1. Hallo Gast,

    du bist hier im Archiv-Bereich. Hier sind alle Themen und Beiträge aus dem "alten" Forum, die noch auf ihre Verschiebung in die korrekten Foren warten. Du kannst uns allerdings helfen, indem du die Melden-Funktion bei Themen verwendest, die du zügig in den offenen Bereich verschoben haben möchtest, ein Teammitglied wird das entsprechende Thema denn verschieben.

    Um keine Verwirrung bei der Forenwahl zu verursachen, ist der Bereich für neue Themen und Beiträge gesperrt.

    Vielen Dank für deine Mithilfe!

    Information ausblenden

Wasserkran Teil 2

Dieses Thema im Forum "Lexikon" wurde erstellt von Joerg, 21. Juli 2005.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Ab der Epoche 1b bis 3a kamen Wasserkräne mit beweglichem Kopf zum Einsatz. Sie entsprechen wohl dem uns am meisten bekanntesten Erscheinungsbild.
    Auch hier war die Standsäule feststehend, aber hier konnte man den Kopf drehen, womit nun auch eine Drehung von 360° möglich wird. Um den Drehpunkt möglichst zu schonen, baute man den Ausleger möglichst leicht.
    Bei der preußischen Bauart floss das Wasser über den sorgfältig abgerundeten oberen Rand der feststehenden Säule in den Ausleger. Dieser Teil des Kopfes funktionierte damit ähnlich, wie ein Windkessel (siehe Lexikon zum Thema Wasserturm). Die Fleißgeschwindigkeit wurde bestimmt durch die Höhe zwischen dem oberen Überfallrand der Standsäule und dem Auslauf des Auslegers. Das Gewicht des Auslegers ruhte auf einen Spurzapfen am oberen Ende der Standsäule. Lange Ausleger erhielten eine Zugstange, die am oberen Ende des Kopfes befestigt wurde. Eine Dichtung zwischen Ausleger und Säule war ebenfalls nicht vorgesehen, da nach Wasserüberlauf kein Überdruck mehr vorhanden war. Nur ein zu schnelles öffnen des Schiebers konnte dafür sorgen, das ein kurzeitiger Überdruck entsteht und das Wasser an der Säule herab läuft, was aber als unbedenklich eingestuft wurde.
    Die DRG entwickelte die preußischen Wasserkräne nur unwesentlich in Bereichen, in denen es bei einer Kollision mit Fahrzeugen kommen konnte und führte die Einheitswasserkräne ein, die nach Bau-Betriebsordnung eine Wasserabgabeleistung von mindestens 5 bis 10 m³ Wasser, ja nach Standort forderte, ein.
    Gelenkwasserkräne waren ab der Epoche 1b bis 3a eine Erleichterung für den Lokführer, der sein Fahrzeug nun nicht unbedingt zielgenau zum stehen bringen musste.
    Sie waren eine Alternative zu Wasserkränen mit ausziehbaren Auslegern. Der Unterschied zum herkömmlichen Kran mit beweglichem Kopf, war ein weiterer Ausleger, der über ein Winkelstück mit der ersten Austrittsöffnung des ersten Auslegers verbunden war. Es gab jetzt also zwei drehbar verbundene Winkelrohrstücke. Die Auslegergesamtmaße betrugen eine Länge von 3,64, also genug Spielraum für den Lokführer. Die DRG erkannte schnell die Vorteile dieser Wasserkräne. Der hohen Herstellungskosten wegen, wurden diese Kräne jedoch, mit wenigen Ausnahmen, ausschließlich auf Bahnhöfen eingesetzt.
    Um die Stellung der Wasserkräne anzuzeigen, besaßen die Wasserkräne eine Signallaterne. In Ruhestellung war eine weiße Scheibe oder bei Dunkelheit ein weißes Licht sichtbar. Schwenkte der Kran, wurde das Signal mitgedreht und zeigte eine rote Scheibe, bzw. bei Dunkelheit ein rotes Licht. Bei Gelenkkränen besaß jeder Ausleger sein eigenes Signal, das heißt Gelenkwasserkräne besaßen zwei Signallaternen.
    Bei guter Beleuchtung der Ausleger verzichtete man in Ausnahmesituationen gänzlich auf Signallaternen und begnögte sich mit Scheiben.
