von Spurkränzen. Auch ist sie sehr hilfreich beim Gewindeschneiden, was bei
    meinem Stellwerk ebenso haufenweise anfällt.

    Noch eine Frage: An welcher Bauform orientierst du dich?

    Grüße
    Jürgen
     
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  11. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Die Frage, die Du beantworten musst, ist, was Du mit "nachbauen" meinst: Man kann ein "Funktionsmodell" (mit Abstufungen der Funktion) bauen, oder ein "optisches Modell", oder beides.
    Die Humpyard-Hebel (siehe z.B. Hump Yard Purveyance mechanical lever kits for interlocking plants) waren eher ein optisches Modell (zwo z.B. die Handfalle in korrekter Größe nachgebildet war), aber nur ein einfach(st)es Funktionsmodell (die Handfalle hatte keine Funktion - ich denke sogar, dass sie abbrach, wenn man sie zog).

    Optische Modelle sind eher ein "PITA" zum Nachbauen - Menschen können bis auf 1/20mm genau sehen, und wenn man ungenauer baut, "sieht das jeder". 1/20mm Fertigungsgenaugkeit bringt man aber von Hand kaum hin - da muss man sich spezielle Vorrichtungen und Werkzeuge bauen. Humpyard hat die Plastikhebel ja sicher in Formen spritzgießen lassen und nicht von Hand gebaut - so eine Form kostet aber schon in einfachen Fällen ein paar Tausend Euro (weiß ich, weil ein Bekannter von mir für mein anderes Hobby, das Anfertigen von Drehorgelrollen, sich sowas machen hat lassen - wirlich primitiv, eine Scheibe mit angegossenem Sechskant). Daher bezweifle ich, dass Du den optischen Nachbau dieser Hebel schaffen wirst ... ich könnte es nie.

    Funktional hingegen sind (bzw. waren) die Humpyard-Hebel primitiv - ein zweiarmiger Hebel: Das kann man mit einem Vierkantholz und einem Nagel als Achse nachbauen; man braucht dazu grad mal einen 2mm-Bohrer und eine Laubsäge. Das kann praktisch jeder.

    Allerdings ist man (Du vermutlich auch) mit so einem primitiven Hebel erstens nicht wirklich zufrieden - er soll schon "echter aussehen". Aber wieviel Zeit und Geld und Gehirnschmalz man nun in welche Verschönerungen steckt, das muss jeder selber wissen. Mit 3D-Druck kann man da bis zu den 1/20 mm gehen und trotzdem was bezahlbares zusammenbringen ... muss dann aber auf der funktionalen Seite aufpassen: Denn die Kräfte bei der Bedeinung eines Hebels muss man schon verstehen, um Material und Konstruktion richtig auszuwählen ... was dann doch wieder teurer werden wird als ein rein optisches Modell.

    Und dann reicht ein noch so schöner optischer und funktional einfacher Nachbau nicht, wenn man an's Verschlussregister will: Denn ein Verschlussregister sperrt nun mal Handfallen; also muss man die funktional nachbauen - und das ist schwierig.
    Die Alternative ist, die ganzen Hebel zu sperren - war ja in alten Stellwerken in Britannien auch so. Das Problem damit ist, dass die Kräfte durch den längeren Hebelarm noch größer werden, sodass das Verschlussregister noch stabiler und auch genauer sein muss - was man auf der einen Seite an Einfachheit gewinnt, verliert man also auf der anderen.
    Ich baue momentan eine eher aufwendige Variante eines funktionalen Modells. Ob und wie man die "abrüsten" kann, sodass sie mit einfacheren Mitteln auch noch zufriedenstellende Ergebnisse leifert, weiß ich nicht; und werde auch nicht jetzt beantworten - jetzt muss ich einmal meine Konstruktion fertigkriegen, und das wird noch ein paar Monate brauchen.

    Danach habe ich aber schon den Ehrgeiz, die einzelnen Teile - Rahmen, Hebel, Unterbau und Verschlussregister - möglichst zu vereinfachen. Ein Selbstbau ohne bestimmte Werkzeuge wird dann noch immer nicht gehen - das, behaupte ich einmal, wird niemand hinbringen, weil ein solcher Stellwerksapparat eben gewisse Dinge schon tun und können muss ...

