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"Scheinwerfer", Beleuchtungssätze bei Tfz

Dieses Thema im Forum "Ausarbeitungen und Diskussionen" wurde erstellt von Manfred-Spur N, 26. Juni 2006.

  1. Der Thread

    24.06.06 Rathen: Glück im Unglück:

    liess gerade eine neue - womöglich dümmlich erscheinende - Frage bei mir aufkommen.

    Der Lokführer in tiefschwarzer Nacht mit seinen kokeligen Laternen an der Lok ... Scheinwerfer kann man ja dazu nicht sagen.

    Ist mir schon klar, dass die Dinger eher als Positions, bzw. Fahrtrichtungssignal zu werten sind ... aber WARUM

    ... spendiert man den modernen Triebfahrzeugen nicht so etwas wie weitreichendes H4-Halogenlicht oder zumindest ordentliches Abblendlicht ... damit dies die Tfz-Führer (z. B. wenn keine Straße nebenan ist, bzw. keine Blendgefahr besteht) in der Nacht entsprechend einsetzten können? Könnte doch zumindest bei längerer Geradeaus-Gleistrasse ein Vorteil sein?

    Da wäre sicher auch schon der ein oder andere Crash durch vermeidbar gewesen (und bei Gegenverkehr oder im Bahnhof müssen sie eben mal abblenden oder auf die gewohnte "Befunzelung" umschalten.)
     
  2. Hallo,
    erkennt man durch zu starke Lichter vielleicht
    die Signalstellung nicht mehr so gut?
    Das währe mal meine Vermutung warum das
    nicht so ist.
    Ich sehe darin aber auch keinen großen Nutzen um Unfälle zu verhindern. Den ein Zug braucht ja eh virl zu lange zum bremsen. 1km sieht man ja auch mit starken Lichtern nicht;)


    Grüße
    Sebastian
     
  3. möglich.

    Hier kam jetzt heute in der Presse diverses dazu.
    Mal sagen sie, die Lok kam 300, dann 200 oder auch 500m hinter dem Übergang zum Stehen ... also bei niedrigeren Geschwindigkeiten und Geradeaus-Strecke könnte da ein ordentliches "Flutlicht" schon was nutzen.

    Aber das mit Deiner Vermutung
    erscheint mir auch plausibel bzw. logisch.
     
  4. Olli

    Olli Mitglied

    Servus,
    meines Wissens gibt es bei Loks auch ein Fernlicht.

    Das das was zur Unfallvermeidung beiträgt kann ich mir nicht vorstellen, ich meine wieviele Züge fahren ungebremst in Fahrzeuge die auf BÜ's rumstehem und das am Tag!

    Außerdem hat ein langer gefüllter Güterzug (als Beispiel ein Erzzug 10000t oder ein Kesselwagenzug) ein Bremsweg der eh jenseits von Gut und Böse sein, und dann müsste die gerade Strecke (damit man das Fahrzeug sieht) ja >500m sein (Reaktionsweg + Bremsweg).
    Mal ganz davon abgesehn könnte man auf diese Strecke ein Auto gar nicht erkennen, geh ich mal davon aus.

    Gruß
    Olli
     
  5. AndreasB

    AndreasB Aktives Mitglied

    Hallo!

    Mal angenommen gerade, freie Strecke mit freier Sicht bis zum Horizont. Da könnte man eine "Unregelmäßigkeit" auf der Strecke auch schon auf >1000m erkennen. Das ist auch der auf den heutigen gerade noch nicht Schnellfahrtrassen zugestandene Bremsweg (dto. Abstand zwischen Vor- und Hauptsignal)
    Ich fahre manchmal über eine Brücke über eine dort gerade Gleistrasse und kann dort sowohl das Vorsignal, als auch das 1000m weiter entfernte Hauptsignal einwandfrei erkennen.
    Allerdings weiß man ja nicht, wie im vorliegenden Fall die Geographie ist und wie schnell der Zug unterwegs war. Aber so ein dickes Hindernis wie ein Bus ist schon was anderes, als nur ein mickriger PKW.
    Und vermutlich war wohl der Busfahrer mit seinem Motorproblem so beschäftigt, daß er das Schließen der Schranken nicht mitbekommen hat und die Renter haben wohl auch nicht so schnell geschaltet.

    Andreas
     
  6. Maxi61K

    Maxi61K Aktives Mitglied

    Sowas fährt aber nicht auf deutschen Schienen.

    Hier ist irgendwo bei 5000t pro Zug Schluss.

    Aber davon abgesehen, wenn der Lokführer bei normaler Strecken-
    geschwindigkeit ein Hindernis sieht, ist es zum Bremsen eh zu spät,
    weil die Bremswege zu lang sind.

    Unter 1000m läuft da gar nix.
    Ein ICE3 hat z.B. aus 300 Km/h einen Bremsweg von ca. 4500m.

    Fernlichtscheinwerfer hat man zwar, aber nicht in Form des 3 Licht
    Spitzensignal. Auch würde der nicht helfen, derartige Unfälle zu
    verhindern.

