?? Anfänger Stromkreise trennen

Dieses Thema im Forum "Anfänger, Umsteiger und Fragen" wurde erstellt von Michael85521, 14. Januar 2020.

  1. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Wolfgang,

    Das entsprechende Knowhow (zu Wissen wie, to know = wissen, how = wie) How to know, könnte man auch sagen, eignest du dir mit der Zeit an.

    20210325_133023.jpg
    Ich habe deinen Plan mal etwas erweitert und eine recht interessante Spielanlage daraus gemacht.

    Die Richtungspfeile sind selbsterklärend.

    Bei den Signalen könnte man sich darüber streiten, ob beim Ausfahren in der Durchfahrt des Innenbogens ohne weitere, folgende, "spitz" befahrene Weichen, nicht auch in manchen Situationen ein einflügeliges Signal ausreichen würde, denn man durchfährt ja im Allgemeinen keine Bahnhöfe mit Streckenhöchsgeschwindigkeit, bei den meisten Bahnhöfen gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung in unterschiedlicher Höhe, das ist dem Lokführer aus der La zu entnehmen, wo er wie schnell fahren darf.

    Falls du doch schon mit dem Gedanken spielst, wenigsten den Fahrbetrieb zu digitalisieren, dann belese dich mal mit der z21 START oder der z21 von Roco, die große Z21 ist für den Anfang zu teuer.

    Einfache Fahrdekoder gibt es je nach Hersteller ab ca. 15 € oder unter Umständen auch weniger?

    Natürlich bräuchte man dann aber auch für die Signale entsprechende Signaldekoder, sonst weiß die Zentrale nicht was sie tun soll.

    Ich selber nutze noch das als "veraltet" geltende Roco Digitalsystem mit dem Verstärker 10764 (10765) und der roten, kabelgebundenen Multimaus die zusammen die Zentrale bilden.
    Für meine Ansprüche langt es aus auch wenn ich nicht die Möglichkeit habe, CV Werte auslesen zu können, was man aber mit der weißen z21 aber bereits kann.

    Die weiße z21 START unterstützt das WLAN noch nicht, das geht nur ab der weißen z21 aber kabelgebundene Multimäuse kann man daran betreiben.

    Erste Erfahrungen kann man gut im Analogbetrieb sammeln aber der späte Einstieg in die Digitaltechnik halte ich für einen Fehler, mache ihn möglichst so frühzeitig, wie eben möglich, das erspart dir spätere sehr teure Umrüstungen, besonders wenn man viele Zubehörartikel hat.

    Ich habe für mich entschieden, die eigene Stellwerkstechnik auf rein mechanisch umzurüsten.
    Zwar nur in vereinfachter Bauweise aber mit Verschlußregister.

    Schönen Gruß,

    Ingo
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. März 2021
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  2. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Wolfgang,

    noch ein paar Feinheiten zu obigen Plan.

    An einem Bahnsteigende zeichnete ich den Bahnsteigtunnel mit Treppenabgängen ein.
    Am anderen Bahnsteigende einen Bohlenüberweg für Post- u. Gepäckkarren.

    Das rechteckige Stellwerkssymbol mit dem schraffierten Feld und der zweiten Umrandung steht für ein Stellwerk mit Bodenhöhe über 2 m (5 m). Der lange Balken mit dem Punkt davor, steht als Symbol für den Fdl = Fahrdienstleiter oder Weichenwärter vor seiner Hebelbank mit Blickrichtung zu den Hauptgleisen.
    Von diesen Stellwerkssymbolen gibt es mehrere unterschiedliche, jedes steht für einen anderen Stellwerkstyp oder Stellwerksbauart von rein mechanisch bis Computergesteuert, die habe ich aber nicht alle im Kopf.

    Wie lang sind deine Züge geplant?

    Ob wir bei deiner Anlage drei etwa gleichlange Signalabschnitte hinbekommen da habe ich so meine Zweifel, ich meine den Breich der freien Strecke. Mit Vorsignal wird das vermutlich dann nichts werden, selbst wenn wir nur beim ESig ein Vorsignal aufstellen.

    Dann müßtest du damit leben, daß deine Züge nicht etwas abbremsen sondern apruppt stehenbleiben, sollten sie auf ein rotes Signal treffen.

    Eine einfache Blockstellensteuerung, Fleischmann hatte mal soetwas im Programm vor langer Zeit, funktionierte recht gut.

