Komplettanlage Modellbau auf brasilianisch

Dieses Thema im Forum "Anlagenbau" wurde erstellt von Roman, 9. März 2010.

  1. Roman

    Roman Neues Mitglied

    Liebe Modelleisenbahner,
    erst jetzt bin ich zufällig auf dieses Forum gestossen und bedauere, dass dies schon nicht eher geschah. Ich will meinen Werdegang dieses Hobbys nicht weiter ausführen, der erste TT Startset von Zeuke war der Startschuss als Halbwüchsiger, das erste Roburmodellfahrzeug mit Hänger der Hit, später versuchte man auf Tauschbörsen den fehlenden Westonkel wettzumachen und begehrte Modelle zu ergattern. Selbst so manches Militärmodell der anderen Seite fand den Weg über die Grenze. Aber wenn schon T 55 und W 50, da mochte man auch die Gegenseite positionieren. Ein Verwandtschaftsbesuch verleitete zum Schmuggel, Militärmodelle zerlegt im Unterfutter, grübelnd wie alles wieder zusammenzu fügen. Das ist Geschichte und heute mehr zum schmunzeln, doch hatte jedes dieser Modelle einen ganz anderen Wert wie einfach so in den Laden gehen und kaufen können.

    Dann ging es auf und ab. Umzüge, Platzprobleme, mal Feldbahnen, Diorahmen, mal Ho, dann wieder N und dann der Schwur das war wirklich die letzte Anlage. Mit grosszügigem verschenken der Schätze die man angesammelt, wollte man gewaltsam einen Schlussstrich ziehen. Aber das ist wie eine Grippe, sie kommt immer wieder über einen und sei es in der Wüste. An der Stelle übertreibe ich etwas, ich befinde mich im Nordosten von Brasilien, doch das ist mit Modelleisenbahnerwüste fast gleich zu setzen.
    Da an anderer Stelle hier grosses Interesse bekundet wurde über einen N Bahner aus Brasilien will ich auch mal aus meiner Sicht versuchen was beizusteuern. aus Existenzgründen habe ich meinen Wohnort vor 8 Jahren nach Brasilien verlegt, nahe dem heutigen Hartz 4 galt es erstmal in einer neuen Welt Fuss zu fassen und halbwegs den Lebensunterhalt zu sichern. So muss ich mir auch heute überlegen was ich mir leisten kann und was nicht. Doch vor zwei Jahren war das Uebel nicht mehr aufzuhalten. Stets wenn ich Besucher vom Flugplatz hier in Salvador abholte, zog es wie ein Magnet in einem kleinen Laden, der sich hochtrabend Modellladen nennt. Doch wenn man bedenkt, dass es das einzige Lädchen im ganzen Bundesstaat Bahia ist, der hat immerhin die Grösse von Frankreich und auch nicht gerade kleine Städte hat, dann ist das bezeichnend welchen Stellenwert der Modellbau hat. Wenn ich gewusst hätte mich darüber auszulassen, hätte ich dort mal ein paar Fotos gemacht. Neben sündhaft teueren Revellmodellen, Modellautoramsch gibt es auch HO Modellbahnen. Ohne der Spezialist zu sein ordentlich solid gefertigt und man kann es durchaus als modellgerecht bezeichnen. Die Firma heisst „Fratschi“. Soweit so gut, auch im Internet ist ein ordentlicher Auftritt, doch der Laden wird wohl nur einmal oder zweimal im Jahr nach dem Zufallsprinzip beliefert, bestellen kann man nichts. Da ist es schon übel, wenn mir der Trafo in sich zusammenfiel weil ich eine Zange vergessen hatte von den schienen zu nehmen. Eine Sicherung gibt es nicht. Dann stand nur zur Auswahl, Standmodell oder noch mal tief in die Tasche greifen und noch ein komplettes Startset kaufen. Genauso ist es mit den Schienen, Startset Kreis mit zwei geraden Schienen. Der rührige Verkäufer erinnerte sich , auch Meterware war mal im Laden, fand dann ein paar Reste davon im Laden , wenn auch halb zerbröselt und teilweise nur mit einer Schiene, aber immerhin, man ist ja improvisieren gewöhnt, das war in der verblichenen DDR so und ist hier tagtäglich gefragt. Aber schon ein sauberes Trennen war ein Kunststück ohne ordentliche Zange. Schlimmer später noch ein Lötkolben der Marke „China“ der zuverlässig kalte Lötstellen fabrizierte und Draht der zuverlässig nach dem abisolieren beim Verschrauben abbricht. Zuverlässig recht guten Draht konnte ich aus den ständig dahinscheidenden Computernetzteilen gewinnen.
    Nebenher, von anderem Spuren ausser HO von dieser einen Firma ist mir nichts bekannt. die Firma beschränkt sich bis auf ein paar sehr einfachen Hausbausätzen auf den Fahrzeugpark. Dann gibt es noch Bäume, doch zum Preis eines solchen kann ich meine Familie zwei Tage beköstigen und das würde Unwille erzeugen. also, zum Chinesen und Blumensträucher zerpflücken. unregelmässig gibt es auch Streuselmehl, ansonsten muss man eben bei Tischler unter seiner Säge kehren. auch musste ich vergessen, ordentliche Unterlagen für die Schienen fertigen zu lassen, man muss wissen, hier ist das Holt so hart, man bekommt ohne vorbohren nirgends einen Nagel hinein. einmal gebohrt, Bohrer ausgeglüht oder abgebrochen. Hut ab vor den Leuten hier die am Ende sogar Dächer mit dem Fuchsschwanz zusammensägen.
    Ja, und wenn es einmal passiert, fehlt dann natürlich wenigstens mal neben einer Weiche oder Nebengleis ein Schalter. Theoretisch gibt es ihn, aber vom Preis mal abgesehen, um eine Weiche zu schalten braucht es im Gegenwert etwa 22 Liter Bier vom Feinsten im Gegenwert. In einem Land wo trinken lebenswichtig ist, ein hoher Preis und beim letzten Mal war der Laden nach meinem dort sein trotzdem anschliessend schalterlos. Dann müssen eben mal gant klobige Lichtschalter ran usw. usf. Nebenher, ich habe eine ganze Epoche der Entwicklung verschlafen, also [lexicon]Digital[/lexicon] gibt es hier mit Sicherheit keinesfalls.
    Mit Interesse für Eisenbahnen habe ich natürlich die Augen aufgehalten, noch fährt was hier im Nordosten, doch mehr im verborgenem und nur wenige Einwohner wissen davon. Das ist ein spannendes Thema, Schienenreste mehrere Spurweite finden sich in Salvador, im hinterland habe ich eine Schmalspurlok aufgespürt, es gibt noch einen Kopfbahnhofrest mit Personenverkehr in Salvador, entwendete Lokomotiven und und. Ich weiss ,nicht ob ich langweile, ich schreibe mich schnell in schlichte Begeisterung. wenn ich hier durchsteige wie man Bilder welcher Grösse eingibt, werde ich mal meine brasilianische Sünde offerieren. Wie nicht anders zu erwarten, saubere Thematik, davon musste ich mich verabschieden. Besucher brachten dies und jenes aus Deutschland mit, die Anlage ist eben so bunt wie der brasilianische Carneval, über allem thront die Christusstatue Rios, daneben ein Militärstützpunkt mit Beutefahrzeugen ehemaliger Gegner oder Freunde, wie man will. Unterhalb ein angedeuteter Steinbruch. Immerhin stammen die Steine aus einem Nationalpark und sind Reste von meinen realen Pool. Na,ja bayrischer Biergarten, ein Restaurant Edelweiss, man könnte sagen Ableger der deutschen Enklave in Blumenau, daneben Haltepunke streng brasilianisch beschriftet, fast zur Verzweiflung brachte mich ein Mitbringsel, Leuchtturm und Ausflugsschiff. Aber was tut man nicht alles um nichts verkommen zu lassen. Berge, Tunnel, Brücken, die Gleisführung sicherlich nicht aufregend, doch auf leeren Händen kann man eben nichts wachsen lassen. nicht zu vergessen, Aufreger mein FKK Gelände, Brasilianer sind arg prüde, wenig ja, aber nichts niemals. Da wäre sofort die Militärpolizei da. und die ein zwei Schönheiten die es in Rio zum Carneval blitzen lassen haben danach keine besonders gute Zeit. Doch ich schweife nun schon mal wieder ab, bleibt mir nur noch einen ganz netten Gruss an alle zu schicken die beim Lesen bis hier durchgehalten haben.
     
