Gleisbau Unterkonstruktion einer Eisenbahnbrücke von Kleinbahn

Dieses Thema im Forum "Anlagenbau" wurde erstellt von benraun777, 2. Januar 2021.

  1. benraun777

    benraun777 Mitglied

    Hallo und einen schönen Tag,
    heute möchte ich wieder ein neues Video Euch vorstellen. Es wurde schon vor längerem aufgenommen, darum noch eine hochstehende Aufnahme :). Ich erkläre darin kurz, wie man selbst eine fehlende Unterkonstruktion bei einer Eisenbahnbrücke nachbauen kann.



    Viel Freude beim anschauen
     
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  2. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Servus,

    deine Unterkonstruktion ähnelt der Bauweise meines Brückenselbstbaus einer Fachwerkbrücke aus Holz.

    Dabei verwendete ich Anfangs Holzbalken in 5 mm x 5 mm was zu klobig war und reduzierte deren Stärke auf 3 mm x 3 mm, theoretisch ginge auch 2 mm x 2 mm da mehrfach verstrebte Brücken extrem stabil sind.

    Bei meiner etwa 44 cm langen Fachwerkbrücke verbaute ich 24 m x 3 mm x 3 mm Holzbalken an Material.

    Schönen Gruß,

    Ingo
     
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  3. benraun777

    benraun777 Mitglied

    Hast du das wo dazu Bilder oder Videos?

    Liebe Grüße Ben
     
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  4. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Servus Ben,

    Bilder ja, Videos leider nein.

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    So sollte die Brücke mal aussehen.

    20200126_052749.png
    Rechte Stützmauer aus gemauerten Bruchsteinen

    20200126_052717.png
    Linke Stützmauer aus Eisenbeton (Stahlbeton) nach einer Streckenerweiterung und Verbreiterung der Durchfahrt.

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    Neue Eisenbahnbrücke noch ohne Stützpfeiler, welche aber nicht unbedingt nötig wären.

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    Erstes Auslegen der Balken

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    Nachdem das Untergerüst verklebt wurde, wird es gewendet und die Geländerstützen angebracht

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    Diagonalstreben werden eingesetzt und das Brückendeck beplankt

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    Lücken müssen mit verkürzten Deckbalken beplankt werden, wie man links sehen kann

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    Trassenbalken werden angebracht, wichtig dabei, jeweils ein Balken unterhalb der Fahrschienen

    20200126_054726.png
    Brückengleis gibts von dieser Fa. mit V-Enden der Zwangsschienen. Das Brückengleis ist jeweils 50 cm lang starr und gerade. Code 83 = 2,1 mm Profilhöhe

    20200126_054542.png
    Links ein Ausgleichstück des Brückengleises, das GFN (Fleischmann) Profigleis diente nur im Baustadium als Testgleis

    20200126_054938.png
    Test mit unterschiedlichen Wagen, die Brücke wird zur Langsamfahrstelle

    20200126_054838.png
    Das Endergebnis ist zufriedenstellend aber schon wieder "Schwarzfahrer" unterwegs, da haben die Bremser mal wieder nicht aufgepaßt als der Zug losfuhr...;)

    Die Breite des Brückendecks beträgt 70 mm die befahrbare Trassenbreite 63 mm, was schon extrem eng bemessen ist. So manche Zylindergruppe von Dampfloks hat nach beiden Seiten nur wenige mm Spielraum, beim schnellen Befahren könnte es zum Anecken und zu Entgleisungen kommen.

    Auch wenn man es beim Bau nicht vermutet, die Brücke hätte noch breiter sein müssen.

    Für einen möglichen Randweg, sollte man Holzplanken aus Funierholz herstellen.

    Früher stellte man wechselseitig Wasserfässer auf die Holzbrücken, um Brandschäden durch Funkenflug schon im Keim zu ersticken bzw. abzulöschen.

    Shinohara hat auch Flexgleise mit einseitiger oder zweiseitigen Zwangsschienen, allerdings nur in Code 70 = 1,8 mm Schienenprofilhöhe, welche sich nur mit NMRA Radsätzen befahren lassen.

    Schönen Gruß,

    Ingo
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 6. Januar 2021
  5. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Ben,

    Für Brückenbauten sind gute Konstruktionen des Originals oft auf alten Bildern zu finden...

    Screenshot_2018-03-03-00-15-33.png
    Brücke über den Potomac Fluß 1864 – Bild mit Genehmigung der US Library of Congress

    Auch diese Bogenbrücke wurde aus Holz gebaut.

    Schönen Gruß,

    Ingo
     
  6. benraun777

    benraun777 Mitglied

    Guten Morgen Ingo,

    super Arbeit. Schaut sehr gut aus.
    Das stimmt, will so einen Leuchtturm nachbauen. Es wird vom Projekt bald mal ein Video auf meinem YouTube Kanal geben.
     
  7. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Servus Ben,

    dir ist bestimmt schon aufgefallen, daß Schienenfahrzeuge beim Befahren von Brücken oft ein lautes vernehmliches Dröhnen erzeugen?

    Hierbei gibt es etwas Abhilfe aus der Realität.

    Bei Fachwerkbrücken sollten die Fachwerkfelder niemals absolut gleich groß und symetrisch angeordnet sein, sie sollten sogar etwas unterschiedlich in ihren Abmessungen sein und voneinander variieren, ebenso sollte die Beplankung mit Deckbalken geringfügig unregelmäßig sein.
    Dieses bewirkt dann, daß den Resonanzschwingungen beim Befahren der Brücke entgegengewirkt wird und vermindert das Dröhnen beim Befahren aber bewirkt auch, daß es zu keinen gleichmäßigen Resonanzschwingungen kommt, welche letztlich, im ungünstigsten Fall zum Einsturz der Brücke führen könnten.

    Bei sehr großen und langen Modellbrücken können solche Resonanzschwingungen ebenso auftreten wie beim Original und sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr.

    Bei den meisten Überbrückungen kann man aber diese Gefahr vernachlässigen, es sei aber dennoch erwähnt, da es ja auch Modellbahner gibt, welche über ausreichend Platz verfügen sich "bombastisch" anmutende Brücken auf die heimische Modellbahn zu stellen, ins Besondere Modellbahner in den USA.

    Ich bin kein Brückeningenieur, es handelt sich hierbei lediglich um angeeignetes Fachwissen durch Befragungen von Brückenbauingenieuren, sowie durch Selbststudium erworbenes Fachwissen aus entsprechenden Büchern.

    Schönen Gruß,

    Ingo
     
  8. benraun777

    benraun777 Mitglied

    Ich finde es einfach toll wie man sich was aneignen kann, wenn man sich einfach die Zeit dazu nimmt und sich drüber traut :)
     
  9. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Servus Ben,

    zum Thema Leuttürme kann ich möglicherweise auch etwas beisteuern, das sollten wir aber in einem anderen Thema ausführlich bereden.

    Schönen Gruß

    Ingo
     

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