    In der Grundversion konnten drei Blocksignale aufgestellt werden.
    Man konnte durch Erweiterungsmodule auch mehr Blocksignale realisieren.

    Falls man diese Blockstellensteuerung nicht mehr über eBay bekommt, es gibt bestimmt auch Schaltplane dieser simplen Technik, welche sich dahinter verbirgt.

    So könntest du zwei Züge nacheinander auch die Reise schicken und am ESig kommen die dann zum Halten.
    Mit der Freistellung des ESigs gestattest du die Weiterfahrt der nachfolgenden Züge, um die du dich dann nicht mehr kümmern brauchst.

    Ich hatte so etwas mal auf einer Anlage realisiert.
    Auf der freien Strecke gab es eine konstante Fahrstromeinspeisung.
    Den Wert markierte ich mir auf dem Modellbahnsteuergerät (Trafo) und übernahm am ESig den Zug, ließ ihn kurz im Bahnhof halten und stellte das ASig und beschleunigte wieder bis zur Streckenhöchsgeschwindigkeit.
    Nach Vorbeifahrt am ESig wurde dieses wieder auf Halt gestellt.
    Immer bevor ein Zug am Esig anhielt konnte ich den Zug übernehmen und in irgendein Bahnhofsgleis lenken, wo er halten sollte.
    Um die Züge auf der freien Strecke brauchte ich mich nicht weiter kümmern, die Blocksignale sorgten dafür, daß es zu keinen Kollisionen kam.
    Wenn ich nicht schnell genug war, stauten sich die Züge auf.

    Ich hatte damals aber auch viel Platz über 4 m Länge und mit meiner verwundenen Streckenführung waren es etwa 12 m Fahrstrecke über 2 Ebenen.

    Lang, lang ist es her...jetzt habe ich ein absolutes Platzproblem und baue in modularer Segmentbauweise, um mich mit Freunden zu treffen und größere Anlagenarrangements realisieren zu können, sofern das irgendwann mal wieder möglich ist.

    Schönen Gruß,

    Ingo
     
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  3. Blutiger Anfänger

    Blutiger Anfänger Neues Mitglied

    Moin Ingo,
    Danke das du mir noch mal "Nachhilfe" in Englisch geben konntest.
    Verdammte Nachtschicht.
    Ich habe den interessanten Plan mal durchgespielt,aber es dauert noch.
    Mein bisheriges Stellwerk ist eigentlich ohne Funktion .
    Die Zuglängen liegen bei dem Personenzug ca 90 cm ( lok 19 cm + 4 Waggons 18,6 cm)
    GÜTERZUG ca 75 cm. Lok ca 19 cm + 3 - 4 Waggons zwischen 11 und 18cm
    Der Schienenbus liegt bei 72 cm.
    Geplant waren /sind 3 Fahrregler für die Stromkreise
    Sowie jeweils 1 Trafo für Weichen/Signale und ein Lichttrafo
    plus diverser Schalt/Stellpulte.
    Was mich interessieren würde wie werden die Signale bei Piko angeschlossen
    konnte nur bei Märklin was sehen.
     
  4. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Wolfgang,

    Im Grunde genommen gibt es da kaum einen Unterschied zwischen den Schaltplänen von Mittelleitersystem und dem Zweileitersystem.

    Beide Systeme verwenden 16 V AC ~ Wechselstrom für die Zubehörartikel, ganz egal um welchen Hersteller es sich handelt.

    Einziger Unterschied bei den Schaltplänen ist, daß beim Zweileitersystem meistens die rechte Fahrschiene mit + und roter Farbe und die meistens die linke Fahrschiene mit – und blauer oder schwarzer Farbe gekenzeichnet sind wenn sich eine Lok oder ein Zug von Links nach Rechts bewegt als Definition festgelegt wurde.

    Selbige Fahrtrichtung von Links nach Rechts wird auch beim Mittelleitersystem definiert. Die Rote Farbe steht für den Mittelleiter und die beiden Fahrschienen sind m. E. in braun dargestellt.

    Die jeweils roten Leitungen in beiden Systemen werden bei Signaltrennstellen unterbrochen und über den Zubehörartikel überbrückt, damit dieser eine "Funktion" auslösen kann.

    Irgendwelche Kabelkennfarben für Zubehörartikel sind international nicht genormt, das macht jeder Hersteller anders.

    Bei Dekodern oder den Kennfarben für Gleichstrom Polaritäten gibt es eine Normung.

