Vorbild Zugbildung Richtige Beleuchtung von Dampfloks

Dieses Thema im Forum "Betrieb" wurde erstellt von luttertaler, 26. Februar 2012.

  1. luttertaler

    luttertaler Guest

    Hallo,

    so - nach langer Zeit endlich mal ein Beitrag von mir.

    Im Zuge der demnächst anzugehenden Digitalisierung meiner Dampfloks stellt sich mir mittlerweile die Frage wie Dampfloks eigentlich richtig beleuchtet werden. Decoder haben ja normalerweise getrennte Leiter für die Beleuchtung bei Vor- und Rückwärtsfahrt (gelbes u. weisses Kabel bei DCC). Bedeutet, dass bei der Rückwärtsfahrt einer Dampflok mit Tender die vordere Stirnbeleuchtung dunkel geschaltet wird.

    Wenn ich mich aber ein halbes Jahrhundert zurückerinnere war dies in der Realität doch nicht wirklich der Fall, oder doch? Schliesslich sind die vorderen Leuchten einer Dampflok ja im Grunde auch keine "Scheinwerfer" sondern eher Positionslichter gewesen. Also ein Grund diese bei Rückwärtsfahrt auch eingeschaltet zu lassen.

    Wie geht ihr mit diesem Umstand um? Leuchtet bei Euch die vordere Stirnbeleuchtung bei der Rückwärtsfahrt? Oder täusche ich mich da grundsätzlich?

    Danke Euch schon mal für eure Erfahrungen und Tipps.

    Gruß,
    Norbert
     
  2. rayman

    rayman Renommiertes Mitglied

    Hallo Norbert!

    Du täuschst Dich. Die Lampen waren richtige Scheinwerfer. Auch der Lokführer muß ja die Strecke sehen. Bei Rückwärtsfahrt (ohne Waggons) wurde mindestens einer der Scheinwerfer mit roten Gläsern versehen. Das obere Spitzensignal wurde abgeschaltet.
    Was man als Positionslicht bezeichnet ist etwas anderes. Ich weiß jetzt nicht ob so etwas überhaupt in Deutschland überhaupt verwendet hat. In den USA waren diese (farbigen) Markerlights als Kennzeichnung für den Status eines Zuges vorgesehen. D.h. ob z.B.ein [lexicon]Zug[/lexicon] aus mehreren Teilen bestand.
     
  3. lok527596

    lok527596 Administrator Mitarbeiter

    Hallo Zusammen

    die Lichter an einer Lok waren früher und auch heute noch laut der Richtlinien etc bei der Bahn Signallichter . Eine richtige Beleuchtung wie zB beim Auto gibt es erst seit den neueren Genartionen mit dem Fernlicht.
    Das Licht an der lok ist das Spitzensignal und besteht heute aus 3 weisen Lichtern früher waren es 2 weiße Lichter. Das Zugschlußsignal also entweder das Ender der Lok wenn keine Wagen dran sind oder das Zugende besteht aus entweder einem roten Licht oder einer reflektierenden rückstrahlenden rot weißen Scheibe.
    Zwischen Lok und [lexicon]Zug[/lexicon] war kein Licht.
    Die Beleuchtung bei einer Rangierfahrt ist entweder alle Lichter an oder vorne und hinten das rechte untere.
    All das ist in der Signalordnung bzw Fahrdienstanordnung nachzulesen
     
  4. rayman

    rayman Renommiertes Mitglied

    Kann es sein, das in Deutschland die Sache mit den Scheinwerferausführungen anders gehandhabt wurde als im Rest Europas? Beim Durchsehen alter Fotos ist mir aufgefallen, das bei vielen europäische Bahnen extrem große Scheinwerfer an den Dampfloks verbaut wurden. Das fiel mir besonders bei französischen, schwedischen und polnischen Loks auf.
     
  5. nozet

    nozet Renommiertes Mitglied

    Das ist richtig. Darum weisen die Modellbahnhersteller z.B. in den Katalogen immer extra
    darauf hin, dass schweizer Loks auch eine Umschaltung auf schweizer Licht haben.
    Wie Stephan bereits geschrieben hatte sind es bei uns Signallichter. ZurUnterscheidung
    von anderen Fahrzeugen eben 3 Stück (ab [lexicon]Epoche[/lexicon] 3)
    In andere Ländern war da teilweise nur 1 Scheinwerfer vorhanden. Ich meine es war
    Frankreich (links vorne)
    Andere Länder, andere Sitten.
     
  6. luttertaler

    luttertaler Guest

    Hallo,

    Danke Euch für eure Meinung.
    Scheine mich da tatsächlich getäuscht zu haben. Muss mir dann wohl überlegen wie ich die Digitalisierung dann vornehme. Ganz dunkel möchte ich bei einer Rückwärtsfahrt die Stirnlichter wohl doch nicht lassen.