  2. Hermann.

    Hermann. Guest

    Hallo Ramon, herzlichen Dank für die Einblicke. Bin gespannt wie du das alles bewerkstellen willst. Es war im Augenblick ein wenig viel, um eine Anfang, geschweige denn ein Ende zu sehen. Ich freue mich schon auf deine nächsten Gedanken und Pläne. Laß uns teilhaben. Erstmal ganz herzliche Grüße aus Deutschland und OWL, Hermann
    [align=center] :bier: [/align]
     
  3. ductore

    ductore Aktives Mitglied

    Hallo Roman,

    viele Grüsse ins sommerliche Brasilien.

    Da ich selber bei meinem Anlagenbau auch sehr improvisieren muss interessieren mich deine Bilder sehr.

    Das Einstellen der Bilder ist eigentlich nicht sehr schwierig.
    Ich habe einen Webhoster (picasa von google), auf dem ich meine in der Grösse bearbeiteten Bilder hochlade.
    Beim Schreiben einer Antwort markiere (kopiere) ich die Adresse des (Voll-)Bilds. Dann klick ich das fünfte Symbol (steht unterhalb dem Begriff Schriftgröße und soll wohl einen Sonnenuntergang oder was das auch immerdarstellen) am Kopf dieser Antwortseite an. Es öffnet sich ein Fenster, in dem ich den Bilderlink einfüge. Auf OK drücken und schon hast du das Bild im Text. Oder du fügst nur den link in den Text ein und schreibst vor den link[​IMG] .
    Ist eigentlich nicht schwer.

    Viele Grüsse
    Holger
     
  4. Roman

    Roman Neues Mitglied

    Fotos

    Damit die Materie nicht zu trocken, mein Versuch ein paar Fotos einzustellen. Bitte um Nachsicht, wenn nicht alle Fotos perfekt, ich habe nur eine einfache Digi. die Fotos sollten sich an sich selbst erklären. Danke für die guten Wünsche von Hermann, meine Schaffenskraft ist noch nicht erschöpft, muss sich allerdings auch meinen Aufgaben unterordnen die es hier nun mal täglich zu bewältigen gilt, gern demnächst mehr. Doch der Sommer ist hier noch nicht zu Ende, die Temparaturen liegen noch immer über 30 Grad,da ist jedes auf und nieder recht schweisstreibend.
     

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  5. friedrichskotten

    friedrichskotten Aktives Mitglied

    Hallo Roman,


    herzlich Willkommen hier. Deine Ausführungen hören sich ja sehr abenteuerlich an. Da ist ja dann viel Selbstbau angebracht.

    Bin dann auf deine Bilder gespannt. Gibt es auch Bilder von realen Bahnanlagen ?

    Gruß Matthias

    EDIT: da haben sich unsere Beiträge überkreuzt, schöne Bilder
     
  6. FRANKRAINER

    FRANKRAINER Aktives Mitglied

    Hallo Roman,

    wenn in Brasilien die Modellbahnwüste ist, dann ist in SW-Frankreich schon die Modellbahnsteppe. Den einzigen Modellbahnladen gibt es in Bordeaux (in dem ich bisher nicht war). Also bleiben nur die Baumärkte, von denen es zur genüge gibt. Ohne Internetversender aus Deutschland wäre ich augeschmissen. Zum Glück hatte ich einiges aus Deutschland mitgebracht.
     