    Gruß
    Maximilian
     
  7. Die extrem langen Bremswege bei Hochgeschwindigkeitszügen oder schweren Güterzügen sind schon klar.

    In diesem Fall soll es eine einzelne Lok gewesen sein. Und da, bzw. auch bei kurzen oder langsamen Zügen, meine ich das doch Prävention bzw. Schadenabwehr das "A + O" sein sollte.

    Oder zumindest "Schadensbegrenzung" - denn irgendwas, was mit abgebremsten 40 oder 60km/h auf einen Gegenstand auffährt richtet wahrscheinlich weniger Schaden an, als es bei 120 oder 200 oder 250km/h der Fall wäre.
     
  8. Tohu01

    Tohu01 Mitglied

    Hallo Freunde,
    als Lokführer war für mich diese Diskusion sehr interessant. Zur Information ein paar Anmerkungen:

    1. Der Zug hat immer Vorfahrt gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern.
    (Störungen mal ausgenommen)
    2. Zugfahrten werden durch Signale geregelt.
    3. Signale haben ein Tag und ein Nachtsignal und sind somit immer sichtbar.
    4. Ein "Sichtlicht" könnte entgegenkommende Züge blenden und erhöht die Gefahr der Signalüberfahrung.
    5. Die Geschwindigkeitsregelung erfolgt nach Signal oder Geschwindigkeitsheft oder LA.
    6. Lokführer dürfen Strecken nur nach Nachweis der Streckenkunde befahren.
    7. Moderne Fahrzeuge besitzen ein schaltbares Fernlicht das bei Bedarf zugeschaltet werden kann. Dies muss aber bei Gegenverkehr oder Annäherung an einen Bahnübergang abgeschaltet werden und bringt nicht wirklich was.
    8. Im Normalfall fahren Züge auch bei Nebel oder dichtem Schneefall mit der zulässigen Geschwindigkeit.
    9. Für andere Verkehrsteilnehmer ist das Spitzensignal bei Dunkelheit der einzige Hinweis für den nahenden Zug. Ein Fahrlicht könnte dies "unsichtbar" machen. (Auf Nebenstrecken erhält der Lokführer bei defektem Spitzensignal einen Befehl für 40Km/h maximale Geschwindigkeit)

    Das bedeutet, das ein eigenes "Sichtlicht" nicht erforderlich ist. Am Anfang war es auch für mich ein mulmiges Gefühl in die Dunkelheit hinein zu fahren, aber das ist nur Gewöhnungssache und die Siganlsteuerung funktioniert wirklich gut.
     
  9. Aus Lokführer- bzw. Bahnsicht ist dieser Kommentar wirklich aufschlussreich und läßt insoweit KEINE Zweifel am wieso-weshalb-warum.

    Gibt es eigentlich für solche Eventualitäten wie "in der Nacht liegengebliebener Bus auf dem Bahnübergang bzw. Gleisen stehend" auch Regelungen für den Kfz-Führer? Also z. B. mit mitgeführten Warnblinkleuchten oder sonstigen -Mitteln versuchen den Lokführer auf ein Hindernis auf dem BÜ hinzuweisen?
     
  10. AndreasB

    AndreasB Aktives Mitglied

    Hallo Manfred!

    Deine letzte Anmerkung ist wohl berechtigt. Denn ein auf den Gleisen liegengebliebenes fahrzeug, PKW wohl weniger, aber Bus oder gar LKW mit massiver Ladung, kann selbst auf große TFz's eine verhehrende Wirkung haben.
    Aber wenn ich mich zurück erinnere, wurde in der Fahrschule lediglich gemahnt, daß, wenn einem ein 3-Licht-Spitzensignal entgegen kommt, man schleunigst sein Fahrzeug verlassen sollte. :eek:

    Andreas
     
  11. LokführerAlex

    LokführerAlex Mitglied

    Wenn man die 3lichter eines ICE3 mit topspeed sieht ist sowiseo nicht mehr viel zu retten, höchstens das eigene Leben.
     
  12. Kai Eichstädt

    Kai Eichstädt Aktives Mitglied

    Moin,

    Regelungen gibt es wohl nicht, aber wenn man zu zweit ist (und vielleicht auch noch zwei Lampen hat), wäre das zumindest eine Möglichkeit, einen Unfall mit all seinen Folgen zu vermeiden. Daß man dabei natürlich neben dem Gleis läuft, sollte selbstverständlich sein...

    Gruß
    Kai
     
  13. Na ja, ich verstehe die einzelnen Gesichtspunkte zwar - aber im Grunde bleibt wohl das Thema "Sichtweite bei Nacht" ungelöst ... die Bahn hat und erfüllt zwar ihre Vorschriften ... aber Eventualitäten wie "Bus in der Nacht auf dem BÜ liegengeblieben" oder "Panzermotor auf dem Gleis abgewürgt" bleiben halt unberücksichtigt.
     
  14. Maxi61K

    Maxi61K Aktives Mitglied

    Das ist eigentlich auch nicht Aufgabe der Bahn, sondern ist eindeutig
    in der STVO für den Kraftfahrer geregelt.