    ... aber danach kann man (und werde ich) natürlich drüber nachdenken und vor allem diskutieren, wie man sich die Arbeit aufteilen kann: Einen Teil mache ich, einen Teil vergibt man professionell (Rädersägen ist so lustig auch nicht ...), und einen Teil baut der werte Endbenutzer (zusammen). Da stellen sich natürlich dann viele Fragen, nicht zuletzt zu Qualität und zu Kosten ... aber alles zu seiner Zeit!

    H.M.
     
  12. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Hallo Jürgen -

    OOK hat mir übers Mapud-Forum auch schon Deine Konstruktion gezeigt - ich wollte mich eh mit Dir in Verbindung setzen; insbesondere würde ich gern einmal ein Video machen, wo ich/wir/Du Deine Konstruktion auf Youtube vorstellen ... wir haben (siehe auch gleich meine Erklärung) denn doch verschiedene Ansätze (was ja gut ist), die man glaube ich gut gegenüberstellen könnte ... dazu melde ich mich aber getrennt!

    Nur ein wenig zu Deiner letzten Frage, und meiner Motivation:
    Gute und wichtige Frage; die Antwort ist tatsächlich: An gar keiner - und das aus gutem Grund: Als Österreicher würde ich natürlich ein 5007er-Stellwerk bauen (das österreichische Regelstellwerk, das es zu Tausenden gab; in Österreich steht nur mehr eine Handvoll, in Tschechien und der Slowakei ein paar mehr, sicher auch noch welche in Kroatien, vielleicht in der Ukraine ... ja, soweit ging die alte Monarchie), mit Hebeln in Grundstellung nach unten, hochliegendem Verschlussregister, Knebeln für die Fahrstraßenschieber usw. Aber daneben gab's auch die 3414 mit Steigbügel-Signalhebeln und die SBW500 ...

    Aber die Mehrheit der Modellbahner sitzt nun einmal in Deutschland, und die glauben, dass Hebel in der Grundstellung nach oben stehen müssen, dass man Fahrstraßenhebel braucht, dass das Verschlussregister eher tief liegt ... wobei ja auch in Deutschland vieles andere gebaut wurde, das ganz anders aussah, z.B. auch Signalkurbeln, zeitweise eher als Regel - von Bruchsal, Jüdel, auch bei der Einheit, von Z&B usw.

    Und dann gibt's noch die Schweizer, die bis in die letzten Tage der mech. Stw. Gestängehebel verwendet haben ...

    ... also will ich das alles können. Ich baue also lieber eher funktionale Modelle, die nur eine Anmutung von mitteleuropäischen Stellwerken haben; und mache mir die Konstruktion so einfach wie möglich (aber so kompliziert wie nötig). Und weil ich ja sowas wie Gruppenantriebe der Einheit (oder Neutralschieber beim 5007) auch konstruieren will, kann ich sowieso keinen Maßstab einhalten - einen Gruppenantrieb im Maßstab 1:5 bringt nur ein Feinmechaniker hin; und ich bezweifle, dass der dann - wenn er nicht aus Stahl ist, was ich wiederum nicht als Material verwenden werde, aus Fertigungsgründen - seine Funktion sicher ausübt.

    Außerdem will ich ja auch erklären - siehe meine Videos. Und ich habe schon mehrmals festgestellt, dass manche Leute glauben, dass man die Funktionen von mech.Stw. nur so wie bei der Einheit realisieren kann, was natürlich Blödsinn ist (z.B. hat mich jemand gefragt, ob bei meinem Verschlussregister die Verschlussbalken auch funktionieren, d.h. sich auf und ab bewegen. Antwort: Ja, sie funktionieren - aber natürlich bewegen sie sich nicht auf und ab, weil das eine aufwendig zu erreichende Bewegungsrichtung ist; bei den meisten realen Stellwerkentypen wird der Verschluss ja auch auf andere Art bewerkstelligt - also gibt's keinen Grund für "auf und ab") - daher will ich Varianten vorstellen. Momentan bin ich noch lange nicht soweit ... aber das wird noch!

    Der obige lange Text erklärt auch, wieso ich mir keine Drehbank kaufe: Die Hebelschäfte (bzw. -griffe) schleife ich mit einer Schleifmaschine zylindrisch - das geht schnell und einfach und ist gut genug (ich könnte sie noch polieren - aber das wäre ja nur optische Zutat). Was ich rund brauche, sind die Seilrollen - und die haben 50mm Durchmesser, d.h. da reicht keine Kleinstdrehbank, sondern es müsste sowas wie bei Dir her. Für die paar Räder ist's mir das aber wirklich nicht wert. Modellbahn habe ich keine, und ich werde mir so schnell keine bauen (vermute ich - höchstens als Demo-Anschluss für ein Stellwerksmodell), daher kann ich eine Drehbank dort auch nicht weiternutzen ... so ist das halt.