  7. Roman

    Roman Neues Mitglied

    Dies und Das

    Erstmal,
    hallo Frank Rainer,
    geteiltes Leid ist halbes Leid, aber in Frankreich hätte ich das nicht so vermutet. allerdings bist du immer noch klar im Vorteil, klar habe ich Zugriff auf alle Internetanbieter in Deutschland, doch das Hierherversenden wollen hat viele Tücken.
    Da wäre erstmal die Begleichung der Rechnung, theoretisch möglich, eine Anweisung Richtung Deutschland kostet um die 30-40 Euro je nach Bank. Dazu rätseln die Bankangestellten wie das überhaupt gehen könnte.
    Die Postsendung, ungewiss ob sie je ankommt, das einfachste Päckchen um die 60 Euro. Da ich schon habe durchblicken lassen, mein Hobby muss sich arg in finanziellen Grenzen halten. Das kann und will ich mir nicht leisten. Dazu kommt, Postzustellung ist nicht flächendeckend in Brasilien und auch hier versinkt die Post seit Abgabe des Telefonteils in die Bedeutungslosigkeit. Ich muss raten wann ich eine Postsendung erwarte, dann blättere ich in einem Schuhkarton in einer Zweigstelle die nur immer mal sporatisch auf hat, mit unzähligen Werbesendungen aller meiner Mitbewohner ringsherum. Liegt dann ein Zettel drin, Sie haben eine Sendung, dann ab zur Inselhauptstadt, dort warten, warten und den durchdrehenden netten alten Herrn zuschauen der sich schwitzend durch weitere unsortierte Postberge durchkämpft.
    Dann läge darin vielleicht nur ein Zettel der da verkündet wegen der Sendung nach Salvador zur Zollstelle zu eilen. Dann wird es noch teuerer als teuer. Die Herren haben ganz andere Vorstellungen von eigentlich unvergleichbaren Werten Es ist nun mal halt so, also ich habe das Glück andere Leute mit Urlaub beglücken zu können und da breche ich mir dann mitunter die Bitte ab doch das kleine Päckchen was sie von einer meiner Bekannten in Deutschland zugesendet bekommen einfach mitzubringen. Doch Erstbesucher wittern überall Fallstricke und auch mein Hinweis sie sollen das Päckchen ruhig öffnen ,befreit sie nicht von ihren Ängsten etwas verbotenes zu tun. Dazu kommt die 20 kg Gepäckregel, mache mal einer Touristin verständlich eins ihrer 25 Paar Schuhe zu Hause zu lassen und dafür für dem Herbergsvater eine Kleinigkeit Spielerei mitzubringen. An erster Stelle steht dann ohnehin erstmal etwas Mischbrot , wenn aus meinem Heimatbereich Thüringer Bratwurst vorgebraten , Blutwurst und und…! Dann kommt erst schnöde Eisenbahntechnik.
    Scheinbar führt das vom Thema weg, aber nein ich gehe gerade mit der Idee schwanger einen Thüringer Bratwurststand modellmässig aus der Taufe zu heben.


    Weiter für den Rest der Gemeinde der Gleichgesinnten:
    Da das mit den Fotos ganz gut geklappt hat habe ich Mut noch ein wenig weiter zu plaudern und zu illustrieren, habe auch gerade die Zeit dazu. Erstmal muss ich mich berichtigen, die brasilianische HO Firma heisst richtig „ Frateschi“ . www.frateschi.com.br.
    Ich habe vergangenes Jahr ein Katalog von 2006 dieser Firma ergattern können, in besagten Laden am Flugplatz Salvador, für dieses vergilbte Prospektchen mit 25 Seiten war immer noch gut 15 Euro hinzublättern. Daraus kann man ableiten, wer kann sich eigentlich wirklich in Brasilien so ein Hobby leisten. Von mangelndem Interesse mal abgesehen. Der angestellte Verkäufer im besagten Laden gab umumwunden zu, dass ich wohl seit langem sein bester Kunde gewesen, Brasilianer kaufen fast nie, aber Touristen aus Europa die in Abreise begriffen sind die eigentlichen Abnehmer und noch Geld haben dies auf den Kopf zu hauen. Wozu sagt sein Chef im fernen Sao Paulo Einzelschienen und Trafos grossartig hinstellen, kauft ohnehin keiner. Kann ich untermauern, die ersten Schalter die ich dort kaufte trugen den Wareneingangsstempel von 2003, das war vor zwei Jahren.
    Nun muss man sehen das Land ist riesig. Auch hier gab es die Umstellung von der Schiene alles auf die Strasse. Im Süden rollen noch respektable Züge, da wo das Herz der Wirtschaft in Brasilien schlägt. Der Präsident sprach auch von Neubaustrecken dort. Hier im Nordosten findet man nur Reste eines einst wohl gigantischen Eisenbahnnetzes, aber dafür ist es doppelt interessant. Doch wenn selbst Einheimische am anderen Ende der Stadt nicht wissen, dass da in Salvador noch eine Bahn rollt und Millionen noch nie in einen Zug gesessen, geschweige den einen gesehen haben , relativiert sich das alles. Für meine Tochter und Ziehkinder ist das eine Begebenheit aus der anderen Welt was höchstens mal in Schulbüchern eine Darstellung abbekommen hat, aber keine Vorstellung was so ein Zug an Grösse hat oder welche Geräusche er macht. Und wer noch zu meiner altersklasse gehört, der hat sicherlich noch den Geruch der verbrannten Kohle in Erinnerung. Ich gehöre noch zu der Generation, die trotz strengen Verbotes mit anderen Halbwüchsigen auf die Züge mit Kohle aufsprang davon welche zu ergattern. Dumm war nur, wenn das eine Signal auf freier Fahrt stand, dann gab es einen langen Rückweg, erst an einer Langsamfahrstrecke kam man wieder halbwegs gefahrlos herunter. Da hat man zu der Eisenbahn natürlich ein ganz anderes gefühltes Verhältnis.