    Gruß,

    Niorbert
     
  7. Railstefan

    Railstefan Aktives Mitglied

    Hallo Norbert,

    wenn eine Dampflok im Solobetrieb (= ohne Wagen) rückwärts fährt, so hat sie vorne (= dem in Fahrtrichtung hinteren Ende) durchaus Lampen an, nämlich 1-2x rot (oder die Blechtafel).

    War sie als Rangierlok eingesetzt, so hatte sie Doppel-A-Licht (= beidseitig 3 weiße Lampen) oder beidseitig nur 1 weiße Lampe an (wie schon vorher geschrieben).

    Nur am Ende, an dem ein [lexicon]Zug[/lexicon] dran war, war kein Licht an, denn das hätte ja nur den Waggon beleuchtet und somit keinerlei Bedeutung.
    Bei Rangierloks blieb vermutlich beidseitig das Licht dauernd an, da ja immer wieder an- und abgekuppelt wurde.

    Das Doppel-A-Licht kannst du mit modernen Dekodern sogar auf eine Funktionstaste legen.

    Viel Erfolg
    Railstefan
     
  8. aetzchef

    aetzchef Guest

    hallo,
    beim z.zt. umbau einer werklok "Anna" v. Fleischmann:
    umschaltung vorwärts: vorn 2x gelb
    bei vorwärtsfahrt rechts hinten rot, bei rückwärtsfahrt rechts vorn rot.
    schaltung über f1 oder f2.
    vorteil bei gezogenen wagen kein licht hinten an der lok.
    beim schieben der wagen lichtfunktion aus, rückleuchte rot über zusatzfunktion.
    mfg
    Aetzchef
     
  9. luttertaler

    luttertaler Guest

    Hallo,

    Danke RailStefan für den Tipp mit dem Doppel-A-Licht. Denke, das werde ich wohl auch so machen. Dass bei der Rückwärtsfahrt dann 1-2x rot "vorne" brennen sollte, hmm .. werde ich wohl nicht so hinbekommen. Schön wär's aber schon. Mal sehen.

    aetzchef
    Prima. Die" Anna" steht auch noch bei mir auf dem Umbauzettel. Klingt ja gut.

    Danke für die hilfreichen, praxisnahen Tipps und ein schönes Wochenende.

    Gruß, Norbert
     
  10. Vmax

    Vmax Mitglied

    Drei-Licht-Spitzensignal

    Die Lampen an Loks sind keine Scheinwerfer. Bitte haltet euch vor Augen: Bremswege von bis zu 1000 m - welcher Scheinwerfer schafft das? Und in den Kurven?
    Selbst an modernen Loks mit Fernlicht ist es nicht möglich, dass der Lokführer bei 250 km/h im Scheinwerfer-Licht ein Hinderrnis rechtzeitig erkennen kann. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass die Strecke frei von Hindernissen ist. Die Lampen haben eine reine Signalfunktion. Es gibt Sonderfälle für die Lokbeleuchtung, z.B. bei Falschfahrt. Dazu empfehle ich euch, mal bei Wikipedia nachzublättern.
    Das Drei-Licht-Spitzensignal wurde etwa 1958 in der BRD eingeführt und soll - das hat mir mal einer erzählt - nachts den Unterschied zum Auto verdeutlichen (bitte Vorsicht, ich weiß nicht ob das stimmt) mit seinen zwei Scheinwerfern.
    Seit der digitalen Modellbahntechnik ist es möglich, die verschiedenen Varianten der Lokeleuchtung zu realisieren. Welche Variante ihr verwendet, hängt ja von der [lexicon]Epoche[/lexicon] ab, der [lexicon]Baureihe[/lexicon] und dem Charakter der Bahnlinie.
    Nach meiner Vorstellung ist es ausreichend, wenn zwischen Lok und [lexicon]Zug[/lexicon] kein Licht ist, wenn vorne 3 Lichter zu sehen sind und beim Rangieren je nach [lexicon]Epoche[/lexicon] alle Lampen brennen oder nur eine unten rechts.
     
  11. Dieselpeter

    Dieselpeter Mitglied

    Zum A-Lichtsignal -
    - schon bei den frühen Dampfloks ab 1837 gab es schon das A-Licht, auch bekannt unter Dreilichtspitzensignal. Man schaue sich mal die württ. Lok "Esslingen" oder die spätere bayer. B VI und andere an - alle ( auch im Modell ! ) mit drei Laternen vorne und am Tender.
    Der Grund - da es noch keine Handys damals gab, mussten die Lokführer den Streckenposten signalisieren können. Dazu wurde immer die obere Lampe benutzt, und man hatte drei Farben zur Auswahl: ROT, GRÜN, WEISS - und kein Licht oben an!
    Nachzulesen in den alten Signalbüchern....
    Gruß

    Dieselpeter
     

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