Umbau 98.8 Teil 1

Dieses Thema im Forum "Gestaltung" wurde erstellt von Chinook, 7. September 2019.

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  1. Chinook

    Chinook Neues Mitglied

    Guten Tag Zusammen,

    ich wollte auch hier mal mein aktuelles Bastelprojekt vorstellen, der Umbau einer GFN 98.812 in eine 98.801.
    Da ich hier noch nicht so viel geschrieben habe, mal kurz zu den Eckdaten: Ich baue in H0, genauer nach Fremo:87 oder H0pur. Ebenfalls im Bau ist der Bahnhof Nordhalben, dafür wollte ich eine 98.8der ersten Serie tauglich machen, auch wenn tatsächlich eigentlich keine 98.8er dder ersten Serie da unterwegs waren. 98.801 war zumindest zeitweise nach Pressig-Rothenkirchen ausgeliehen, deshalb fiel die Wahl auf diese Version.
    Den Umbaubericht habe ich bereits in einigen anderen Foren gezeigt, deshalb hier sozusagen im Zeitraffer seit Baubeginn 2010 (es gab eine längere Modellbaupause bei mir, so lange dauert das normalerweise nicht ;))
    Als erstes wurde der Achsstand korrigiert - die 3. und 4. Kuppelachse liegen konstruktionsbedingt zu weit auseinander, mit NEM-Radsätzen lässt sich der korrrekte Achsstand von 12,3mm nicht herstellen, hier mal ein Bild des Originals:

    98_ori.JPG


    Rahmengefräst.JPG
    Das Ätzblech ist von Udo Boehnlein, damit bekommt das Fahrwerk die maßstäbliche Breite. An der hinteren Achse wurde kräftig gefräst, damit die 1,45 mm weiter nach vorne kommt, ebenso musste der Boden dahinter und die Rahmenwangen dran glauben, die waren ohnehin eher grob. Ausserdem bekam das Modell einen Faulhaber statt der Rappelkiste.
    Nach Zusammenbau und mit neuen Radsätzen sieht das dann so aus:

    Neuerrahmen1.JPG

    Rahmenlackiert2.JPG

    98_umb.JPG
    Die Original-Radschleifer passen da leider auch nicht mehr, nach verschiedenen Fehlversuchen habe ich dann mit Pertinax und Phosphorbronzedraht neue Radschleifer hergestellt:

    Kontakt.JPG

    Kont2.JPG

    kont4.JPG

    Weiter gehts erst mal mit dem Aufbau, auch hier wurde kräftig nachgebessert, wie man auf den Bildern halbwegs sehen kann, angefangen mit dem Tenderaufbau, der eine Holzumrandung bekam, dafür fiel die hintere Wölbung weg, das dabei entstandene Loch wurde mit Epoxy gefüllt:

    Holzauf2.JPG

    Der Aufbau entstand aus Northeastern-Holzprofilen und Nietbänern von Bavaria...

    Holzauf4.JPG

    In die unteren Seitenbretter musste vorne noch eine Lücke gefeilt werden, damit die auch ans Dach passen:

    Holzauf5.JPG

    Soweit erst mal, die Bildgrenze ist erreicht...;)

    Bis denn
    Michael
     
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  2. Chinook

    Chinook Neues Mitglied

    ....und direkt weiter mit Teil 2:
    Am Aufbau wurden etliche Teile durch Messingteile von Reitz ersetzt; manche, weil die Messingteile einfach filigraner sind und besser wirken, einige, weil ich gerade schon dabei war und anderes, wie bspw. die Rauchkammertür, weil sie konstruktionsbedingte Fehler hat - keine einzige 98.8 hat die Stirnlampe in der Rauchkammertür, die Lampe dort bei GFN ist wohl der Lichtleiterkronstruktion geschuldet:

    Lok1.JPG

    Lok3.JPG

    Lok4.JPG

    Lok5.JPG
    Lok6.JPG

    Lok7.JPG

    Lok8.JPG

    Lok9.JPG

    ....und dann lackiert und mal provisorisch zusammengestellt:

    Lola6.JPG

    ...was auch im Prinzip den Stand heute darstellt. Weiter gehts mit dem Fahrwerk und der Steuerung: Da auch der Steuerungsträger und die Zylinder schmaler gemacht wurden, um ein annähernd maßstäbliches Lichtraumprofil zu bekommen, werden da auch ausgiebige Fahrtests fällig, damit dort nichts hakt.