    Schmalspuren, Normalspur alles durcheinander und was hier arg antik aussieht muss es nicht sein. Wenn ich aus dem Katalog der Firma es richtig entnehme wurde der Loktyp der auf einem meiner Bilder abgelichtet, 1866 bis 1930 im wesentlichen unverändert gebaut und erst um 1960 begann bis auf wenige Ausnahmen das Dieselzeitalter. Ein Modellbaufabrikant hat es hier schwer oder einfach, diese gegenwärtig hier bisher einzig erhältliche Dampflok als Modell gibt es gleich laut Katalog 14x in den Farbgebungen und Beschriftungen für die hier agierenden verschiedenen Gesellschaften. Genauso sieht es bei den moderneren Lokomotiven und Wagen aus neuerer Epoche aus, ein Waggon, erhältlich im Kleid unzähliger Gesellschaften. Jedoch bin ich wieder beim Lädchen mit seiner harten Realität, , um halbwegs einen Wagenpark einer Gesellschaft zusammenzubekommen wäre wohl Fehlanzeige. Also ihr strengen Verfechter des vorbildgerechten Modellbaus, denen ich früher auch angehört habe, unter diesen Umständen muss auch mal eine Ausnahme der eigenen Freude wegen erlaubt sein. Ohne mir diese Freiheit zu nehmen wäre ich wohl über eine reine Wunschvorstellung eine Anlage bauen zu wollen nicht hinausgekommen.
    Im Laufe der Zeit habe ich dies und jenes an Info über die Geschichte zusammentragen können, dazu gehört das Infoblatt der privatisierten Gesellschaft mit Kopfbahnhof hier in Salvador , noch etwa 13 km Strecke, Tunnel, Kastenbrücke quer über eine Bucht, das klappert und scheppert das es eine Freude ist und man fährt faktisch durch die Hinterhöfe der Benachteiligten wo man sich besser nicht zu Fuss sich hintraut. Da klappern alte Leutewerke vor sich hin, unwillig verlassen Einheimische die die als Sitzgelegenheit umfunktionierten Schienen beim Nahen des Zuges. Etwas beschwerlich die Aussicht, die Züge sind immer recht voll, Sitzreihen gibt es nur an den Waggonseiten und die Fenster sind winzig und sehr tief, eben den Grössenverhältnissen der Brasilianer eben angepasst. Dazu zwei Fotos und dazu fernab von Salvador aus Nazare ein Foto einer Schmalspurlok von 1948, diese Linie war sicherlich für die Bananenpflanzungen, Töpferwaren u.a. in dieser Richtung. Immerhin gibt es eine Gedenktafel die Auskunft gibt wann diese Strecke eröffnet. ein wahrer Schatz ist eine Karte von 1937 mit dem gesamten Eisenbahnnetz. Das war mehr als dicht, hier nur ein kleiner ausschnitt aus meinem Bundesstaat, etwa 400x 500 km sind da abgebildet. Nebenher noch ein paar weitere Fotos meiner Anlage. Auf dem Bildern sieht es besser aus als es ist, meine Detailgenauigkeit und Geduld lässt mittlerweile zu wünschen übrig, die abnehmende Sehkraft ist einer neuen Brille immer weit voraus. Ja, das unaufhaltsame Alter eben!
    Und fürchtet Euch nicht, die folgenden Beiträge werden sicher lesbar kurz, können arbeitsmässig meinerseits auch mal eine Weile ganz versiegen, je nachdem wie viel Zeit zur Verfügung.

    Viele Grüsse nach Deutschland aus Brasilien

    Roman
     

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  8. Roman

    Roman Neues Mitglied

    Noch ein paar Fotos

    Noch ein paar Fotos, Vorortzug Salvador von innen elektrifiziert, nicht für Gütertransporte mehr, privatisiert, dann 40 km im Hinterland im Kolonialstädtchen Nazare noch diese Schmalspurlok, Baujahr 1948, im ehemaligen Bahnhof als historisches Denkmal
     

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  9. rayman

    rayman Renommiertes Mitglied

    Hallo Roman!
    Willkommen im Forum.
    Danke für die interessanten Einblicke in Deine Lebenswelt. Für uns Mitteleuropäer ist das wirklich mal was ganz anderes.
    Die Firma Frateschi ist hier in Deutschland ganz gut bekannt. Einige Händler haben die Modelle gelistet. Die Modelle entsprechen zwar nicht mehr dem neuesten Stand der Technik: Jedoch das Angebot an exotischen Fahrzeugen und Nischenprodukten zu extrem günstigen Preisen macht die Firma interressant.
    Ich wünsche Dir hier noch viel Spaß.
     
  10. Ottoder1.

    Ottoder1. Renommiertes Mitglied

    Hallo Roman,

    Willkommen im Forum :) !

    Deine Beschreibungen und deine Bilder sind für mich wie das Eintauchen in eine andere mir unbekannte Welt.

    Aber mit solchen Schwierigkeiten im "Postwesen" hätte ich nicht gerechnet.

    Mach bitte, wenn es geht weiter so.

    Gruß aus

    Germany/

    Freistaat Bayern/

    der Oberpfalz

    Otto
     
  11. Kreisverkehr

    Kreisverkehr Mitglied

    Hallo Roman,

    von mir auch herzlich willkommen und danke für den interessanten Bericht!

    Gruß Philipp
     
  12. nozet

    nozet Renommiertes Mitglied

    Hallo Roman,

    Beachtlich, was du unter den Umständen geschaffen hast.
    Manche "Modellbahnanlage" aus der guten alten Welt sieht
    mit gekauftem Material nicht halb so gut aus.
    Sehr gut gelungen ist dir der Campingplatz. Ich bin sicher,
    so etwas kennen die Brasilianer nicht, oder gibt es dort
    einen "Wochenendtourismus? Wohl eher nicht in einem Land,
    das von Krisen gebeutelt wird.
    Ich hoffe du gibts uns weitere Einblicke.

    Grüße
    nozet
     
  13. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Herzlich Willkommen in unserer Community, Roman.

    Das sind wirklich sehr interesannte Berichte, aus Deiner neuen Welt. Als alter "Ossi" konnte man früher auch gut improvisieren, aber glaube mir, das kann man jetzt schon mal verlernen, da es ja scheinbar alles gibt.
    Deshalb ist es schön zu sehen, das es Dir noch bestens gelingt, ohne jetzt den Tatendrang anderer herabzusetzen. Aber was Du da bewerkstelligst, können viele von uns vielleicht nicht mal erahnen.
    Übrigends, die Bilder sind top, gibt nicht zu bemängeln.
    Ich freue mich schon auf weitere Berichte aus der Fernen Welt übern großen Teich.
     
  14. Roman

    Roman Neues Mitglied

    Modellbahn auf brasilianisch

    Hallo Nozet
    und an alle die so freundlich mich Willkommen geheissen. Da ich ermutigt worden bin, auch scheinbar nicht unmittelbares mit Modellbau von mir geben zu dürfen, nehme ich das schmunzelnd wahr.

    Auch noch noch dies und das und weil beim Thema „Campingplatz“ eine indirekte Frage beinhaltet ist. Übrigens habe ich meiner Tochter die dreieckigen Holzklötzchen gemaust und die mit Resten der Klebestreifen vom Fallerausflugsschiff und Zwirnsfaden beklebt. Das zweite Zelt hatte meine Tochter, 7 Jahre selbst fabriziert. Die kleinen Wohnwagen haben deutsche Bekannte von mir mit Hilfe diverser Bierkästen nach Order meinerseits ertrunken.
    Ich danke nachträglich für dieses Opfer, nicht immer war es ihre Lieblingssorte.

