Neue Anlage RSR

Dieses Thema im Forum "Anlagenbau" wurde erstellt von RSR Engineer, 20. Oktober 2019.

  1. RSR Engineer

    RSR Engineer Neues Mitglied

    Servus beinand, mit Erlaubnis würde ich etwas über meine Anlage erzählen, die sich seit etwa 20 Monaten im Bau befindet. Es handelt sich um die Erweiterung der alten Anlage, die in den Jahren 1987 bis 2003 und 2004 bis 2005 in München im Betrieb war. Bedingt durch den Umzug zur aktuellen Adresse wurde die alte Anlage abmontiert und auf dem Dachboden verstaut.

    Da hat alles solange gelegen, bis das Aufarbeiten des alten Bauernhauses nebenan soweit abgeschlosen war, daß ein geeigneter Raum zu Verfügung gestanden hat. Durch das Entfernen mehrerer Innenwände im Erdgeschoß ist ein Raum mit 8,60 x 6,00 Meter entstanden. Dazu wurde die Decke isoliert (eigentlich wurde ein neuer Fußboden im Dachgeschoß verlegt), ein neuer Estrichboden eingesetzt und isolierende Innenwände aus Gasbeton aufgestellt. Die Anlage mißt nun 7,60 mit 4,40 Meter.

    Der eigentliche Eisenbahnbau hat Mitte Februar 2018 begonnen. Bisher wurden das Gestell und alle Platten hergestellt und die Gleise auf den zwei tiefsten Ebenen fertigverlegt.

    Die Arbeiten sind auf flickr dokumentiert: Norm
    Alle Texte sind in meiner englischen Muttersprache gefaßt.

    Die Anlage soll ein fiktives Fürstentum darstellen, das "virtuell" im Länderdreieck zwischen Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik liegt. Eine Beschreibung dieses Landes und (vorwiegend) seiner Eisenbahnen ist unter folgender URL-Adresse zu finden: RSR Home Page

    Ich freue mich sehr darauf, mich intensiver an den Aktivitäten des Forums zu beteiligen und grüße herzlich aus dem bayrischen Schwabenländle

    Artur Gorote (nom-de-plume)
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Oktober 2019
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  2. lok527596

    lok527596 Administrator Mitarbeiter

    Hallo Artur

    ich begrüße Dich hier im Forum und wünsche viel Vergnügen und Freude. Wir würden uns sehr darüber freuen wenn weiterhin Fortschritte oder Geschichten zur Bahn uns hier informell erreichen . Toll wäre es wenn die Fotos und Berichte nicht nur irgendwo mit einer Verlinkung hinlaufen sondern auch hier im Forum hochgeladen würden und im Beitrag eingebunden werden. Ich persönlich bin nicht gerade ein Freund der auf unzähligen Seiten herumhüpft wenn er nicht tiefgründiger Infos sucht ;)
     
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  3. RSR Engineer

    RSR Engineer Neues Mitglied

    Servus Stephan, merci für Deine Meldung. Das mit lästigen externen Links sehe ich ein, ich habe das nur so gemacht, weil das englische Forum, zu dem ich gehöre, uns aufgefordert hat, Speicherplatz auf dem Server zu sparen. OK, ich kann die Bilder hochladen, muß dann aber wahrscheinlich eine willkürliche Auswahl treffen und beurteilen, was interessant wäre, denn es handelt sich insgesamt um über 700 Bilder. Vielleicht zunächst diejenigen, die die jüngsten Arbeiten darstellen. Was meinst Du? Ich fange demnächst an. Noch eine Frage, bitte: Liegt dieser Thread richtig hier bei "Anlagenbau" oder wäre "Anlagenvorstellungen" relevanter?
    Grüße aus dem bayrischen Schwabenländle und merci vielmals
    Artur
     
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  4. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin oder Servus Artur,

    es gibt hier in der Modellbahn Community einen Bereich, wo du ohne Kommentarevon anderen Kollegen, dein Projekt präsentieren kannst.

    Wenn du aber Wert darauf legst, daß andere Kollegen dein Projekt auch kommentieren dürfen, dann ist ein anderer Bereich sinnvoller.