    Bis denn
    Michael
     
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  3. lok527596

    lok527596 Administrator Mitarbeiter

    Vielen Dank für diesen Bericht , das ist ja schon hohe Kunst.
     
  4. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Michael,

    Solche Umbauarbeiten inspirieren dir nachzutun.

    Ich stehe vor der Problematik je eine Preußische Güter- und Personenzug Schlepptenderlok für Epoche I um 1880 zu benötigen.
    Ich suche noch die unterschiedlichsten Hersteller ab, ein geeignetes Basismodell zu finden, welches dann in die gewünschte Lokbauart umgebaut wird.

    Ich ziehe meinen Hut vor dir und neige mein Haupt demütig, dein großartiges Werk erhält meine vollste Anerkennung und ich nehme mich dir zum Beispiel für meine Umbauprojekte, auch wenn ich nie deinen perfekten Stand des Könnens erreichen werde.
     
  5. Chinook

    Chinook Neues Mitglied

    Hallo Zusammen,

    Danke für Eure Rückmeldungen und das Lob!
    Perfekt ist das nicht, da bin ich durchaus Freund der Pareto-Regel, wonach die letzten 20% den gleichen Aufwand bedeuten wie die ersten 80% ;)
    Es ist ein Geduldsspiel und tatsächlich auch immer mit Fehlversuchen verbunden, die ich jetzt im Beitrag nicht explizit aufgeführt habe und auch so könnte ich noch einige Abweichungen vom Vorbild oder Ungenauigkeiten benennen, wo ich aber letzten Endes zu dem Schluss gekommen bin, das es jetzt so bleibt.
    Am Wochenende habe ich bspw. die Steuerung komplett montiert und getestet und dann festgestellt, dass ich vergessen habe, die Bremsen wieder einzubauen, also muss ich die jetzt entweder irgendwie dazwischen fummeln oder die Steuerung wieder abbauen, mal sehen, was mir als kleineres Übel erscheint :D
    @Ingo: Ja, das geeignete Basismodell ist immer eine Herausforderung. Ich hätte bspw. gerne eine 98.11, weil die für meinen Bahnhof bzw. mein Thema eigentlich ein Muss ist. Nachdem ich jetzt den einen Umbau der GFN 98.8 so weit getrieben habe, stellt sich mir schon die Frage, ob ich mir den Umbau auf dieser Basis wirklich antuen möchte, andererseits gibt es da leider keine andere, besser geeignete Basis. Die Alternative ist kompletter Selbstbau, was ein Fremo-Kollege auch gerade betreibt, da reichen aber weder meine Kenntnisse noch meine Werkzeugausstattung.
    Welche Lok soll es denn werden?

    Bis denn
    Michael
     
  6. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Michael,

    Ich weiß es ist möglicherweise etwas zu speziell aber die LBE baute sich bis 1890 ihre Maschinen selber. Erst danach wurden Maschinen preußische Lokomotivbaufirmen auf eigene Bedürfnisse umgebaut.

    Sicher ist auch, daß sich die LBE von dem US Amerikanischen Lokomotivhersteller Baldwin inspirieren ließ, was die Auswahl an Lokomotiven nicht einfacher macht.

    Loks, welche zwar vor 1927 ausgemustert wurden aber bis dahin noch solange fuhren, bis geeignete, neuere Maschinen die älteren ersetzten macht es ebenso weniger Kompliziert ein geeignete Lok zu finden.