    Natürlich ist das folgende meine ganz persönlichen Sichtweise, gespeist aus dem ganz normalen Alltag. Ein anderer Deutscher an einem anderen Ort hier kann ganz andere Erlebnisse haben und andere Schlussfolgerungen ziehen.
    Vielleicht noch zum Stichwort, „krisengebeuteltes Land“ allgemein.
    Der Nordosten mit seinem Bundesstaat Bahia gehört zu den wirtschaftlich rückständigsten, entsprechend ist für viele der Lebensstandart nicht sehr hoch. Mich zog es hierher, entsprechend niedrig sind immer noch die Lebenshaltungskosten und darauf kam es mir erstmal an. Wobei Brasilien keinesfalls erwünschtes Einwanderungsland ist und erst recht nicht ein Billigland wie viele glauben. Mich lockte hier jedoch das tolle Klima, hier im Norden es wird selten mal kälter als 20 Grad und das nur für wenige Tage im Jahr. Weiter „unten“ im Süden kann es schon mal kälter als 0 Grad werden, das muss ich nicht haben.
    In Deutschland hat sich dank des Journalismus, der über Jahrzehnte in die gleiche Kerbe haut ein Brasilienbild verfestigt, reduziert auf knappe Bikinihöschen, Fussball, Caipirinha und abgrundtiefe Armut und Kriminalität mit einem Schuss Lebensfreude garniert. Mittlerweile lässt man mitunter immerhin durchschimmern mit Brasiliens Wirtschaft geht es aufwärts.

    Ich betreibe ja ein kleines Hotel, am Empfangsabend mache ich den Touristen die Freude und sie bekommen ihre auf sehnlichste gewünschte Caipirinha. Die folgenden Tage werden sie diese vergeblich auf nur irgendeinen einem benachbarten Restauranttisch finden. Schlimmer, das Getränk steht zwar da und dort für die Gringo -Touristen auf den Karten, doch was da dann zurechtgemixt wird ist schon abartig. Die Zitronen, hier gibt es nur „Limetten“, werden meisst knüppelgrün geerntet und man bekommt kaum Saft heraus und der kg Preis ist atemberaubend. Vorgepessten Saft gibt es nicht. Dazu kommt, Limetten wachsen auch nicht das ganze Jahr und hier wird nichts auf Vorrat eingelagert. Was tun?, also haut der Barkeeper das halbe Glas voll Zuckerrohrschnaps, dazu viel weissen Zucker, brauner ist hier als minderwertig verpönt, zerschnippelt die Limetten, quetscht die mit einem Messer oder Holz breit und alles hinein ins Glas und fertig ist die „Caiprinha“. Vorher muss womöglich erst der Laufbursche aus einem der kleinen Lädchen die Limetten besorgen.

    Und so ist es mit vielen Dingen, auch was Camping betrifft. Wahrlich kein Massensport, doch es gibt Camping aber nicht so richtig organisiert, , doch das liegt daran, wer schläft schon gern mit Schlangen und Spinnen auf Augenhöhe und lässt sich von Mücken des Nachts das Blut abnehmen. Auch belustigen mich Bilder von Touristen die in Hängematten hier nächtigen. Davon beeindruckt hatte ich ein Pärchen hier, wollten unbedingt des Nachts in der Hängematte schlafen, ok, am nächsten Morgen hatte ich das Gefühl zwei Maserkranke zu haben. Alles ist eben ein Lernprozess.
    Ansonsten stellt man eben sein Zelt irgendwo hin. Hören wir Camping, denken wir gleich an Parkplatz ausserhalb, Zeltplatzwart, Campingverordnung und offenes Feuer nur an dem vorgegebenen Platz und natürlich auch an eine saftige Gebühr. Die fänden die Brasilianer hier im Nordosten jedoch ebenso abartig wie, als sie würden Hunde- oder Kirchensteuer zahlen müssen.

    Also hier auf „meiner“ Insel habe ich neulich auch einen neuen Campingplatz entdeckt. Neugierig steuerte ich nach den Hinweisschildern, das an sich war schon verwunderlich das es solche überhaupt gab. Angekommen, stand da einsam das berühmte Wärterhäuschen, allerdings sah aus wie geplündert, ein Meter Unkraut, wie anders da hatte sich ein Europäer eine vermeintliche bombige Geschäftsidee erschliessen wollen. Das am Gelände , ein „Zu verkaufen“ Schild stand, hatte schon fast spassige Züge. Beim Plaudern mit den Nachbarn stellte sich heraus, hier wollte ein Holländer sein Geld machen. Die Denkweise ist hier in vielen Dingen eben ganz anders. Das wäre ebenso ich wollte hier Leber- und Blutwurst oder frisches Gehacktes verkaufen.
    Grundsätzlich gibt sehr preiswert kleine Zelte im jedem grösseren Laden, mit Liegematte oder Luftmatratze. Doch viel wichtiger ist der Grill, ohne den findet kein Camping statt.Dann muss das ohnehin harte Rinderfleisch brodeln bis steinhart. Andere Lände andere Sitten.
    Doch meisst werden solche sporatischen Zeltunterkünfte als Schnellunterkunft bei grossen Festen genutzt wenn es mal ab 5 Uhr früh gilt ein Nickerchen zu machen. Wohnmobile, Fehlanzeige. Wer würde sich in einen solchen des Nachts wohlfühlen, wenn draussen am Trailer faktisch das Schild steht, hier ist tüchtig was zu holen.
    Allerdings in solchen Orten wie dem Meinigen, Halb-Fischerdorf, halb Touristenort trampelt man sich zu den Wochenenden nieder, da fliesst Bier in Mengen, da spielt es keine Rolle ob Weibchen oder Mann. In Batterie stehen Fahrzeuge mit aufgeklapptem Kofferraum, die jeder Band zur Ehre gereichen, und donnern ihre Musik in die Massen, Rummelmusik ist dagegen nichts, dazwischen auch live Bands, die versuchen natürlich mit ihren Verstärkern zu toppen, doch irgendwann beginnt man diese Aufgeregtheit zu lieben und von anderen den landesbeliebten Musikgeschmack aufgedrückt zu bekommen. Da ist am Strand des öfterem Umzug angesagt zu den Tischen wo meiner Lebensgefährtin die Musik besser zusagt. Da überall das Bier gleichkalt, stört mich das nicht besonders.
    Jetzt wird gemeckert der Computer sagt der Beitrag ist zu lang, bremst meine Schreibfreude, also hier erstmal Teil 1, die Bilder gehören dann zu Teil 2
     

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  15. Roman

    Roman Neues Mitglied

    Teil 2

    Weiter...