    Unser Forenteam kann dir da ganz sicher beratend zur Seite stehen oder auch Themen und Beiträge verschieben, die eventuell mal in einer falschen Kategorie gepostet wurden.

    Vor dem Problem, wo paßt ein Thema am Besten hin? Tja, das kommt auch mir vor, daß ich etwas verunsichert bin.

    Besonders interessant finde ich dein Projekt einer ausgedachten Bahngesellschaft im ebenso ausgedachten Land mit einer sehr interessanten Firmen und Landesgeschichte. So kannst du "Frei Schnauze" bauen und Alles verwenden, was in die gewählte Epoche paßt.

    Als Tip siehe dir mal bei Google die Länder Kuba, Griechenland und Rußland an, deren Eisenbahnwesen ist ein sehr buntes Sammelsorium unterschiedlichster Epochen und Fahrzeuge. Vieleicht bieten sich da noch weitere Ideen, auch für exotische Fahrzeuge.
     
  5. lok527596

    lok527596 Administrator Mitarbeiter

    Hallo Artur

    ob Du ganz am Anfang anfängst oder aktuell ist eine Gute Frage :D Ich würde sagen je nachdem wie es passt ist es doch gerade gut je nach Abschnitt und Fortschritt zu berichten. Ich bin schon gespannt auf die Ausführungen zu dem ein oder anderen Bild. Wegen ist der Beitrag richtig? Es gibt oft Beiträge die entwickeln sich ja erst beim schreiben oder im Laufe der Diskussionen . Es ist also nie falsch irgendwo anzufangen wo man denkt richtig zu sein . Sollte es in eine andere Kategorie besser passen wird es von uns verschoben oder wir schreiben den Ersteller an und klären ob man Beiträge teilt bzw in ein anderen Bereich. verschiebt. Also weiterhin viel Freude
     
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  6. RSR Engineer

    RSR Engineer Neues Mitglied

    Also, Herrschaften, fange ich nun an, den Bau meiner Anlage zu schildern. Vorab etwas Hintergrund: Früher habe ich zwei andere Anlagen gehabt, die erste in der englischer Heimat, wo mir ein Hobbyzimmer im Haus meiner Eltern gewährt wurde. Von dieser Anlage existieren weder Bilder noch Grafiken. Als Basis hat sie für die zweite, sog. "alte" Anlage in München gedient. Diese war vom Gleisplan her als gefaltete Acht konzipiert. Auf der oberen Ebene waren der Bahnhof, der Güterbahnhof, das Bw und ein paar Industrie-Anschlüsse und Abstellgleise. Unten war ein aus je drei Gleisen in jeder Richtung bestehender Schattenbahnhof. Die Anlage wurde so konzipiert, um verschiedene Zwecke zu erfüllen:

    1. Möglichst weite Kurven, um das Aussehen der Züge zu optimieren;
    2. Vorbildgerecht lange Züge (D-Zug 12 Wagen, Güterzug 30 Wagen);
    3. Lokomotivwechsel;
    4. Mehrere Gleis in jeder Richtung im Schattenbahnhof, zwecks Abwechslung der Züge;
    5. "Cab Control" (hier wäre ich dankbar für den richtigen deutschen Ausdruck) auf der gesamten Anlage mit drei Steuereinheiten, zu denen jeder Gleisabschnitt zugeschaltet werden konnte;
    6. Möglichst flache Steigungen; allerdings war das erreichte 1 zu 35 auch nicht optimal; viele Loks waren hier stark gefordert, wes die Länge der Züge stark einschränkte.

    Ich füge ein paar Bilder der alten Anlage an.
    RSR00.jpg RSR01.jpg RSR02.jpg

    1. Bild: Bahnhosvorfeld nord; eine bay. S3/6 (Roco) bringt ihren Zug (württ. Wagen) gerade in Bewegung, während eine württ. K (Rivarossi) mit einem gemischten Güterzug vorbeifährt.
    2. Bild: Das Bw vom Norden aus gesehen. Zu sehen von r. n. l. württ. T5 (Trix), pr. P8 (Fleischmann), bad. IVh (Liliput).
    3. Bild: Blick quer über das obere Ende der "Horseshoe Curve eines Armen"; etwas Städtebau (Faller, Vollmer, Kibri) hat stattgefunden. Im Hintergrund die Tölzer Häuser, die neben dem Bahnhofsvorfeld süd stehen.

