Allgemeine Diskussionen zum Vorbild Unterschiedliche Bahn Stationen

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Eisenbahn" wurde erstellt von Atlanta, 8. September 2019.

  1. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin liebe Kollegen,

    wir befassen uns diesmal mit ein paar einfachen Bahnstationen an eingleisigen Bahnstrecken.

    Die einfachste Bauform ist der Haltepunkt, ein Betriebshalt ohne Weichen.

    Haltepunkte können sich an einem Signal, an eine Bahnübergang, auf freier Strecke oder an einem Güter- oder Personenbahnsteig befinden auch eine Kombination aus Güter- und Personenbahnsteig oder Bahnsteige mit unterschiedlichen Höhen gibt es an einem Haltepunkt.

    Ein entgegenkommender Zug kann nicht kreuzen und es kann auch keine Zugüberholung stattfinden, das muß dann zwangsläufig in einem Bahnhof davor oder dahinter erfolgen.

    Je nach Wichtigkeit der Haltepunkte, waren oder sind diese meistens unbesetzt, also ohne Bahnpersonal ausgestattet.

    Die Zugabfertigung übernimmt dann der Zugführer (Zf) oder ggfs. der Triebfahrzeugführer (Tzf) auf personell besetzten Haltepunkten übernimmt diese Aufgabe der Stationsagent. In diesem Fall wird auch die Bahnstation als Bahnagentur bezeichnet.


    Bahnhöfe:

    Bahnhöfe bestehen laut Definition aus mindestens einer Weiche und einem Ausweichgleis, was lang genug sein muß, damit Züge kreuzen oder überholen können.

    Sind Bahnhöfe nur zeitweise mit einem Agenten besetzt, spricht man von einer Bahnhofsagentur.

    In den nachfolgenden Abbildungen sind Bahnhöfe mit einem Empfangsgebäude (EG) und jeweils zwei Bahnsteigen und zwei Weichen eingezeichnet.

    Mögliche Gütergleise wurden absichtlich weggelassen, um das Grundprinzip zu verdeutlichen.

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    Die obere Abbildung zeigt die am häufigsten verwendete Version von kleinen Bahnstationen an eingleisigen Bahnstrecken.

    Das durchgehende Hauptgleis ist somit Gleis 2. Züge in beiden Fahrtrichtungen halten immer zuerst am Hausbahnsteig am EG.
    Der Gegenzug darf, wenn er nur kurz halten will am Bahnsteig des durchgehenden Hauptgleises anhalten.

    Im Normalfall gilt:
    Das Hauptgleis ist immer freizuhalten, kurze Zughalte sind aber erlaubt.

    Personenzüge fuhren früher aber häufig auch als PmG (Personenzug mit Güterbeförderung) oder als GmP (Güterzug mit Personenbeförderung).
    Bei letzterem wurde die Reise aber erst fortgesetzt, wenn Güterwagen zugestellt oder aus dem Zugverband ausrangiert wurden. Während dieser Rangierarbeiten verblieben die Personenwagen am Hausbahnsteig.

    In der zweiten unteren Abbildung ist aber das Hauptgleis am Hausbahnsteig und das Kreuzungs- und Überholungsgleis in der Ausweichtasche, diese Bauform bietet sich an, wenn Züge höherer Kategorien an dieser Bahnstation halten sollen also Eil- und Schnellzüge (E- oder D-Züge).

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    Bahnhöfe mit Achsensprung

    Bei Bahnhöfen mit definiertem Rechtsverkehr ist jeweils eines der Gleise für nur eine Fahrtrichtung ausgelegt und es werden weniger Signale benötigt.

    Als Achsensprung wird der Gleisverlauf des durchgehenden Hauptgleises bezeichnet, wenn sich im Bahnhof oder auf freier Strecke ein Gleiswechsel befindet, der durchfahren wird und die Fahrt ohne weitere Richtungsänderung fortgeführt wird.

    Bahnhöfe mit Achsensprung zwingen Züge zur Verlangsamung der Geschwindigkeit bishin zum Anhalten.

    Die dritte obere Abbildung zeigt die wohl häufigste Bauart.
    Da ein Tf nach dem Halt mit noch verminderter Geschwindigkeit anfährt bietet es sich geradezu an den Gegenbogen der einfädelnden Weiche ebenfalls mit verminderter Geschwindigkeit zu durchfahren, ohne daß dieses durch Geschwindigkeitsschilder extra kenntlich gemacht werden muß.

    Die untere vierte Abbildung bedingt aber den Hinweis und die Kenntlichmachung der reduzierten Geschwindigkeit beim Achsensprung und wird somit eher seltener angewendet.

    Klassische Bahnhöfe mit Gütergleisen haben diese meistens auf der gegenüberliegenden Seite des EG angeordnet.

    Güterschuppen (GS) und/oder Kopf- u. Seitenrampen (KR, SR oder KSR) liegen meistens vor oder hinter dem EG und zweigen wie die Ausweichgleise zum Hausbahnsteig vom Hauptgleis ab, meistens jedoch nur mit einer Weiche und Prellbock am Ende.
     

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