    Aber zurück zum Modellbau. Natürlich versuche ich soviel als möglich Anregungen mir vor Ort zu holen. So entstand meine FKK „Spielwiese“. Wer die DDR Zeit kennt, weiss am Ostseestrand gab es fast nur noch FKK. Damit habe ich keine Berührungsängste, doch wenn man solches hier äussert bleiben die Münder hier offen stehen. Zahnseide ja, alles, niemals.

    Irgendwann hatte ich mal wieder Touristen die Anhänger dieser Form des Sonnenbräunens anhangen. Hatten auch per Internet zu meinem Erstaunen einen solchen hier ausgemacht. Nicht gleich um die Ecke, aber erreichbar. Los ging es. Die Strasse endete in einem Dorf irgendwo zwischen nichts und gar nichts. Vage Handbewegung der Einwohner nach irgendwo hin, tapferes Lostrampeln unserseits .

    Dann tauchte ein Schild auf, endlich, aber an den ellenbreiten Strand bis zum Horizont kein Lebewesen. Nun gut, wahrscheinlich schlagen bekennende Nudisten ihr Lager auch auf einen anderem Planeten auf. Also etwas ungewöhnlich schon, Entblättern ohne anerkennendes Nicken anderer Mitbesucher. Jetzt übertreibe ich sicherlich, mir wäre es lieber in meiner häuslichen Behausung gäbe es keine Spiegel mehr .

    Immerhin hatte ich einen Sonnenschirm mitgeschleppt, die Sonne wirft hier faktisch keinen richtigen Schatten. Sechs Personen zusammengekauert unterm Sonnenschirm ist schon hart. Schon schade keine Fotos, doch ich vertraue auf eure Fantasie. Als ich mir überlegte wie ich einen Vorwand finden könnte wenigstens ins Dorf zu verschwinden und mich mit einem kühlen Bier zu laben, stand wie der Affe aus der Kiste ein menschliches männliches Wesen, auf dem Kopf balancierend die allseits eingesetzte Styroporkiste zum Kühlen des Bieres. Was aber wirklich zum Lachen reizte war seine Verkleidung mit Palmen- und Bananenblättern, so um die Hüfte herum. Meine Touristen, lustige Gesellen, zwar nicht sprachkundig, doch Zeichensprache tat es in dem Fall auch , wiesen immer wieder aufs Schild in gut 200 Meter Entfernung, , er solle sich von seinem Grünzeug befreien, ein immer wieder starkes Kopfschütteln seinerseits dieses Ansinnen weit von sich weisend ,zum Vergnügen der Damen natürlich, wo er selbst beim Geldwechseln nicht umhin konnte verstohlen hinzuschielen.
    er war des abends sicherlich ein gefragter Gesprächspartner in der dortigen Dorfkneipe.

    So was bleibt, doch nun wollte ich Euch das Schild nicht vorenthalten, leider kein Fotoapparat dabei und am Computer nachgebastelt, schmückt es nun den Zaun meiner Modell- FKK- Wiese. Inklusive „Trabi“ mit Zeltaufbau, wurde auch von Bekannten mit einem Bierkasten in Deutschland heldenhaft ertrunken.
    Der lange Text der Tafel vorn und hinten beschriftet, des von dem Bürgermeisteramt und der Gesundheitsbehörte, inklusive der Militärpolizei u.a. das Starren auf Geschlechtsteile ist strikt untersagt, verdeckter wie sichtbarer Geschlechtsverkehr mit Strafen ausdrücklich untersagt, Männer nur in Begleitung einer Frau gestattet, ebenso Selbstbefriedigung und bekleideten Personen ist es untersagt sich in diesem Gelände aufzuhalten oder optische Hilfsmittel zu benutzen, des weiteren ist es nur gestattet das sich Männer und Frauen zusammen mit nachweislichen Eheurkunden dort aufhalten dürfen, Singles in gehörigen Abstand zu desselben. Ich wollte euch den Originaltext nicht vorenthalten, ursprünlich war das Schild wohl zu klein gewählt, deshalb benötigte man noch die Rückseite, diesen Text habe ich nicht extra auf meiner Modellbahn verewigt, die Verkleinerung des Textes fiel leider masstabsgerecht so klein aus das ich den auch gedanklich nicht mehr vollständig rekonstruieren kann. Habe nicht alles vollständig übertragen. Vielleicht ist einer von Euch dabei der mit mir mal wieder dahin fahren wollen, dann machen wir das modellgerechter. Dann liefern wir den genauen Wortlaut nach. Übrigens der Sichtschutz ist schlicht aus Streichhölzern gemacht und eine Pappe dazwischen und beiderseitig mit Holzkaltleim beklebt und dann einfach grün „imprägniert“. Als ich schnell trocken wollte, ab in die Mikrowelle, Ergebnis, Feuer im Innenraum und alles schwarz. also was lernte ich daraus, keine Eier und kein Holz zum Schnelltrocknen ist dieselbe geeignet.

    Doch sind wir wieder mal in Brasilien, mein stationärere Computer hat mal wieder den Geist aufgegeben wo diese Originaldatei Datei nach meiner Erinnerung gespeichert. Nicht lachen, das erste was hier ein Computerfachmann dann macht, Radiergummi raus und die Speicherkarten damit bearbeiten, klappt das nicht, das ganze Bord ins Wasser, Abschruppen und auf der Sonnenseite ins Fenster stellen und Trocknen. Manchmal klappt das, manchmal nicht. Dann wird mit dem heissen Lötkolben kreuz und quer die Lötstellen erhitzt. Vielleicht macht man das in Deutschland als letzten Notanker ebenso, doch ist man das ja bei Reparaturen vor dem Allerheiligsten, der Werkstatt meisst unerwünscht, hier darf man mitleiden. Doch extra wegen dieser Datei, die vermeintlichen Experten bei meinem stationären Computern Anspruch nehmen, warte ich bis zum nächsten Störfall meines Laptops, das ist immer aufregend, ähnlich wie in der Autowerkstatt das Fasttodesurteil, was da lautet, verschrotten oder wegwerfen. Wenn nicht kann ich auch besagte Datei dann für euch ausgraben. So, das wars für heute.