    Weitere Bilder folgen

    Grüße aus dem bayrischen Schwabenländle
    Artur
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. November 2019
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  7. lok527596

    lok527596 Administrator Mitarbeiter

    Hallo Artur,

    vielen Dank für den ersten Bildbericht. Ich bin mega begeistert von dem das Du/ Ihr so viele Länderbahnfahrzeuge am laufen habt. Ich selber bin der größte Fan der K
     
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  8. RSR Engineer

    RSR Engineer Neues Mitglied

    Vielen Dank für Deine Kommentare, Stephan. Dazu muß ich sagen, daß ich die Epoche 1 aktiv bevorzuge. Nur zu dieser Zeit hat es eine richtig breite Typenvielfalt gegeben. Unten noch ein paar Bilder von der alten Münchner Anlage. Deren Relevanz wird sich im Laufe der späteren Beschreibung zeigen. Ich muß um Entschuldigung für die schlechte Bildqualität bitten; sie sind Scans von Prints von Dias:

    RSR03.jpg RSR04.jpg RSR05.jpg RSR06.jpg

    4. Bild: Ein Blick von der Außenseite der Nordrampe. Ein Bummelzug, bestehend aus württ. Wagen (Märklin) wird von einer pr. P4 (Roco) den Berg (1 zu 37 wie die englische Lickey Incline) hinaufgehievt. Eine als Bahnhofs-Rangierbock dienende pr. G8/1 (Trix) wartet auf ihren nächsten Einsatz.
    5. Bild: Ein Blick die beiden Rampen entlang, dazwischen das Ausziehgleis, das von beiden Enden das Bahnhofs aus verwendet wurde.
    6. Bild: Das Industriegebiet am südlichen Ende des Bahnhofs, mehrere beladene Wagons stehen neben den Fabriken. Wohlgemerkt: Nur beladene Wagen bringen Geld, leere verursachen bloß Kosten.
    7. Bild: Das Bw aus dem Norden gesehen. Auf den Stumpfgleisen links stehen eine württ. C und eine pr. T14 (beide Roco). Mittlerweile ist ein Wasserturm aufgestellt worden.

    Ein paar Bilder kommen noch.

    Grüße aus dem bayrischen Schwabenländle
    Artur
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. November 2019
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  9. RSR Engineer

    RSR Engineer Neues Mitglied

    Die letzten paar Bilder von der alten Anlage:

    RSR07.jpg RSR08.jpg RSR09.jpg

    7. Bild: Ein zweiter Blick entlang des Bw. Hinten setzt der in den Bildern 3 & 4 gezeigte Bummelzug seine Reise fort und setzt an, die "Horseshoe Curve eines Armen" hinunterzufahren. In der Gegenrichtung kommt ein aus württ. Wagen bestehender Schnellzug die Curve herauf. Nach dem Führerhausdach würde ich eine pr. S6 oder S10 vermuten.
    8. Bild: Eine württ. AD (Brawa) wird gewendet.
    9. Bild: Zwei pr. G8/2 (beide Fleischmann). Da wir uns hier an der Kante eines umger. 100 Meter tiefen Abgrundes befinden, wurden die Prellböcke (Peco, unstabil, temporär) durch Schrauben ergänzt.

    Grüße aus dem bayrischen Schwabenländle

    Artur
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2019
  10. RSR Engineer

    RSR Engineer Neues Mitglied

    Noch ein paar Notizen zur alten Anlage: Da ein Durchfahrtsbahnhof an einem endlosen Kreisumlauf dargestellt wird, wurden die Fahrtrichtungen in bzw. gegen Uhrzeigersinn willkürlich als Richtung Norden bzw. Süden bezeichnet. Die Anlage wurde durch insgesamt drei Schaltpulte gesteuert, nämlich "Nord", "Süd" und "Schattenbahnhof". Ein Bild vom Schaltpult "Nord":

    NL328x.jpg

    In der Grafik sind die Gleise zur Fahrt im Uhrzeigersinn rot gezeichnet, die für gegen Uhrzeigersinn grün und die im Güterbahnhof, Bw usw. blau. Bei der RSR herrscht Linksverkehr!

