Signaltechnik Mein Bau von mechanischen Stellwerken

Dieses Thema im Forum "Betrieb" wurde erstellt von hmmueller, 25. April 2020.

Schlagworte:
  1. Stw 82

    Stw 82 Neues Mitglied

    Hallo Harald,

    das Video ist dir gelungen - ich bin jetzt erst dazu gekommen, es mir in Ruhe anzusehen. Eine bessere Erklärung steht in den Lehrbüchern auch nicht. Für mich sind vor allem die historischen Rücklicke interessant gewesen. Deine "einfach gestrickten" Funktionsmodelle finde ich genial und sehr anschaulich. Auf Dein Modell-Verschlussregister bin ich jedenfalls schon mal gespannt...

    Grüße
    Jürgen
     
    hmmueller gefällt das.
  2. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Vielen Dank - freut mich, das Lob von einem Fachmann!

    Wird noch ein paar Tage dauern bis zum Register ... und am Ende des Tages ist es gar nicht kompliziert - soll's ja auch nicht sein; wenn dann nicht die "Spezialitäten" wären, wie besondere Ausschlüsse und (später einmal) Neutralschieber/Gruppenverschluss usw. Auf Signalschieber verzichte ich momentan noch (weil sie erst beim Vorhandensein eines Blockwerks nötig werden) - aber sie werden kommen, allerdings ziemlich sicher so angetrieben wie beim 5007, nämlich auch von der Handfalle und nicht von einer getrennten Verbindung wie bei Jüdel/Einheit ... aber kommt alles.

    H.M.
     
  3. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Harald,

    Zimmermann & Buchloh hatte nicht nur, so wie du es nennst RR Verschlußregister konstruiert sondern wohl auch RT Register mit verschiebbarem Verschlußbalken.
    Die Handfalle löste aber eine, an einer Welle befindlichen Klinke aus, über oder unter der sich dann der Verschlußbalken schieben konnte, wenn man den Ausführungen auf Stellwerke.de glauben darf.
    Zimmermann & Buchloh verwendeten aber für Preußen die eher "untypischen" Schubstangen zu den Weichen und Signalen, ähnlich der Bauart Saxby & Farmer.

    Bei den Weichen und Signalhebeln gab es wohl aber beide Varianten mit Seilzugstellung bis in den Stellwerkskeller und wie in England typischen Stellhebeln, wie man das beim Berliner Modell im Technikmuseum bewundern kann.



    Schönen Gruß,

    Ingo
     
  4. Stw 82

    Stw 82 Neues Mitglied

    Hallo Ingo,

    es ist etwas anders als du schilderst:

    Durch die Handfalle wird eine quer zur Hebelbank in dem Verschlusskasten befindliche Welle gedreht, an welcher in Achshöhe eine Art Längsstreben befinden. Die Verschlussstücke befinden sich auf der Fahrstraßenschubstange. Je nach Drehstellung dieser Halbwelle kann sich ein Verschlussstück über die Strebe oder unter die Strebe schieben.
    upload_2020-5-27_22-52-58.png

    Bei www.stellwerke.de - Mechanische Stellwerksbauformen (Willmann-Zimmermann&Buchloh) wird das auch so dargestellt.

    Bei den in Blumenberg (auch Preußisch) errichteten Stellwerken Bauart Z&B werden die Weichen allerdings über Seile angetrieben.

    Grüße
    Jürgen
     
    hmmueller gefällt das.
  5. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Hallo Jürgen,

    In zweierlei Hinsicht, ganz lieben und herzlichen Dank.
    1.) Danke für diese 3 - D Zeichnung.
    2.) Danke, daß du mir geholfen hast, die Logik zu verstehen aber auch Danke zu der Erklärung von Harald, dessen sehr anschauliche Videos, diese Technik, leicht verständlich machen.

    In deiner 3 - D Zeichnung ist die Handfallenauslösung der Drehbewegen, leicht verständlich und nachvollziehbar erklärt.
    .
    Vermutlich sind die – Verschlußstücke die niedrigen Bauformen und die + Verschlußstücke die höheren Bauformen auf dem Verschlußbalken?

    Mit der Handfallenschubstange wird eine Auf- und Abwärtsbewegung an der Drehbar gelagerten Strebe erzeugt.

    Über Zimmermann & Buchloh konnte ich ferner in Erfahrung bringen, daß sie auch stationäre Industriedampfmaschinen, sowie Kugel-, Walz- und Rollenlager entwickelten, herstellten oder verbesserten.

    Für mein zu konstruierendes Stellwerk möchte ich mal Versuchen, mich mit der Bauart Zimmermann & Buchloh auseinanderzusetzen, ob es mir gelingt, werden verschiedene Versuche zeigen.
    Ich habe da schon ein paar Ideen.
    Für meine ersten Versuche verwende ich aber Holz und Metall.
    An Stelle von Weichen- und Signalschubstangen zu den Weichen und Signalen, werden Bou.wdenzüge verwendet, dazu später mehr in einem Separatem Beitragsstrang

    Schönen Gruß,

    Ingo
     
    hmmueller gefällt das.
  6. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Hallo Jürgen - danke für diesen Update, die Zeichnung hab ich irgendwann schon einmal gesehen, aber längst wieder vergessen!

