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Waseerturm Teil 1

Dieses Thema im Forum "Lexikon" wurde erstellt von Joerg, 21. Juli 2005.

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  1. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Der Wasserturm

    Die Geschichte des Wasserturms ist fast so alt, wie die Dampflok selbst.
    Bekanntlich ist ja eines der "Hauptnahrungsmittel" einer Dampflok das Wasser. Und der Name sagt es ja auch schon - Dampflokomotive.
    Der Verbrauch vom Wasser lag im Verhältnis zu anderen Brennstoffen, wie Holz, Kohle oder Öl erheblich höher. Nichts war gefürchteter es ein leerer Wasserkasten. Berühmt berüchtigt waren die so genannten Kesselplatzer oder auch Kesselzerknalls, das schon so mancher Lokbesatzung das Leben gekostet hatte, wenn der Wasserstand im Kessel zu tief gesunken war.
    Zu Beginn der Dampflokzeit war das Befüllen mit Wassereimer oder Schlauch möglich aber dennoch nicht die Ideallösung.
    Zu jener Zeit war es auch noch möglich, die Lokomotiven an einem nahe gelegenen Bach oder einen Brunnen zu befüllen. Da die Kosten für eine Dampfmaschine zum Betreiben von Pumpenanlagen zu hoch waren, nutzte man die Dampflok selber, und förderte das kostbare Nass mit eigenen Pumpen, den so genannten Ejectoren. Anfänglich wurden sie bei Bedarf einfach auf die Wasserkästen gesetzt, später dann jedoch fest an der Maschine montiert. Doch all dies war nicht sehr effektiv. So baute man bald die ersten Pumpstationen. Die ersten Lokstationen, wie damals die größeren Bahnbetriebswerke genannt wurden, erhielten die ersten Wasserstationen. Anfänglich angetrieben durch Dampfmaschinen, dann folgten elektrische Pumpen und für den Notfall war immer noch der Handbetrieb vorgesehen.
    Ein Rohrleitungsnetz versorgte den gesamten Bahnhofsbereich. Die Rohre wurden ca. 1 Meter im Erdreich vergraben und die Steig- und Fallrohre wegen der Frostgefahr mit Hanfseide umwickelt.
    Lange Rohrleitungen waren sehr gefürchtet, da nach dem Schließen des Wasserschiebers des Wasserkranes ein Wasserrückschlag zu verzeichnen war, ähnlich einer Schallwelle, die sich im Rohr bewegen würde. Noch kritischer war dies nach Abschalten der Förderpumpen. Kurz vor der Jahrhundertwende wurde dann der so genannte Windkessel konstruiert, der dafür sorgte, das nach dem Schließen des Schiebers über einen Kolben Luft in den Windkessel gedrückt, so das die Leitung rückseitig sozusagen offen war und so der Wasserdruck gedämpft werden konnte. Doch mangelhafte Wartung, die an der Tagesordnung war, setzte die Funktion dieser Anlage bald außer Kraft.
    Darauf hin entwickelte man Sicherheitsventile, die bei Überdruck Wasser abließen.
    Nach der Einführung von Windkessel und Sicherheitsventilen war es möglich, Wasserkräne mit großer Abgabeleistung einzuführen. Der Einführung auch größerer Wassertürme stand nichts mehr im Wege.
    Wenn es bisher noch möglich war, mittels Pulsometeranlagen (Ejector), Loks zu befüllen, so kam der Punkt, wo dies nur noch durch einen großen Vorrat an Brauchwasser möglich war. Was lag also näher, als einen genügend großen Behälter an das vorhandene Brauchwassernetz anzuschließen. Anfangs genügte hierfür ein kleines Bauwerk von geringer Höhe. Der kleinste Wasserturm war der preußische Wasserturm in Krebsäge mit einer Wasserfallhöhe von nur 3 Metern.
    Doch die ständig größer werdenden Ansprüche riefen förmlich nach größeren Bauwerken.