    Das Deckblatt hat durch den 12-Jährigen Verbleib auf dem feuchten, unbeheizten Dachboden etwas gelitten, ansonsten war alles bei der "Auferstehung" in gutem Zustand. Um die Schaltpulte wiederverwenden zu können, habe ich beschlossen, die alte Anlage zu erweitern statt eine völlig neue zu konzipieren. Dies hatte mehrere unerwartete Konsequenzen, wie später gezeigt wird.

    Durch jeden schwarzen Drehknopf wird ein Gleisabschnitt einem der drei Steuereinheiten (Gaugemaster HH1) ausschließlich zugeschaltet bzw. ganz abgeschaltet. Auch jede einzelne doppelte Kreuzungsweiche gilt als eigener Gleisabschnitt, da sie zum Pfad eines Zuges gehören kann, der aus einer zusammengeschalteten Reihe von Gleisabschnitten besteht.

    Die schwarzen und weißen Druckknöpfe bedienen die Weichenantriebe. Auch hier war eine Konvention erforderlich, um Zweideutigkeiten auszuschließen. Eine einfache Weiche kann den Zug geradeaus oder in die Kurve führen. Klar. Aber eine Bogenweiche führt in eine von zwei Kurven. Also fährt der Zug auf die linke oder rechte Ausfahrt. Bei der doppelten Kreuzungsweiche hält auch diese Definition nicht Stand, denn was ist dort Kurve und was geradeaus? Das hängt auch davon ab, woher der Zug kommt. Nur die Lage der Weichenzungen ist eindeutig, und zwar, ob sie den Zug näher an den Bediener oder weiter weg von ihm führt. Erstere wurde als Stellung "X" getauft, die zweite als Stellung "Y". Bei der Verkabelung habe ich (historisch bedingt) schwarze und weiße Drähte verwendet (daher auch die Farbe der Knöpfe). Es wird stets jene Spule des Weichenantriebs, die die Weichenzungen auf Stellung "Y" bring, über den weißen Draht unter Strom gesetzt, nach dem Motto (englisch) "Y is white". "X" ist dann zwangsweise schwarz. Daß im oberen Teil des Schaltpultes alle Druckknöpfe schwarz sind, liegt an meiner Bequemlichkeit, denn die weißen sind mir schneller ausgegangen.

    Grüße aus dem bayrischen Schwabenländle

    Artur
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2019
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  11. RSR Engineer

    RSR Engineer Neues Mitglied

    Um die Geschichte der alten Anlage abzuschließen: Bedingt durch einen Umzug von München nach Vaterstetten wurde die Anlage zerlegt und zur neuen Adresse als "Bausatz" transportiert. Dort konnte ich sie wieder aufbauen und die beigefügten Bilder aufnehmen. Ein weiterer Umzug hat dazu geführt, daß die Anlage gut 12 Jahre lang in Stücken auf einem feuchten Dachboden verstaut war, bis endlich 2018 ein geeigneter Raum zur Verfügung gestanden hat. Um die "Auferstehung" handelt sich das nächste Kapitel dieser Beschreibung.

    Grüße aus dem bayrischen Schwabenländle

    Artur
     
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  12. RSR Engineer

    RSR Engineer Neues Mitglied

    Servus beinand!