    Hallo Ingo - danke für die Blumen :). Und die Idee mit den Bowdenzügen ist natürlich gut - macht Jürgen ja auch so; und muss ich einmal anschauen, wo man die bei mir einhängen könnte.

    Grüße
    H.M.
     
  7. Stw 82

    Stw 82 Neues Mitglied

    Hallo Ingo,

    in diesem Buch

    upload_2020-5-28_21-5-14.png

    findest Du einiges zu Z&B. Wenn du gerade keines kaufen kannst, gibt es u.a. bei "book.google.com" auch manchmal Leseproben, da fehlen allerdings zwischendurch Seiten. Trotz der kleinen Einschränkungen bekommt man die Funktionsweisen, Zusammenhänge und fachlich richtigen Bezeichnung der Funktionsteile und-gruppen aus erster Hand!

    Weil wir gerade bei richtiger Bezeichnung sind: die Stangen vom Hebel zu den Weichen und Signalen werden als "Gestänge" bezeichnet, "Schubstangen" befinden sich im/am Hebelwerk (z. Bsp. im Verschlusskasten).

    Beim Konstruieren ist es sehr von Vorteil, von Beginn an möglichst auch die "Original" Fachbezeichnungen zu benutzen, sonst kommt man durcheinander. Mein Weichenhebel besteht aus 46 Einzelteilen (Zugzüglich Schrauben etc.), zu denen ich mich während der Konstruktion auch mal mit Signalwerkern unterhalten habe. Da ist es wichtig, dass beide vom Gleichen reden... Ich habe mir damals während meiner Bauerei in den 80'ern das Facharbeiter-Lehrbuch für die mechanische Stellwerke gekauft und konnte da schon mal sehr viel vom "Fachjargon" aufsaugen.

    Grüße
    Jürgen
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Mai 2020
  8. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Jürgen,

    Mir bereitet derzeit Richard Kolle sehr viel Freude, mich in diese "Materie" einzulesen.

    Seine Publikation wurde in elektronischer Form ins Internet gestellt und läßt sich als Pdf Datei herunterladen.

    Schönen Gruß

    Ingo
     
    Stw 82 und hmmueller gefällt das.
  9. hmmueller

    hmmueller Mitglied

    Hallo Ingo -

    danke für den Link. Ich hab mir das vor 2 Jahren oder so schon einmal heruntergeladen, aber natürlich darauf vergessen!

    Interessant für diese alte historische Entwicklung ist auch - ebenfalls bei eveking.se - das 10 Jahre ältere (1878) Buch "Ueber Weichenthürme und verwandte Sicherheits-Vorrichtungen für Eisenbahnen" von W.Clauss, aus dem man viel lernen kann (absolute Maximalgeschwindigkeit der Züge offenbar 45 km/h, nämlich 1 1/3 Minuten für jeden Kilometer).

    Und dann muss man natürlich Max Maria von Webers manchmal ziemlich untergriffiges und böses Traktat "Das Telegrafen- und Signalwesen der Eisenbahnen" von 1867 lesen - gibt es auch als Scan am Internet, Link habe ich grade nicht zur Hand.

    In der anderen Richtung gibt es von ca. 1900
    • den Scheibner; nur den zweiten Band von 1906 über die Stellwerke habe ich online gefunden
    • den 2.Band, 4. Abschnitt der "Eisenbahntechnik der Gegenwart" von 1901 von Scholkmann - gibt es auch online, an mehreren Stellen (3 Teile, mit S.889-1158, S.1159-1316 und S.1317-1668).
    Damit hat man so im "Zehnjahrestakt" (Weber 1867, Clauss 1878, Kolle 1888; und 1901 Scholkmann bzw. 1906 Scheibner) Literatur zum jeweiligen Stand des Signal- und Stellwerkswesens ... wenn man die 1500 oder so Seiten durchgelesen hat :)

    H.M.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Mai 2020
    Atlanta und Stw 82 gefällt das.
  10. Stw 82

    Stw 82 Neues Mitglied

    Hallo,

    was man aus solcher alten Literatur nicht
    alles entnehmen kann. Mein dickes Buch zur Eisenbahnsicherungstechnik, welches ich mir 1980 für's Studium zugelegt habe (war neben der Eisenbahnbetriebslehre eines der Hauptfächer), enthält nur noch Ausführungen zur Bauart Einheit, ansonst elektromech. und Gleissbild.

    Grüße
    Jürgen
     

Diese Seite empfehlen

Wir benutzen Cookies für die statistische Auswertung deines Besuchs. Mehr dazu erfährst du in unserer Cookie-Richtlinie und kannst deine Entscheidung dort auch widerrufen: Cookie-Richtlinie. Du kannst auch nur notwendige Cookies laden.

Akzeptieren