    DC = Gleichstrom:
    + = rot
    – = blau (Deutschland), schwarz (International)

    Bei Flügelsignalen werden oft "motorische", elektromagnetische Doppelspulenantriebe verwendet, es gibt aber auch "Slow Motion" Antriebe für eine sehr langsame Umstellung der Signalflügel, bei denen wird eine Gasdruckfeder gespannt oder entspannt, deren sehr kleines Luftloch den Umstellprozeß verlangsamt.

    Die Viessmann Signale oder Völkner Antriebe arbeiten mit Gasdruckfedern.
    Für jeden ungekoppelten Signalflügel sind somit auch jeweils ein Schalter notwendig, der wie ein Momenttaster wirkt und die Endlagenabschaltung garantiert.

    Solche Schalter bzw. Umschalter mit Endlagenabschaltung kennt man aus dem Kfz. Bereich als Fensterheberschalter.

    Im Elektronik Zubehör bei Conrad, Reichelt oder Völkner bekommt man aber auch Kipphebeltaster, welche auch die Endlagenabschaltung garantieren.

    Kipphebel haben den Vorteil, an ihnen kann man den Stellzustand der Weichen und Signale ablesen.
    Ist der Kipphebel zu kurz, kann er mit einem Messingröhrchen oder Kunststoffröhrchen verlängert werden.

    Wenn man diese dann noch in den typischen Farben der mechanischen Stellhebel anmalt und beschriftet hat man eine vereinfachte Hebelbank.
    Mit Hilfe kleiner Löcher im Verlängerungsröhrchen kann man Schubstangen anbringen die in einem Verschlußregister zusammenlaufen.
    So stellt man dann zwar elektrisch, hat aber den Vorteil einer mechanischen Sicherung der Stellhebel untereinander.

    Das vereinfacht mögliche Schaltungen ungemein.
    An Hand der gezogenen Stellebel liest man die Stellung der Weichen und Signale ab.
    Hebel vorne in – Stellung also gezogen, Weichen oder Signale gestellt.
    Hebel hinten in + Stellung also nicht gezogen, Weichen und Signale in Grundstellung, Signale auf Halt und Weichen auf geradem (Außenbogen bei Bogenweichen) Gleis.

    Man erspart sich so irgendwelche Rückmeldeleuchten, die bei Schaltern mit Endabschaltung dann sowieso dunkel bleiben.
    Rückmeldeleuchten könnte man dan nur über die jeweils angelegte Gleisspannung realisieren.

    Ich recherchiere mal eine Signalschaltung und zeichne sie dir.

    Schönen Gruß,

    Ingo
     
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  5. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Wolfgang,

    es gibt unterschiedliche Möglichkeiten damit ein Lokführer Signale richtig zuordnen oder im Störungsfall die richtige Meldung machen kann. In Deutschland werden die Signale mit einer Buchstaben-/ Zahlenkombination gekennzeichnet.

    Die Bezeichnung des Signals gibt zusätzlich Auskunft über seinen Standort.

    Die gebräuchlichste Form wird nachfolgend beschrieben.

    Einfahrsignale:
    In Zählrichtung der Kilometrierung der Strecke werden für Einfahrsignale die Buchstaben „A“ bis „E“, in der Gegenrichtung „F“ bis „K“ verwendet.

    Ausfahrsignale:
    • Ausfahrsignale, die in Zählrichtung
    stehen, werden mit „N“ bezeichnet.
    • Ausfahrsignale, die entgegen der Zählrichtung stehen, werden mit „P“ bezeichnet.

    Hinter dem Buchstaben eines Ein- oder Ausfahrsignals steht die Ziffer des Gleises, für welches das Signal gilt.

    Aber auch andere Zählweisen oder Buchstabierungen haben weiterhin ihre Gültigkeit.

    Wichtig dabei ist aber immer die Hauptfahrrichtung in aufsteigender Entfernungsmessung.

    Bei Mehrflügeligen Signalen wurden/werden auch mehr Stellhebel oder Schalter benötigt, die werden dann mit Hochzahlen oder Indexzahlen durchnummeriert, gelegentlich ist auch ein Koppelhebel bzw. Schalter nötig.

    A¹, A² steht für ein 2 flügeliges Signal:
    A¹ stellt nur den obersten Flügel auf Hp1
    A² stellt den obersten u. unteren Flügel auf Hp2

    Bei der Modellbahn lassen sich aber solche Koppelungen nicht imner hinbekommen, man vereinfacht das, in dem man für Hp2 zwei Hebel zieht oder Schalter betätigt, jeweils für jeden Flügel einen, bei ungekoppelten Signalen.