    Lange vor der o.g. "Auferstehung" der alten Anlage hatte ich mit der Planung der neuen begonnen, und zwar sobald die Planungen des neuen Hobbyraums begonnen haben. Insgesamt sollte eine Fläche von "brutto" 8,60 mit 5,40 Metern zur Verfügung stehen. Es war klar, daß ich mit so einem Platzangebot in der Lage wäre, die "Nachteile" der alten Anlage zu beseitigen. Das waren hauptsächlich die Steigungen von 1 zu 35 und die Tatsache, daß ein Zug, der nach Norden abgefahren war, aus dem Süden wieder erscheint, bzw. umgekehrt. Die Anlage sollte also die Form einer gefalteten Hantel statt einer Acht aufweisen. Um das kontinuierliche Fahren grundsätzlich ohne Aufsicht oder Einfgriff zu ermöglichen, wurde trotzdem eine endlose Strecke mit eingeplant. Also die gefaltete Acht wurde beibehalten. Die ersten Konzepte sind im Jahre 2007 entstanden. Im Laufe der folgenden 10 Jahre wurden insgesamt elf sog. "Optionen" (bezügl. der Bahnhofs-Gestaltung und -Lage) konzipiert. Eine Farbkonvention wurde festgelegt, ursprünglich um die verschiedenen Teile der Anlage während der Arbeit am Computer auseinander zu halten. Später hat dieses Prinzip auch dem Aufbau gedient. Es sind ein paar richtige Rattennester zustandegekommen.

    option05h80.jpg option07-05h80.jpg option08-03h8.jpg Option09-07h8.jpg

    Erst ab Option 10 habe ich es in Erwägung genommen, die alte Anlage "einfach" zu erweitern. Grund dafür war die Idee, die alten Steuerpulte, die für die alte Anlage maßgeschneidert waren und viel Investition an Zeit und Material gekostet hatten, wieder zu verwenden.

    option10-11h8.jpg option10-26d20-3rail.jpg

    Leider hat ein maßstäblicher Plan der alten Anlage nicht vorgelegen (höchstwahrscheinlich beim Umzug verloren), sodaß deren Abmessungen und die des neuen Anlagenteiles stellenweise spekulativ waren. Wird fortgesetzt...

    Grüße aus dem bayrischen Schwabenländle

    Artur
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. November 2019 um 19:30 Uhr
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  13. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Arthur,

    Steigungen/Gefälle werden bei der Bahn als Neigungen einheitlich bezeichnet.

    Neigungsstrecken bis 2,5% gelten als gut, bis 3,9% als grenzwertig und alles darüber als möglichst zu Vermeiden...ab 7 % mit Zahnstangen.
     
  14. RSR Engineer

    RSR Engineer Neues Mitglied

    Danke für den Tipp, Ingo. Wie gesagt, auf der alten Anlage hat die Steigung etwa 29 promille betragen (was manche Loks stark gefordert hat), auf der neuen ist ca. 14,5 promille die steilste Neigung. Zahnradbetrieb gibt's auf der RSR nicht. Den sog. "Gradients"-Plan füge ich bei. Die Zahlen in den Kreisen geben die Entfernung vom Scheitelpunkt an, die neben den Kreisen die Höhe über Basis-Null.

    option11-02d20-gradients.jpg

    Grüße aus dem bayrischen Schwabenländle

    Artur
     
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  15. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Arthur,

    noch etwas zu Neigungsstrecken...
    Ab den 1890er Jahren fing man in der Deutsch Süd-West Afrika Kolonie (heutiges Namibia) an, eine 600 mm Staatsbahnstrecke auf 237 Km Länge von Swakopmund nach Windhuk zur Kolonialhauptstadt zu bauen. Die vom Militär eilig errichtete Heeresfeldbahn verlief durch das Khangebirge und hatte durchschnittliche Neigungseerte um 3,2 % bis auf einer Steilstrecke von über 4,5 % auf 4 Km Länge in Mitten der Wüste. Dieser kurze aber sehr steile Abschnitt sorgte für erhebliche, betriebliche Probleme. Die zu schwachen Maschinen mit je max. 45 PS fuhren aalle ls Doppel- oder Zwillingsloks (Doppeltraktion) und dennoch mußten auf der Steilstrecke die Züge auf maximsl zwei Wagen aufgetrennt werden und immer zu 2 Wagen hinauf oder hinunter transportiert werden. Oben und unten standen Hilfstender mit Speisewasser bereit.

    Auch beim Vorbild gab es durch "Versuch und Irrtum" gebaute Streckenabschnitte, wie man an diesem Beispiel eindrucksvoll sehen kann.