    Roman
     
  16. nozet

    nozet Renommiertes Mitglied

    Moin,

    Klasse Bericht. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, als ich
    mir die Szenen vorgestellt habe. Wie sieht es eigentlich zolltechnisch
    aus beim Import von Waren? Also wenn du Pakete aus Deutschland
    erhälst?
     
  17. Hermann.

    Hermann. Guest

    Roman, herzlichen Dank für deine Berichte. wenn du so weiter schreibst, komme ich durch das Lesen zu nichts anderem. Mach weiter so.
    Ich finde das Klasse, man lernt immer dazu!
    [align=center]Gruß aus Germany, NRW, OWL, Hermann :bier: [/align]
     
  18. Roman

    Roman Neues Mitglied

    Die goldenen Zeiten.......

    .... der Eisenbahn im Nordosten von Brasilien sind vorbei. Man kommt nicht umhin zu diesen unerfreulichen Ergebnis zu kommen. Nach einer Pause nun wieder Aktivität meinerseits. Mein Eifer zum Forum etwas beizutragen ist keinesfalls grundsätzlich erlahmt, doch es gab viel dringliches anderes zu erledigen, der ganz normale unausweichliche Alltag eben.

    Immerhin sind mir wenigstens beim Aufräumen noch ein paar 9x12 Fotos in die Hand gefallen die ich schon verschollen glaubte. Noch mit einer analogen Kamera aufgenommen und technisch nicht so toll. Dabei aber inhaltlich ein besonders schönes Foto von einer „Warnbarke“. Halt, Augen auf, Kreuzung via Eisenbahn, steht darauf. Irgendwo im Land findet man solche Reststrecken lediglich noch gelegentlich zum Gütertransport genutzt und in den Städten teilt sich die Bahn die Trasse meisst mit dem normalen Auto- und Fussgängerverkehr. In der Stadt der Fabrikation der berühmten „Dannemann“ Zigarren entstanden die Bilder eines restaurierten Bahngebäudes ohne eigentliche Funktion, die Einfahrt zu einer Kastenbrücke über einen die Stadt trennenden Fluss. auf der Brücke geht es eng und aufregend zu. Den Belag bilden locker liegende ausrangierte Schwellen zwischen den Schienen und daneben, prompt steckte ich mit einem Rad vom Auto beim Überqueren fest. Doch das schien nichts aussergewöhnliches zu sein, ruckzuck hoben mich ein paar kräftige Kerle wieder auf Spur ohne das ich überhaupt erst Aussteigen musste.

    Immer mal quert die Strasse im weiteren Verlauf die Eisenbahnstrecke, es sieht alles ziemlich verlottert aus und wie man mir sagte, Züge fahren nur hin und wieder. Schade, ich habe keinen gesehen und irgendwelche Informationen waren auch nicht aufzutreiben. Geschichte und Historie gehören nicht unbedingt zu den Interessengebieten der meissten Brasilianer. Das soll nicht abwertend sein, es ist einfach so.
    Nicht nur gesehen, an anderer Stelle, einige Male mit Vergnügen benutzt, gibt es auch eine solche Reststrecke in Salvador, wohl die einzige weit und breit hier ausschliesslich nun wieder nur noch für Personentransport genutzt wird. Etwas dazu schrieb ich schon in einen der vorherigen Beiträge, dazu habe ich nun welch Wunder noch ein paar weitere Angaben ausbuddeln können. Angeblich hat ein Zug hier eine Kapazität für 600 Personen, fährt von 6 Uhr bis 22 Uhr ausser Sonntags. Die noch vorhandene Zahl von 5 Zügen mit jeweils 3 Wagen, so mir berichtet, bezweifele ich allerdings. Da könnten die Schrottwagen auf einem Abstellgleis in die Rechnung mit eingegangen sein.
    Leider ist die abgebildete alte Lok mittlerweile aus dem Blumenbeet verschwunden, den „Bauzug“ sah ich auch nur einmal. Das Bahnhofsgebäude ist nach wie vor imposant, ein Kopfbahnhof der in seinen Resten ahnen lässt das hier mal tüchtig was los war. Gebaut wurde die Strecke von 1856 bis 1860. Restschienen, aber ungenutzt, reichen noch bis ins Hafengelände, der besagte noch erhaltene Bahnhof ist aber ein Stück davon entfernt. Doch sicherlich umfasste die Strecke nicht nur die noch vorhandenen 13,5 Kilometer die bis in Vororte von Salvador hineinreichen. Die noch aktuelle Bedeutung kann man daran erkennen, die täglich beförderte Personenzahl wird mit stolzen 18.000 Personen angegeben, die Züge verkehren sogar aller 20 Minuten. und es ist immer „gerammelt“ voll. Meine „Fototouristen“ hatten immer zu tun ein freies Plätzchen an einen der weit unten liegenden Fenster zu ergattern. Brasilianer sind eben durchschnittlich sehr kleinwüchsig, entsprechend die ungewohnte Fensterhöhe. Es gäbe noch einiges dazu zu berichten, unvergleichbares rustikales Fahrgefühl, permanente Begleitung der Züge von Militärpolizei, das Poltern über eine uralte Kastenbrücke und und. Streiks nach der Privatisierung und persönliches Eingreifen des Präsidenten in unpopuläre Entscheidungen der neuen Bahneigentümer inklusive. Doch an der Stelle will ich mich mal wieder mit meinen Ausführungen bremsen, das soll es an Eindrücken gewesen sein, sonst wird es wieder ein Roman.
     

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  19. Roman

    Roman Neues Mitglied

    Stückchenweise....

    … ist es trotz Zeitnot auch mit dem Ausbau meiner Anlage weitergegangen. Allerdings fürchte ich, viel wird es bald nicht mehr zu berichten geben, der zur Verfügung stehende Platz ist faktisch erschöpft und ich will wenigstens ohne Ausstiegsklappen auskommen und, wenn auch mit tüchtigen Körperstreckungen, alle Teile der Anlage irgendwie ohne Hilfsmittel erreichen. Zu tun ist noch genug, viele Details gilt es augenfreundlich zu gestalten. Da ist noch vieles „unsauber“ ausgeführt.
    Mit der Elektrik stecke ich irgendwie gemein fest, das ist jetzt mein grosses Sorgenkind, das Klagelied dazu folgt später, jetzt erstmal zu den neuen Erfolgen.
    vielleicht habe ich mich jetzt doch zu weit aus dem Fenster gelehnt. doch ein paar Flugzeugmodelle warteten unschuldig auf ihre Verwendung und schon begann ein neues Kapitel der Improvisation gepaart mit dem gewissen Grössenwahn etwas flugplatzähnliches aus dem Ärmel schütteln zu wollen. Die strengen Verfechter streng zeitbezogenes Modellbaus bitte ich wieder mildtätig über mich zu richten oder einfach wegzuschauen. Mit dem zur Verfügung stehenden Material kann es eben vom Thema her nur ein „Fantasialand“ sein bei dem so ziemlich alles nebeneinander erlaubt ist was eigentlich vom Verstand her sachbezogen, historisch und zeitlich nicht zusammenpasst.