    Ich war richtig erschreckt, als ich bei Viessmann die Preise für Formsignale sah, so um 100 €/Signal als UVP sind schon eine heftige Preisgestaltung.

    Bausätze können eine preiswerte Alternative sein.

    Schönen Gruß,

    Ingo
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. März 2021
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  6. Blutiger Anfänger

    Blutiger Anfänger Neues Mitglied

    Moin Ingo
    Deine Hilfe,vielen, vielen Dank dafür.
    Es ist sehr verständlich, und war sehr
    hilfreich. Allein deine ganzen Beschreibungen
    Tipps und Hinweise,allein dafür hat es sich
    gelohnt, sich hier anzumelden.
    Wenn ich wieder Fragen habe, werde ich mich
    Vertrauensvoll an dich wenden. Aso das mit der
    Ladestrasse und dem Bahnhof werde ich realisieren.
    Mit dem digitalen System werde ich mich erst mal
    vertraut machen.


    PS: Geh nicht zu weit weg denn ich muss noch Straßenlaternen und Häuser
    verkabeln und anschließen. Und bei meinen Elektronik Kenntnissen werden
    sicher wieder Fragen kommen.?.. :)

    PS 2 : Die Drehkurve reitzt mich ungemein leider zu spät der Tipp.
     
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  7. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Wolfgang,

    Gucke die die Zeichnung der Drehkurve bitta an. 20201024_032804.jpg
    Gemeinfreie Abbildung einer Drehkurve/Gleisdreieck

    Wenn du eine Drehkurve oder Gleisdreieck einsetzen willst, gibt es mehrere Möglichkeiten dieses zu tun.

    Mindestens einer der Drei Seitenschenkel muß beim Stellen der letzten Weiche mit umgepolt werden.

    Am bequemsten geht das mit einem KSM = Kehrschleifenmodul, welches auf Kurzschlußerkennung basiert.
    Im analogen Verkehr würde es vollkommen ausreichen aber in weiser voraussicht einer späteren Digitalisierung sollte man dann lieber doch gleich auf die Variante 2 mit den Sensorgleisen zurückgreifen, welche als sehr kurzschlußarm oder als kurzschlußfrei beworben werden.

    Normalerweise muß das zu wendende Fahrzeug komplett in die Seitenschenkel der Drehkurve hereinpassen, um ganze Züge zu wenden, auch das geht, das unterstützt aber nur die Variante 2 mit den Sensorgleisen.

    Ein Sensorgleis ist ein etwa 5 cm langes Gleisstück welches zu beiden Seiten beidseitig an beiden Fahrschienen isoliert eingebaut wird, also nit insgesamt 4 Trennstellen pro Sensorgleis.

    Im Schenkel der Hauptstrecke von A nach B oder B nach A benötigst du kein Sensorgleis.

    Im Seitenschenkel von A nach C und von B nach C wird jeweils ein Sensorgleis eingebaut.
    Hinter der Weiche C vor deren Weichenspitze außerhalb der Drehkurve wird Sensorgleis 3 eingebaut.

    Es ist egal mit welchem der beiden Sensorgleise innerhalb der Drehkurve das 3. Sensorgleis parallel angeschlossen wird.
    Wichtig ist, daß ein Sensorgleis alleine und die beiden anderen gemeinsam, parallel am KSM angeschlossen werden.

    Der Abstand zwischen Sensorgleis 1 oder 2 und dem 3. Sensorgleis muß etwa eine Wagenlänge länger sein als dein längster Zug.

    Bevor du zur Fahrtrichtungsänderung deines Zuges schreiten darfst, mußt du mit dem letzten Wagen oder der letzten Achse das 3. Sensorgleis verlassen haben also komplett überfahren haben.

    Nun kannst du Weiche C umstellen und auch Weiche A und aus der Drehkurve ausfahren.

    Das KSM wird ggfs. eine Korrektur der Polung vornehmen, sofern erforderlich. 23149891ob(1).jpg
    Drehkurve zur Durchfahrt aller drei Schenkel mit einem Zug von und nach in allen unterschiedlichen Richtungen. Geplant in H0e = 9mm Schmalspur auf "modularen" Segmenten.
    Deutsch Süd–West Afrika, Grootfonteinbahn 1908
    (heutiges Namibia)

    Schönen Gruß,

    Ingo
     
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