    Als Faustregel gilt 7 bis 8 m³ Wasser bei der Verbrennung von 1 t. Kohle. Für 10 km Strecke benötigte eine Güterzuglokomotive in der Länderbahnzeit ca. 1,5 m³ Wasser, eine Personenzuglokomotive 1 m³. Dies waren nur Richtwerte. Bei Gegenwind, großen Rollwiderstand, starken Steigungen stieg der Verbrauch um ein vielfaches.
    Schnellzuglokomotiven mussten nach 100 bis 180 km Wasser fassen. Güterzuglokomotiven spätestens nach 40 km. So entstanden alle 25 km Wasserstationen.
    Da Trinkwasser aber teuer war, schöpfte man Brauchwasser selber und filterte es durch einfache Kiesfilter. Um die Kalkkonzentration im Rahmen zu halten gab man dem Wasser Soda zu.
    Anfangs befanden sich diese Wasserspeicher z.B. an Lokschuppen. Doch die steigenden Ansprüche machten es notwendig, dass die Wasserkran-Nennweiten immer größer wurden. Die Folge war, dass sich auch die Behälter in immer größerer Höhe befinden mussten.
    Ein Beispiel soll mal kurz die Verhältnisse beschreiben:
    Ein Wasserkran mit einer Nennweite von 100 mm benötigte einen ca. 20 bis 30 m³ großen Behälter, der sich nur knapp über dem Krankopf befand, also eine kleine Wasserstation.
    Ein Wasserkran mit einer Nennweite von 300 mm benötigte dagegen schon einen Behälter von mindestens 500 m³ in 20 Metern höher.
    Es war schon ein unterschied, ob eine kleine Tenderlok zur Länderbahnzeit oder eine Schnellzuglokomotive zur Blütezeit der Dampflok befüllt werden musste. Die Größe des BW und des dazugehörigen Wassernetzes spielten ebenfalls eine Rolle.
    Die ersten Türme wurden noch gemauert doch mit der Zeit fand dann auch Beton und Stahl Einzug. Die Bauten wurden auch immer schlichter.
    In der Epoche 1a entstanden die ersten Wasserstationen. Diese Wasserstationen waren zweigeschossig gemauerte Gebäude, in deren 1. Stockwerk sich der Wasserbehälter befand. Lange Zugläufe waren damals noch Zukunftsmusik, so das die Lok nur zum Abend unter den Wasserkran musste, der sich an der Hauswand befand. In einigen dieser Gebäude befand sich auch die Kohle im Erdgeschoss, die dann mittels Bastkörbe in die Tender gehievt wurde. Ab ca. 1880 reichten diese Bauten dann nicht mehr aus.
    In den Epochen 1a bis 2a benötigte man weit aus größere Behälter. In vielen Gegenden nutzte man die topographischen Verhältnisse aus, indem man Wasserspeicher an Berghängen baute und diese zum Beispiel durch Bachläufe speiste.
    Nach wie vor hielt man aber die Zuleitungen so kurz wie möglich und das Filtersystem bestand noch aus Kiesfilter.
    Man baute aber auch Wasserspeicher mit künstlichem Zulauf, in dem man das Wasser in diesen höher gelegten Behälter pumpte. Mindestfallhöhen von 10 Meter waren zu dieser Zeit nötig, um auch Wasserkräne zu bedienen, die sich etwas weiter weg befanden.
    Bis zur Epoche 3a verwendete man Wassertürme mit zylindrischen Behältern. Diese Behälter bestanden aus Blechen mit überlappten Nähten und wiesen durch hier Form eine stabile Konstruktion aus. Nach wie vor befanden sich diese zylindrischen Behälter in gemauerten Gebäuden, ähnlich den Wasserstationen. Architektonisch passten sie sich den Gebäuden der Umgebung an. Probleme mit Frost gab es anscheinend nicht. In den unteren Stockwerken befanden sich z. B. Dienstwohnungen.
    Diese zylindrischen Wasserbehälter stellten aber noch keine Optimale Lösung da, da man an den Behälterboden nicht rankam, was bei Wartungsarbeiten ein Problem darstellte.
     
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