    H.M.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Mai 2020
  13. Stw 82

    Stw 82 Neues Mitglied

    Hallo Harald,

    jetzt habe ich mich erst einmal zu den österreichischen Stellwerken schlau gemacht, die gehörten bisher noch
    nicht zu meinem "Beuteschema". Ich freue mich über einen interessanten Informations- und Gedankenaustausch.

    Mein Ziel ist eine möglichst vorbildgerechte Abbildung der Stellwerksbauform.
    Für den Maßstab 1:5 habe ich habe mich nach Tests mit unterschiedlich großen "Musterweichenhebeln" entschieden.

    In dieser Größe -denke ich- viele Funktionalitäten stabil fertigen zu können, welche auch ihrer Aufgabe gerecht werden,
    zumal ich vorwiegend Stahl und Messing verarbeite. Danach habe ich auch meine gesamte Konstruktion ausgelegt (d.h., ich habe vor ca. 35 Jahren wärend meiner Tätigkeit auf dem Stellwerk alles vermessen und dann etwas modifiziert). Natürlich gehe ich da auch Kompromisse ein, mehrheitlich bei kleinen Details, die "Nietenzähler" würden da sicherlich fündig werden. Weitere Abweichungen zum Vorbild entstehen vordergründig durch fehlendes Spezialwerkzeug(z. Bsp Fräse, 3-D-Drucker) oder der Fertigungstechnologie (so ist der Hebel statt aus einem Guß aus mehreren Teilen "aufgebaut", der Hebelbock zum Beispiel aus drei Teilen).

    Die Massenteile des Hebels habe ich mir deshalb auch in ausreichender Zahl lasern lassen. Bei Frästeilen bekomme ich Unterstützung von Freunden und Kollegen. Am Anfang meines Stellwerkbaus vor 35 Jahren habe ich die Hebel- und Blockbank (2 mm Stahlblech) noch mit der Laubsäge ausgesägt, auch die ersten zwei Hebel. Dann kam eine laaange Pause.....

    Im Forum "Spur-Null-Magazin" gab es auch mal Vorstellungen von Stellwerken, welche sich an Vorbildern orientierten undrecht gut f unktionieren (z. Bsp. hier: Mechanisches Stellwerk - Anlagenbau 1: Planung und Gleisbau - Spur Null Magazin Forum).

    Bei einer Reihe von Teilen habe ich mit Tests probiert, wie stabil das Ganze werden muss. Bedenken habe ich zum Beispiel bei der Wiederholungssperre, da werde ich eine elektromagnetische "Nachbildung" im Verschlusskasten verstecken und dort die Kräfte an der Signalschubstange abfangen.

    Bei manchen Teilen wirken gar keine so großen Kräfte wie angenommen, so zum Bsp bei der Ansteuerung der Signalschubstangen in der Stellrinne der Signalseilscheibe. Auch sind die Kräfte in meinem Blockkasten und bei der "Testblocksperre" beherrschbar, bei roher Gewalt geht natürlich auch dort etwas kaputt.

    An ein Video habe ich auch schon mal gedacht, das ist allerdings für mich ein Zeitproblem. Derzeitig dokumentiere ich erst einmal alles in einzelnen "Bauanleitungen", um bei späteren Bauvorhaben nicht noch einmal alles neu erfinden zu müssen.

    Grüße
    Jürgen
     
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  14. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Schön!, und, wie gesagt, andere Zielvorstellung als meine. Ich weiß nicht, ob Du schon in meinem Stellwerke-Blog geblättert hast, dort siehst Du, dass ich mich seit jeher für "alle Stellwerke der Welt" interessiert habe; die einzelnen Bauformen - auch z.B. englische Stellwerke - sind insofern nur verschiedene Lösungen gleich(artig)er Probleme. Und da es ja beliebig viele Anlagen mit Mischformen gibt - insbesondere auch in Österreich, weil es in der unseligen Zeit 1938-1945 "deutsche Vorstellungen übergestülpt" bekam -, sehe ich "reinrassige" Bauformen eher als "Ausnahme" an (auch wenn natürlich viele Bahnhöfe, und Stellwerke, Anlagen genau eines Typs hatten).