    Gruß
    Maximilian

    P.S.
    Bei mir funktioniert das zitieren einwandfrei.
     
  15. ja, genau - deshalb schrieb bzw. fragte ich ja schon vorher:

    (Wer ... ... ... ..., ... ... ... ...) :hihihi:

    ohne, dass es bislang zu exakten Resultaten bzw. Antworten kam - allg. Verhaltensregeln sollten schon im allgemeinen Verstand des Betroffenen liegen.

    Aus Bahnersicht hat Tohu01das ja wirklich explizit erläutert, aber in der STVO ist irgendwie alles nur vage dargestellt.

    Aber das Ausgangsthema, war ja auch mal ein ganz anderes. "Fernlicht" für Lokomotiven um evtl. Hindernisse noch rechtzeitig zu erkennen - die Bahnwelt besteht ja nicht nur aus 300km/h schnellen ICE´s und überschweren Güterzügen ...
     
  16. AndreasB

    AndreasB Aktives Mitglied

    Naja Manfred,
    und zum Fernlicht hat sich ToHu01 ja eindeutig geäußert, daß es an solch neuralgischen Punkten wg. Blendgefahr ausgeschaltet werden soll.
    Außerdem dürfte sowieso die Reichweite nicht ausreichen.

    Andreas

    P.S.
    Wäre natürlich interessant vom Lokführer (ToHu01) zu erfahren, wie die Bahn die Einführung des Fernlichts argumentiert. ;)
     
  17. Tohu01

    Tohu01 Mitglied

    Hallöchen

    Zunächst möchte ich mal klarstellen, das ein ICE bei Topspeed nicht auf ein Kfz treffen wird, da die Topspeedstrecken keine Bahnübergänge haben.

    Das Problem mit dem Auto auf dem Bahnübergang ist das gleiche wie mit dem Reh auf der Strasse. Siehst Du es, ist es (meist) zu spät.

    Allerdings habe ich bei Nebenstreckenfahrten oft genug das Erlebnis, das der Autofahrer an nur durch Andreaskreuze oder Lichtanlagen gesicherten Bahnübergängen, noch mal eben vor dem Zug drüber huscht. Vor zwei Jahren ist mir eine junge Autofahrerin mit vier Frauen im Auto mal eben in meinen hell erleuchteten Triebwagen gedonnert. Ich war in Doppeltraktion und Sie ist in den hinteren Zugteil gefahren. Ich habe diesen Bahnübergang mit 20 Km/h gequert, das heisst, sie hätte mich schon lange sehen müssen, zumal zweimal das Makrofon (Hupe) 3sec. lang betätigt wurde. Sie konnte dazu auch nichts erklären.
    Auch Bauern lassen gern mal einen Traktor auf dem Überweg stehen um kurz auzutreten !!!
    Es ist mir allerdings noch nicht passiert, das ein Auto auf dem Bahnübergang liegen geblieben ist.

    Ums kurz zu machen, wenn an Bahnübergängen ein Unfall passiert liegt es zumeist am Autofahrer. Bleibt man auf einem Bahnübergang liegen ist es ein leichtes sein Auto zu verlassen und im Zeitalter des Handys die Polizei schnellstens zu Alarmieren. An den BÜ Schaltkästen steht zumeist die Kilometerangabe des Bahnüberganges. Mit ein wenig Glück wird dann vom Fahrdienstleiter ein Nothalt ausgelöst. (Die Lokführer der betreffenden Strecke bekommen dann über das Funkgerät ein Signal zum sofortigen Stoppen des Zuges.)

    Thema Fernlicht:
    Das Fernlicht eines Zuges entspricht in etwa dem eines Autos, hat also die gleichen Blendeigenschaften. Eine Kommentar der Bahn ist mir nicht bekannt. Am Anfang hab ich es benutzt aber nie wirklich gebraucht. Jetzt benutze ich es überhaupt nicht mehr. Begründung: Wenn sich schon einer auf die Schienen stellt, möchte ich ihm nicht in das Gesicht sehen müssen.
    Dies ist übrigens eine Begründung die ich auch schon von vielen anderen Lokführern gehört habe.

    Thema Bremsweg:
    Ein Triebwagen hat aus 120Km/h unter ungünstigen Umständen einen Bremsweg von weit über 1000m. Es gibt dann von der Bahn Vorwarnungen für die entsprechenden Streckenabschnitte. Schlimmstenfalls werden die Geschwindigkeiten gesenkt.
     
  18. Tohu01:
    Prima, Danke - Deine Antwort bringt mich weiter, bzw. bringt "Licht in die Dunkelheit". Hilft verstehen.

    Gibt es eigentlich im Web - weil ich das hier im Lexikon nicht fand - Dienstvorschriften für "Beleuchtung" von Bahnfahrzeugen?
     
  19. Maxi61K

    Maxi61K Aktives Mitglied

    Geregelt im Signalbuch DB (DS 301).

    Einen guten Überblick bietet

    STELLWERKE.DE

    Gruß
    Maximilian
     

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