Betriebsabläufe Umfahrgleise

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Eisenbahn" wurde erstellt von Atlanta, 7. Dezember 2017.

  1. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Kollegen,

    Wie der Titel schon andeutet, befassen wir uns hier mit Umfahrgleisen:

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    Umfahrgleise sind im Betriebsablauf eine sehr wichtige Einrichtung der Eisenbahnanlagen.

    Obiger Bahnhofsplan zeigt einen Keilbahnhof der Epoche I der sowohl als Endbahnhof aber auch als Durchgangsbahnhof genutzt werden kann.

    Das Schachthaus mit Fördturm links unterhalb des Lokschuppens kann auch weggelassen werden oder durch einen anderen Anschließer ersetzt werden.
    Die Spurweite ist flexibel wählbar, in diesem Plan wurde die H0e Schmalspur mit 12° Weichen zu Grunde gelegt.

    Gleis 2 ist das Ankunftgleis.
    Gleis 3 ist das Umfahrgleis, von dem der Anschließer abzweigt.
    Gleis 1 ist in der Verlängerung das Güterschuppengleis aber auch das Aufstellungsgleis für den Abfahrbereich.
    Gleis 1a ist das Lokschuppengleis.

    Nach links dient das Streckengleis bis zur „Halbmondtafel" auch als Ziehgleis für den Rangierverkehr.

    In Bahnhöfen, wo die Sreckenlokomotive den stehenden Zug umfahren soll, um an das andere Zugende oder zum BW zu gelangen, ist es ratsam, ein Umfahrgleis mit einzuplanen und aufzubauen.

    Im Kopfbahnhof sind Umfahrgleise ebenfalls wichtig wenn Loks recht schnell wieder aus den Bahnsteighallen hinausbefördert werden sollen.

    Wie herum die Weichen zum gemeinsamen Umfahrgleis zwischen zwei Bahnsteiggleisen liegen ist letztendlich egal, besonders in Kopfbahnhöfen ist dann ein Teil des Bahnsteiges für das Aus- und Einsteigen, bei mit Loks bespannten Zügen, nicht nutzbar.
    Liegen die Weichenspitzen in Richtung Querbahnsteig, können eventuell längere Loks nicht zum Umfahrgleis umsetzen, wenn der Gleisstummel zwischen Weichenspitze und Prellbock zu kurz ist, können längere Maschienen nicht umgesetzt werden.
    Liegen die Weichenspitzen aber in entgegengesetzter Richtung, wird beim Umfahrgleis eine Doppelweiche benötigt, die symetrische Bauform der beidseitigen Gleisabgänge würde sich hierbei sogar anbieten aber es liegt dann die Weichenspitze in Richtung Querbahnsteig, wo am dortigen Gleisstummel ein weiterer Prellbock benötigt wird, jedoch auch selbiges Problem, wie bei der vorherigen Veriante, ist der Gleisstummel zu kurz ausgeführt, lassen sich längere Loks nicht umsetzen und es wird auch zu viel Platz bei den Bahnsteigen „verschenkt," so daß dieser nicht effizient genug genutzt werden kann.

    Ich erwähne es nur vorsorglich, fahren Loks in Stumpfgleise ein und werden vom Zug getrennt, um etwas vorzuziehen, dann dürfen die Puffer der Lok den Prellbock nicht berühren.

    Moderne Scherenprellböcke, die ablaufenden Waggons aus niedriger Geschwindigkeit noch zusätzlich verlangsamen, gab es in der ersten Epoche noch nicht. Man ging damals davon aus, daß Prellböcke sehr massiv sein müßten. Ein Irrtum, wie eindrucksvolle Unfälle aufzeigten.

    Da die damaligen Bahnverwaltungen immer kostenorientiert handeln mußten, wurde die erste Variante der Weichenlage favorisiert, anstatt einer 3-Wege Doppelweiche konnte so kostensparend eine 2-Wege Außenbogenweiche verbaut werden.

    Ein benachbartes Bahnsteiggleis als Umfahrgleis zu nutzen, wenn es nicht belegt ist, ist zwar kostensparend, jedoch im Hinblick auf die Effizienz bei hohem Verkehrsaufkommen nicht ratsam anzuwenden.

    Es muß sich bei der Planung immer die Fragegestellt werden, wieviel Betrieb ein Bahnhof haben soll.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Dezember 2017

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