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Wasserturm Teil 2

Dieses Thema im Forum "Lexikon" wurde erstellt von Joerg, 20. Juli 2005.

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  1. Joerg

    Joerg Renommiertes Mitglied

    Wassertutm Teil 2

    Ab der Epoche 1b tauchten Wassertürme der preußischen Bauart auf.
    Man trennte sich von rein zylindrischen oder eckigen Behältern und stellte diesen zylindrischen Behälter, der jedoch eine Wölbung nach unter besaß auf acht gusseiserne Stützen. Diese Behälter mit Freischwebendem Boden konnten auch die statischen Kräfte besser ableiten. Der erste achteckige Turm dieser Bauart befand sich in Etgersleben, an der Strecke Staßfurt-Blumenberg. Um die Wasserrückschläge in Grenzen zu halten, baute man diese Behälter in 3 bis 10 Meter Höhe. Windkessel zur Minderung von Wasserrückschlägen waren noch nicht gekannt. Die Wasserbehälter hatten Standardgrößen von 50, 100, 200, 250, 400 oder 500 m³. Im Erdgeschoß befanden sich die Pumpanlage und Aufenthaltsräume. Der Kessel wurde mit einer Holzverkleidung versehen. Durch die Wärmeabstrahlung des Untergeschosses wurde auch Frost im Kesselbereich vermieden. Es gab auch Türme, die zwei bis vier Behälter besaßen.
    Ab den Epochen 1b bis 3a kommen Wassertürme der Bauart "Barkhausen" ins Spiel.
    Im Gegensatz zu den preußischen Wassertürmen nahm der Ziegelsteinturm der Wasserturm der Bauart "Barkhausen" den gesamten Behälterdruck auf, der ihn aber durch die Gusseisernen Stützen nur punktuell weitergeben konnte.
    Auch Barkhausen verwendete einen zylindrischen Behälter mit gewölbtem Boden. Er verlängerte jedoch die zylindrische Außenwand des Behälters nach unten, so dass der Behälter auf dem Turmschaft zum liegen kam. Die Stützen fielen weg. Die Mauerstärke konnte verringert werden. Der Turm war jetzt rund und nicht mehr echteckig. Aber auch diese Bauart wurde weiter entwickelt.
    Gefolgt wurde dieser durch die Bauart "Schäfer" in der Epoche 1b. Schäfer entwickelte die Bauart "Barkhausen" weiter, indem er den Behälter um eine weitere Halbkugel erweiterte. Aus dem Zylinder mit gewölbten Boden wurde nun eine annähert aussehende Kugel.
    Die obere Kugelhälfte diente nun gleichzeitig als Dach, wodurch wiederum Baukosten eingespart wurden. Behältergrößen mit 50, 100, 150, 200, 300, 400 und 600 m³ wurden gebaut. Der erste seiner Art wurde im BW Oebisfelde gebaut, und der größte mit 600 m³ entstand im BW Mühlheim (R)- Speldorf.
    Intze entwickelte eine weitere Art Wassertürme, die in den Epochen 1b bis 3a gebaut wurden. Auffallend war der gewaltige Kessel mit einem Fassungsvermögen 100 und 2000 m³. Diese Kessel ruhten entweder frei sichtbar auf dem Turm oder wurden umbaut.
    Seine Entwicklung sah vor, dass der Behälter auf eine ringförmige Auflage zum liegen kam. Somit war der Turm von Horizontalkräften verschont. Diese Türme hatten Kessel mit einer unteren Wölbung sowohl nach außen oder nach innen. Nach unten zeigte z.B. der Kessel des Wasserturmes im BW Ottbergen. Von außen konnte man die Kesselwölbungen jedoch nicht unterscheiden.
    Die Bauart "Intze" war das Sprungbrett zur Bauart mit Kugelbehälter, die in den Epochen 1b bis 3a gebaut wurden.