    Zu DB-Zeiten vernachlässigte man im BW Bereich die Nachtzeichen. Defekte Lampen wurden nicht mehr ausgetauscht oder repariert.
    Wasserkräne erhielten auch einen Spritzwasserschutz. Diesen gab es in unterschiedlichsten Ausführungen. Dazu hingen an den Wasserkränen Trichter oder Stoffschläuche. Der Abstand zwischen Auslegeröffnung und Wasserkasten wurde so klein wie möglich gehalten. Es wurde tunlichst vermieden, die Wasserkästen überlaufen zu lassen. Nach dem Schließen des Schiebers liefen ohnehin noch einige Liter Wasser nach, die der Einlaufschacht neben dem Wasserkran aufnahm. Dennoch ging hier oder da etwas daneben, was im Sommer kein Problem war. Im Winter jedoch führte so was zu Glatteis und führte so zu Unfallquellen. Aufgestellte Überlauftrichter, die bis kurz unter den Ausleger reichten, waren eine andere Lösung, überschüssiges Wasser aufzufangen.
    Frostschutz im Winter war ebenfalls erforderlich.
    In der Anfangszeit umwickelte man die Steigrohre und Standsäulen mit Hanfseide.
    Die Ausleger bedürfen keiner weiteren Aufmerksamkeit, weil sie ohnehin zur Öffnung hin leicht geneigt waren und somit kein Wasser in ihnen stehen kann.
    Um die Säulen wasserleer zu halten, gab es einen Entleerungshahn, der im Winter nach schließen des Schiebers geöffnet wurde und das Wasser in die Grube abfließen konnte.
    Für besonders starke Winter erhielten Einheitswasserkräne zum Teil serienmäßig einen Steigrohrofen, ein um die Säule gezogenes Blech mit einem Kasten davor, in dem glühende Kohle gefüllt werden konnte und die warme Luft so an der Säule nach oben steigen konnte.
    gusseiserne Öfen waren dahingegen eine sehr selten Alternative. Das Blechrohr der Kamins oder Abgasrohres zeigte gezielt auf den Drehkopf und gegebenenfalls auf das zweite Gelenk eines Gelenkwasserkranes.
    Auch wenn wenig effektiv im Hinblick auf andere Möglichkeiten, so stellte man auch einfache Körbe mit glühenden Kohlen auf. Alles war erlaubt, Hauptsache der Kran fror nicht ein. Vorteil diese Möglichkeit: zwei Mann konnten diesen Korb hintragen, wo er gebraucht wurde, denn sie wurden auch als Wärmequelle in Lokschuppen verwendet.
    Auch ein einfacher Kohlenhaufenring um die Wasserkransäule war schon ausreichend.
    Der Standort der Wasserkräne war ausschlaggebend für Ihre Effektivität.
    Wasserstationen mit Wandwasserkränen fand man an den Ausfahrgleisen von Bahnhöfen oder direkt an den Lokschuppen.
    Mit der Einführung von freistehenden Wasserkränen war ihr Standort nicht mehr so eingeschränkt, konnte man sie doch aufstellen, wo man wollte, was jedoch nicht heißt, dass BWs oder Bahnhöfe mit ihnen übersäht wurden. Grundsätzlich fand man aber Wasserkräne im BW an den Entschlackungsanlagen. Anzahl und Nennweite wurden bestimmt durch das Aufkommen der zu versorgenden Lokomotiven. In der Regel standen zwei bis vier Wasserkräne an den Entschlackungsanlagen.
    Auch an den Zufahrgleisen zur Drehscheibe konnte man Wasserkräne finden.
    Stellte man Lokomotiven längere Zeit im BW ab, so bestand in größeren BWs die Möglichkeit undichte Maschinen auch am BW-Ausfahrgleis noch einmal zu betanken.
    In Bahnhöfen befanden sich Wasserkräne am Ende der Bahnsteige. Sofern aber ein Gepäckbahnsteig vorhanden war, benutzte man ihn, um die Reisenden nicht zu belästigen.
     
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen

Wir benutzen Cookies für die statistische Auswertung deines Besuchs. Mehr dazu erfährst du in unserer Cookie-Richtlinie und kannst deine Entscheidung dort auch widerrufen: Cookie-Richtlinie. Du kannst auch nur notwendige Cookies laden.

Akzeptieren