    ... da bist Du beim selben Maßstab angekommen wie die Stellwerksbauer von Demo-Modellen in den 1880er Jahren :) - auch diese Modelle sind großteils aus Stahl, teils aus Messing: Insofern wird Deine Annahme, dass das "so geht", sicher zutreffen!

    Eine Frage fällt mir schon ein: Wie weit gehst Du mit der funktionalen Nachbildung der (ich nenne das so - keine Ahnung, wie man's richtig(er) nennen soll) "Sekundärfunktionen"? - das sind die Funktionen, die Probleme der Anlage, und teils der Bedienung, abfangen, u.a.:
    - Auffahren von Weichen - sollen Deine Hebel dann ausklinken?
    - Unterwegssperre bei Signalhebeln
    - Drahtriss - Jüdel hatte ja zweirollige Hebel im Angebot, die bei Drahtriss durch gegenseitiges Verdrehen der Rollen ebenfalls ausklinkten;

    Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich nur die "Primärfunktionen" = "Abhängigkeiten" funktional nachbilde, weil's mir um Einfachheit geht - ich will auch in wenigen Monaten fertig sein mit der Gesamtkonstruktion. Aber ein Grund ist eben, dass ich mir dann die Zeit für mindestens einige Funktionsvarianten anderer Stellwerkstypen nehmen will ... ein zweiter ist mein extremer Geiz: Ein Stellwerk soll nicht mehr als einige Dutzend EUR an Material, und im Endzustand nicht mehr als einige Tage an Arbeit kosten. In einem gewissen Sinn möchte ich was "möglichst wenig Beeindruckendes" bauen, damit es vielleicht auch andere nachbauen können

    Danke - muss ich mir anschauen!

    Von einem Blockaufsatz bin ich noch weit weg, und damit auch von evtl. Blocksperren ... Natürlich hab ich Handskizzen gemalt, aber ob das überhaupt gehen kann mit meiner Alu-"Technologie" ...

    Wie machst Du es überhaupt mit den Blockfeldern? - die sind ja im Maßstab 1:5 eher Uhrmacher-Projekte, wenn man sich z.B. die Abmessungen und Überdeckungen der "Halbachse" beim Niederhalten der Riegelstange ansieht ...

    .. ich überred' Dich schon noch dazu :)

    H.M.
     
  15. Stw 82

    Stw 82 Neues Mitglied

    Hallo Harald,

    Das Blockwerk funktioniert wunschgemäß.

    Die Funktion der Halbwelle habe ich nachgebildet, solche Sachen wie Nachdrückklinke fehlen.
    Ich habe ein funktionstüchtiges Blockfeld zum Testen gebaut, die anderen vorbereitet. Sieht etwas unordentlich aus, aber mit
    meinen damaligen Möglichkeiten und Fertigkeiten hat es mir erst einmal gereicht.

    DSC_0025.jpg

    Die Blocksperren sind aus Alu; bei 3 mm Stärke halten die schon einiges aus.

    DSC_5971.JPG

    Diese Konstruktion von 1985 werde ich allerdings mit der heutigen Erfahrung noch einmal überarbeiten.
    Damals bin ich mehr Kompromisse eingegangen, aber heute habe ich andere Möglichkeiten und anderes Werkzeug.

    Zu den "Sekundärfunktionen", wie du sie nennst, gibt es verschiedene Aspekte:

    Drahtbruch sollte - insbesondere beim Fahrbetrieb zu Modellbahntreffen - nicht auftreten.
    Deshalb habe ich keine Ausscherfunktionen vorgesehen, sondern habe mir besonders reißfestes Material
    als Drahtseilimitation gekauft

    Die Unterwegssperre wird nur funktionstüchtig nachgebildet,
    wenn ich die Signalscheiben aus Zamak Gießen kann und nicht aus dem weicheren
    Brittanniametall. Das Gießmodell der Seilscheibe habe ich mir von einem Freund fertigen lassen, es entspricht im Aufbau
    dem Vorbild und kann alle Funktionen erfüllen. Die Stellrinne wird wie beim Vorbild zum Ansteuern der Signalschubstange dienen.

    DSC_3653.JPG

    Dazu muss ich erst noch testen, ob und wie das Formsilikon die höhere Schmelztemperatur des Zamak verkraftet.
    Wenn das gut geht, dann wird es bei Signalen, die auf eine Wiederholungssperre wirken, auch beim Umstellen entsprechend "klackern".