    Bei den Schlepptendern sind ähnlichkeiten mit den Baldwin Tendern ziemlich auffällig, jedoch wurde der Werkzeugkasten zwischen den Drehgestellen entfernt unddie Drehgesteller dichter zusammengerückt aber auch Tender auf drei Achsen gesetzt, wegen der Drehscheiben mit recht kurzer Drehbrücke.

    Das vorhandene Bildmaterial ist eher als Mau zu bezeichnen, die Archive geben wenig brauchbare Bilder her, auf denen man entsprechende Details gut erkennen könnte.

    Lok_Woldegk_in_Luebeck.jpg
    Bild mit Genehmigung der Stadtbibliothek zu Lübeck

    Lok Selbstbau der LBE
     
  7. Chinook

    Chinook Neues Mitglied

    Hallo Ingo,

    in der Epoche kenne ich mich gar nicht aus, aber Bekannte von mir versuchen gerade ein ähnliches Projekt, Köln Bonner Eisenbahn um 1870. Die einzige Lok in der Bauart, die ich mal zu sehen bekommen habe, war von einem Kleinstserienhersteller, ich glaube Schnabel, aber als Handarbeitsmodell natürlich mit einem entsprechenden Preis.
    Den einzigen Link zur LBE, den ich gefunden habe, hat zumindest Abbildungen der Lokomotiven mit ein paar Abmessungen hinterlegt, aber kennst Du ja mutmaßlich: Personenzugloks
    Ähnliche Loks sind mir mal bei einem englischen Hersteller untergekommen, aber leider nur ähnlich France Kits 3.5 'HO/HOm' & 7mm 'O' Scale: Buy Model Trains and Train Kits from DJH Model Loco.

    Auf jeden Fall ein spannendes Projekt!

    Bis denn
    Michael
     
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  8. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Michael,

    Ich will ja nicht deinen Themenbeitrag mit meinen Belangen "zerreden" aber bezüglich deiner Bekannten, die sich mit dem Köln Bonner Bahnhöfen um 1870 beschäftigen, da habe ich ein paar Informationen aus den Blättern der Eisenbahn Commission von 1870 wo Cöln Bahnhof erwähnt wurde, der just zu dieser Zeit drei größere Stellwerke hatte, die mit optischen Telegraphen der Bauart Saxby & Farmer ausgestattet waren.
    Lese hierzu meinen Beitrag zu den optischen Telegraphen Signalen hier im Forum.
     
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  9. RS1

    RS1 Moderator Mitarbeiter

    Hallo Michael,

    wiedermal ganz großes Fremokino deine 98.8. Und irgendwo hab ich doch schonmal so eine überarbeitet 98.8 gesehen. :D

    Dann setz dichmal mit Udo in Verbindung, der hat eine Menge Ätzplatinen für die 98.11 gezeichnet. Du hättest da also mehr oder weniger "nur" die Montage. Am besten sprichst du mal in Gochsheim nächstes Jahr mit ihm darüber.

    Ich verfolge selbstverständlich deinen Baubericht weiter.

    Viele Grüße Matthias
     
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  10. Chinook

    Chinook Neues Mitglied

    Hallo Matthias,

    den waghalsigen Plan für den Umbau habe ich auch nach Udos Bericht im Hp1 gefasst ;)
    Wegen der 98.11 hatte ich schon mal mit ihm geredet und schaue auch immer mal auf seiner Seite wegen der Teile, in Gochsheim werde ich ihn da sicher noch mal Löchern.
    Aktuell hat sich noch ein Problem an der Tür der 98.8 aufgetan - 98.801 hatte noch die gerundeten Fenster, das habe ich zwar mit PS nachgebildet, ist aber viel zu massiv. Dort muss ich mir noch was einfallen lassen - entweder ätzen, aus Blech feilen oder aus Papier bauen, mal sehen...

    Bis denn
    Michael
     
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