    Die Idee des Ingenieurs Klänne war es, den Behälter auf einen möglichst kleinen Unterbau zu stellen. Im Vergleich zu den Behältern der Bauart "Barkhausen" lag die Materialeinsparung bei etwa 25%, selbst bei großen Behältern mit 1000 m³ lag sie immer noch bei 10 % weniger. Ansonsten wurde die Bauart "Barkhausen" weitestes beibehalten. Um den größten Kugelumfang befand sich ein Laufsteg zur Wartung. Oben auf dem Behälter befand sich ein kleiner Dachaufbau. Anfangs war der Turmsockel noch gemauert und eventuell verputzt. Später ruhte die Behälterkugel nur noch auf einem Stahlgerüst.
    Ab 1910, der Epoche 2a bis 3a wurde der Ruf nach immer größer werdenden Türmen lauter. Die Devise lautet höher und größer. Behälter mit weniger als 200 m³ waren der Aufgabe nicht mehr gewachsen. Diese Bauten hatten eine Fallhöhe von ca. 20 Metern aufwärts. Die Behälter der Barkhausenschen Form wurden in gewaltigen Gebäuden untergebracht, die nach außen gar nicht mehr unbedingt den Anblick eines Wasserturmes glichen. Der Turm in Stralau-Rummelsburg hatte eine Fallhöhe von 40 Metern über dem Erdboden und hatte ein Fassungsvermögen von 400 m³.
    Der Eisenbeton hielt auch im Bau von Wassertürmen Einzug. Die Türme wurden immer schlichter oder futuristischer. Ein Beispiel ist der Wasserturm in Hamburg-Altona, der in den fünfziger Jahren gebaut wurde.
    Damit nun der Heizer beim Betanken aus dem Staunen nicht raus kam, weil der Wasserhahn nur noch tropfte, gab es am Wasserturm ein weit sichtbares Instrument namens Wasserstandsanzeiger. Wie schon erwähnt, zeigte er in die Richtung, in der die Wasserentnahmestellen zu finden waren. Sie gab es in zwei Ausführungen. Zum einen als senkrechte Skala oder auch als uhrenähnliche Form. Zeiger unten, Behälter voll, Zeiger oben, Behälter leer. Die Uhr bewegte sich entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Funktion war ganz einfach. Entweder schwamm auf der Wasseroberfläche ein Hohlkörper oder auch nur ein Stück Kork. Über eine Seilverbindung wurde der Zeiger am Turmschaft bewegt. Gegebenfalls wurde noch ein Gegengewicht angebracht, damit der Schwimmer auch tatsächlich auf der Wasseroberfläche schwamm. Über diesen Schwimmer, oder einen Zweiten, wurden dann auch die Pumpen zur Befüllung des Wasserturmes ein und wieder ausgeschaltet.
    Auch der Standort für Türme war wichtig. Zu Beginn standen die Wassertürme direkt an den Lokschuppen. In Bahnhöfen sah es ähnlich aus. Dort befanden sie sich am Empfangsgebäude. Etwas anders sah es im preußischen Flachland aus. Da standen diese Versorgungsstationen am Ende des Bahnsteiges. Im Erdgeschoß befanden sich dann auch z.B. Kohlevorräte. Nach den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts enderte sich dies aber. BWs mit einfachen Gleisanlagen, großzügige Gebäude machten Wandwasserkräne überflüssig und wurden durch freistehende Wasserkräne ersetzt. Der Standort war abhängig von bestimmten Gegebenheiten. Am günstigsten war der Standort in der Nähe der Entschlackungsanlage, weil mit der Entschlackung auch gleichzeitig der Wasservorrat ergänzt wurde. Waren jedoch mehrere Wasserkräne über das ganze Gelände verstreut, so stand der Turm möglicht zentral. Oftmals stand der Turm aber nach wie vor in der Nähe des Lokschuppens. Große BWs haben nicht nur einen Wasserturm, weil diese schon nach kurzer Zeit nicht mehr ausreichten. Deshalb sah man auch oftmals zwei oder drei Türme unterschiedlichster Bauart.
     
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