    Bei der Modellbahn funktioniert in der Regel das Auffahren von Weichen nicht. Entweder ist der Weichenantrieb zu
    kräftig ober ein Kurzschluss verhindert sowieso die Weiterfahrt (es sei denn, man kommt mit richtig Schwung). Selbst bei Bowdenzugantrieb
    (wie bei mir) sind die Modellfahrzeuge zu schwach, da überhaupt etwas zu bewegen. Also habe ich die Möglichkeit des Ausscherens
    nicht berücksichtigt.

    "Überreden" wird nicht nötig sein - die Zeit fehlt im Moment. Das wird sich aber irgendwann bessern.... :)

    Grüße
    Jürgen
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Mai 2020
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  16. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Hallo Jürgen, und alle -

    das schaut nicht schlecht aus - macht mir etwas Mut für die fernere Zukunft, wo ich mich ja doch Blockfeldern irgendwann widmen werde, weil sie zu mechanischen Stellwerken "dazugehören". Vorerst kämpfe ich mit meiner Technik (Räderrillendrehen geht, aber das Blatt meiner Bandsäge ist verschlissen und läuft aus der Spur => neue bestellen!) und mit dem Plan, wie's weitergeht (ich theoretisiere gerade herum, wie man die grundlegenden Prinzipien von Verschlussregistern erklärt ... vielleicht entsteht am Wochenende schon was dazu.

    Jedenfalls gibt es nun ein neues Video, das zeigt, wie ein Abtrieb im "Unterbau" der Hebelbank entsteht:



    H.M.
     
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  17. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Noch ein weiteres Video gibt es, das das "Verseilen" eines Weichenhebels mit dem Abtrieb im Unterbau (der ja die Außenanlage simuliert) zeigt:



    Ich habe auch versucht, ein Video vom Verseilen eines Doppelhebels zu machen - leider habe ich zu viel außerhalb des Kamerabereichs gearbeitet; und außerdem ist das eine langwierige und daher auch für den Zuschauer langweilige Tätigkeit. Wenn das unbedingt jemand einmal sehen will, schneide ich halt von einem Doppelhebel das Garn herunter und verseile ihn nocheinmal ...

    Damit fehlt von meinem aktuellen Demonstrationsmodell "nur mehr" (nach Rahmen, Hebeln und Abtrieben) der vierte Teil, nämlich das Verschlussregister.

    Ich habe vor, dieses Wochenende wenigstens ein "Theorie-Video" drüber zu machen: Wie kann man Verschlussregister prinzipiell bauen, und welche dieser Varianten wurden bei welchen Stellwerkstypen verwendet. Ein weiteres Video wird sich natürlich mit dem Verschlussplan beschäftigen, und wie man daraus den Bauplan ableitet (ja, man braucht für ein Verschlussregister einen eigenen weiteren Bauplan, beim Einheitsstellwerk heißt der - glaube ich - "Verschlußanordnung", aber es gibt da einen anderen Namen ... finde nur grad meine Unterlagen nicht).

    Und wenn dann die neuen Bandsägeblätter da sind, kann ich auch mit dem Bau beginnen!

    H.M.
     
  18. Stw 82

    Stw 82 Neues Mitglied

    Hallo Harald,

    der Bauplan wird tatsächlich als "Verschlussanordnung" bezeichnet. Die Darstellung entspricht in der Regel der Hinteransicht des Block-und Hebelwerk mit "Draufsicht" auf den Verschlusskasten.
    Von dieser Seite bauen ja die Kollegen dann auch.

    Grüße
    Jürgen
     
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  19. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    ... danke für schnelle Nachhilfe, dann muss ich nicht so dringend meinen "Stapf" suchen, der irgendwo herumliegt.

    H.M.
     
  20. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Endlich: Verschlussregister.

    Mein erstes Video dazu ist eher eine Vorlesung darüber, welche grundlegenden Konstruktionen Signalbauanstalten dafür erfunden haben. Die Einteilung verdanke ich H.Wägli, der sie in seinem "Hebel, Riegel und Signale" eingeführt hat; ich habe sie ein wenig erweitert und komme nun auf fünf Grundtypen, unter die ich Stellwerke von Siemens, Jüdel, Schnabel und Henning, den Südbahnwerken, Zimmermann und Buchloh und einigen anderen einreihe - insgesamt also ein "technisch-historischer Rückblick":



    Mit der Projektierung meines Modell-Verschlussregisters wird es in einigen Tagen weitergehen.

    H.M.
     
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