    Also nun Thema „Flugplatz“. Entweder habe ich nicht an der richtigen Stelle im Internet gesucht, aber zu Flugplätzen habe ich zu meiner Verwunderung nicht allzu viel gefunden was ich zur Ideenfindung verwertbar fand. Da ich ohnehin mit den vorhandenen Flugzeugtypen nur den „militärischen“ Teil meiner Anlage ergänzen konnte, stellte ich immerhin erleichtert fest, dass Militärflugplätze doch recht frei ausgestaltbar sind. Nebenher habe ich soweit einsichtbar, mal den hiesigen Militärflugplatz angeschaut und mit Freude festgestellt das der doch auch recht spartanisch angelegt ist. Allerdings die hiesige Befeuerung liess mich erblassen, keine Chance das in dieser Üppigkeit nur andeutungsweise umzusetzen zu können.

    Aber wie es eben so ist, es geht auch in dieser Frage anders, beim bedauernswerten Absturz der polnischen Präsidentenmaschine lass ich verwundert, die ganze Flugplatzbefeuerung in Smolensk bestand aus insgesamt drei Haushaltsglühlampen mit vorgesetzten gelben Glas in jeweils einen Holzkasten. Das musste ich dreimal lesen um es wirklich zu glauben. diesen Teil habe ich erstmal noch aufgeschoben, aber die drei Lampen habe ich mir vorgenommen müssten dann streng vorbildgerecht noch hinzu gefügt werden. Schade das kein Foto vom dortigen Tower dabei war. Aber ich kenne ja noch russische Tower aus der ehemaligen DDR, waren alles irgendwie abenteuerliche Unikate und egal was ich da zusammenleime, man kann mir das Prädikat vorbildgerecht an dieser Stelle nicht verweigern. Gescheitert bin ich bisher an der Erstellung eines Luftsackes. Stoff so zusammennähen und dann noch exakt mit roten Streifen versehen halte ich für unausführbar. Aber vielleicht hat einer von euch da eine brauchbare Idee.

    Ansonsten habe ich dann einfach losgelegt. Das Anflicken der Fläche war wieder eine Sache für sich, irgendwie klappte es dann doch. Dann das übliche, Latten, Leisten, Schlosschrauben, Holzschrauben, Steinplatten, Knüllpapier, Holzkaltleim und Stofffetzen und irgendwie formt sich dann eine Landschaft. Allerdings gebe ich zu, einen wirklichen detaillierten Plan ausser der Grundidee habe ich nicht, lediglich eingeschränkt bin ich nur durch das zur Verfügung stehendes Ausgangsmaterial. Irgendwie gab es die üblichen Zwischenfälle, der ausgedruckte Strassenbelag hatte plötzlich einen unangenehmen Grünstich der nicht weichen wollte, meine mühsam erstellte Bruchsteindatei irgendwo verschollen. Dann stellte ich fest, also die Stellflächen für die Flugzeuge reichen einfach nicht, also auch noch eine zusätzliche Fläche angeflickt.
    Also immerhin galt es noch eine leichte Erhöhung für einen Tower einzuplanen, ein Schmalspurzubringer für eine Flugabwehrstellung, die bereits genannten Stellplätze für 3-5 Flugzeuge, einen verbunkerten Hangar konnte ich mir nicht verkneifen, sowie eine Betankungsstation. Basierend auf noch 30 cm vorhandenen HO Gleis faktisch in Einzelteilen konnte auch noch ein Stück Gleisanschluss HO endend in einen Blindtunnel ohne Funktion um das Ganze aufzuwerten. Damit war auch mein letzte Fitzchen Gleis aufgebraucht. Das nenne ich effektive Materialverwertung. Dazu galt es noch einen Strassenübergang zur bereits bestehenden Landschaft zu schaffen. Ziemlich lange habe ich da rumgefummelt.
    Die Startbahn war am Ende einfach auch zu makellos, mit ein paar Papierfetzen und abgetönten Kaltleim habe ich Asphaltschäden versucht zu imitieren usw. usf. Die Bastelkisten mussten sämtliche noch vorhandenen Schätze offenbaren, schon aus den Spritzgussresten kann man ja noch allerhand machen. Tankdeckel, Luftschutztüren und und. Leider fehlt mir jetzt Bodenpersonal, Piloten usw. Die zu schnitzen dazu bin ich zu ungeschickt. Das sieht alles noch etwas öde und leblos aus. Die Begrünung artete auch zum Engpass aus, der einzige Modellladen hat schon geraume Zeit kein Streumehl mehr. Meine Restbestände musste ich mit Sägemehl strecken und immer nach jedem Klebedurchgang nach dem Absaugen am nächsten Tag die somit wertvollen Reste aus dem Staubsaugerbeutel klauben. Mit Ach und Krach hat es geradeso gereicht.
    Zusammenfassend gesagt, wenn man so vor sich hinleimt, wäre es mitunter recht nett man hätte mal etwas Gesellschaft so von Gleichgesinnten. Aber das Forum ist schon mal eine feine Sache. Weckt aber auch Wünsche die ich mir wohl nie erfüllen werden kann, mal ganz unabhängig von der räumlichen Entfernung.
    Doch was solls, an dieser Stelle genug geschwatzt, hier ein paar Ausschnitte von meiner Werkelei samt momentanen aktuellen Ergebnis dokumentiert durch ein paar Fotos.
     

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  20. nozet

    nozet Renommiertes Mitglied

    Hallo Roman,

    immer wieder erfrischend deine Berichte über Land, Leute und Eisenbahn zu lesen.
    Und was du mit den dir zur Verfügung stehenden Mitteln schaffst ist bemerkenswert.

    Gruß
     

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