    Eine später aber privat gebaute flachere Trasse mit max 1,5 % Neigung wickelte den gesamten Betrieb der Staatsbahn ab. Die Steilstrecke wurde dann nur noch selten bedient und rückgebaut.
     
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  16. RSR Engineer

    RSR Engineer Neues Mitglied

    Ja, Ingo, 4,5% sind steil. Auch in Canada hat es eine solche Steigung gegeben, und zwar im Kicking Horse Pass auf der Canadian Pacific. Allerdings hat man bald nach mehreren Unfällen und angesichts der verhehrenden Betriebskosten eine Umfahrung mit Kehrtunneln gebaut, um eine besser vertretbare Neigung von 2,2% zu erreichen (etwa wie Geislinger Steige).

    Grüße aus dem bayrischen Schwabenländle

    Artur
     
  17. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Arthur,

    bezüglich Neigungsstrecken hatte ich vor über 40 Jahren mal gelernt, daß diese möglichst nicht steiler als 2,5 % im sichtbaren Bereich sein sollten, die Brechungspunkte der oberen und unteren Ein-/Ausfahrt möglichst in Kurvenradien. Mittig bei längeren Neigungsstrecken sollten flachere Abschnitte mit eingeplant werden und Bahnstationen mit Schutzhügel zum Gefälle talseitig geplant werden, wie im Original, wenn bei Windlast Wagons ablaufen würden, könnten diese nicht von selbst zur Talbahnhof ablaufen.

    In Langenhennersdorf in Sachsen setzten sich bei Rangierarbeiten, imJahr 1914, zwei Kohlewagen mit je 15 t Kohle in Bewegung und liefen talseitig ungebremst ab.
    Man befürchtete schlimmstes, benachrichtigte zwar noch den nächsten Bahnhof, konnte aber den nach Langenhennersdorf bergseitig abgelassenen Personenzug nicht mehr aufhalten.
    Glücklicher Weise kam der P-Zug unbeschadet an. Der Lokführer brach vor Ort zusammen und mußte ärztlich behandelt werden, als man ihm von den abgelaufenen Wagons berichtete.
    Die beiden Wagen waren in einer Kurve entgleist und in eine Schlucht gestürzt.
    Um Haaresbreite entging der P-Zug einer Katastrophe mit möglicherweise vielen Toten.
     
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  18. RSR Engineer

    RSR Engineer Neues Mitglied

    Interessante Geschichte, Ingo, mit dankbar glücklichem Ausgang.

    Bei einem ähnlichen Zwischenfall hat die London and North Western Railway im Jahre 1868 weniger Glück gehabt. Bei einem ungeschickten Rangier-Manöver wurden sechs mit Paraffinöl beladene Güterwagen das Gefälle (angeblich 10 Promille) hinuter geschoben und kollidierten frontal mit dem herankommenden Schnellzug "Irish Mail". Dabei kamen insgesamt 33 Menschen ums Leben. Eine ausführlichere Beschreibung hat Wikipedia: Eisenbahnunfall von Abergele – Wikipedia Grausam!

    Was das Gefälle auf der Modellbahn anbelangt, 25 Promille sind wohl steil genug, soweit man das einhalten kann. Ein "Bückel" vor dem Beginn eines Gefälles habe ich nirgendwo eingeplant, allerdings liegen bei mir alle Abstellgleise in der Ebene. Die Gleise des Schattenbahnhofes Nord liegen zwar im Gefälle von 14,5 Promille aber die Lok bremst zwangsläufig.

    Grüße aus dem bayrischen Schwabenländle

    Artur
     
  19. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Arthur,

    10 Promille sind 1 % somit sind 25 Promille auch 2,5 % also noch im grünen Bereich.

    Europäische Loks haben oft Haftreifen, US Amerikanische Loks von US Herstellern hingegen haben meistens keine Haftreifen. Dieses führt dann zueinem Verhalten, wie beim Original und Neigungen steiler wie 2,5 % können mit großen Anhängelasten sehr schnell zum Problem werden.

    Je höher die % oder Promille Werte desto geringer die Fähigkeit große Anhängelasten befördern zu können.
    Enge Gleisradien verstärken diesen Effekt.
     

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