?? Allgemein Wild West Anlage - welche Spur?

Dieses Thema im Forum "Anfänger, Umsteiger und Fragen" wurde erstellt von TRF, 9. Februar 2021.

  1. TRF

    TRF Neues Mitglied

    Hallo ihr Modellbahner,

    schon seit Kindheitstagen trage ich den Gedanken mit mir herum einmal eine Modellbahnanlage mein Eigen zu nennen. Nun ist der Gedanke auch schon recht ausgeprägt und so langsam möchte ich mich einmal an die Planung einer solchen Anlage wagen.

    Die erste Anlage die ich erstellen möchte soll das Thema "Wilder Westen" haben. Dabei Soll die Bahn gar nicht so prominent im Vordergrund stehen, viel mehr möchte ich eine schöne Darstellung des wilden Westens erschaffen, in der die Bahnlinie nur einen kleinen Teil ausmacht, die größte Teil aber Landschaft, Städte und diverse bewegte Szenen bildet.

    Nun komme ich zur eigentlichen Frage: Ich bin mir noch unsicher, welche Spur in hier am sinnvollsten Nutze. H0 ist vermutlich weiter verbreitet, zudem sind hier mehr fertige Modelle zu bekommen. N benötigt dagegen weniger Plaz, auf der gleichen Fläche lässt sich also mehr realisieren, dafür ist aber eben auch die Möglichkeit der Details etwas eingeschränkter.

    Aus eurer Erfahrung: Zu welcher Spur würdet ihr mir raten?

    Frage 2: Bei welchen Herstellern lassen sich bereits gute fertige Modelle für Gebäude, Figuren oder Fahrzeuge (also auch auf den Schienen) aus dieser Zeit beziehen?

    Danke euch schon mal
    Gruß
    Mathias
     
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  2. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Mathias,

    Wild West auf der Modellbahn ist ein anbitioniertes Thema.

    In N gibt es derzeit nur von der Fa. Bachman USA einige Lokomotiven und Wagen, preislich aber fast so teuer wie in H0, weswegen ich dir lieber zu H0 raten würde.

    In Spur G im Maßstab 1:48 gibt es ebenfalls einige Modelle aber das ist eher etwas für Gartenbahnfreunde.

    In der Baugröße H0 im Maßstab 1:87 bekommst du ein reichhaltiges Angebot an Häusern, Loks und Wagen und anderem Zubehör, jedoch wird dir nichts anderes übrigbleiben als dir einen gut sortierten US Modellbahnhändler auszusuchen, über den du die Artikel in Deutschland recht günstig beziehen kannst und der dir auch Produkte beschafft, die er normalerweise nicht im Sortiment hat.

    Eine gute Resource zum Stöbern bietet dir die US Modellbahn "Bibel" der Walthers Katalog, das gute Stück ist fast so dick wie ein Telefonbuch einer Großstadt.

    Woodland Scenics/Noch GmbH gehören mittlerweile zusammen, das Noch Figurensortiment wurde um die Woodland Scenics Figuren erweitert aber nicht jeder europäischer Händler bietet auch die US Figuren an.

    Woodland Scenics vertreibt auch eigene Weißmetallbausätze denen ein paar gelaserte Holzplatten beiliegen, damit kannst du kleine Häuser für die Westernstadt bauen, durchsichtiges Fenstermaterial liegt in der Regel nicht mit bei, das kannst du dir aber preiswert aus Blisterverpackungen selber ausschneiden, was man so im täglichen Bedarf so vorfindet.

    Die alten Kibri Westernstadt Bausätze, es gab vier oder fünf davon bietet American Modelbuilders in einer Neuauflage an.

    Diese Modelle basieren auf den Kibriformen sind aber eher im Maßstab 1:100 gehalten also etwas kleiner als H0 im Maßstab 1:87 aber wenn du den Gebäuden einen etwa 0,5 cm hohen Streifen Polystyrol unterfütterst und mit gemauerten Felssteinen beklebst müßtest du nur noch Türen von Tichy Train oder Grandline einfügen. Die beigelegten Fenster sind auch nicht filigran genug hier bieten sich ebenfalls Fenster von Tichy Train oder Grandline an.

    Fenster von Tichy Train oder Grandline gibt es jeweils im Bulk Pack also quer durchs Sortiment jeweils ein oder zwei oder mehr Stück.

    DPM hat überwiegend Bausätze von typischen Mainstreet Häusern der USA in Ziegelbauweise.
    Von Woodland Scenics gibt es in Zusammenarbeit mit DPM auch fertig aufgebaute Häuser, dennoch rate ich lieber zu den Bausätzen, da die fertigen Häuser die Zeit um 1930 darstellen.

    Die typischen Westernstädchen sind in einer Zeit ab etwa 1840 bis 1890 entstanden.

    Lokomotiven und Wagen gibt es von Bachman USA in der Zeit des US Bürgerkrieges von 1861 bis 1865 aber auch die Zeit der Erschließung des Westens um 1870 bis 1880 kann damit gut dargestellt werden.

    Roundhouse Lokomotiven und Wagen werden über Athearn vertrieben, sie reflektieren die Zeit von 1880 bis etwa 1930 und modernere Zeiten.

    Von Walthers Cornerstone (gefertigt bei Heljan in Dänemark) gibt es ebenfalls verschiedene Westernstadt ähnliche Häuser oder Straßenzüge also Häuserfriäonten von bis zu 5 Häusern in einem Block als ein großer Gebäudebausatz, sie lassen sich einfach zusammenbauen.

    Grundsätzlich werden die meisten Bausätze unlackiert angeboten und müssen lackiert werden.
    Wasserlösliche Acrylfarben sind hierzu bestens geeignet.

    Geklebt werden sollten die Bausätze mit UHU Alleskleber oder Pattex auf Lösungmittelhaltige Plastikklebstoffe lieber verzichten, diee US Kunststoffe vertragen die deutschen Lösungsmittel nicht und verformen sich.

    Kutschen gibt es von Jordan Highway Miniatures, so auch eine Postkutsche und andere Kutschen des Wilden Westens.

    Schönen Gruß,

    Ingo
     
  3. TRF

    TRF Neues Mitglied

    Das klingt doch alles schon mal sehr gut um weiter recherchieren zu können. Da du dich ja doch ganz gut auszukennen scheinst: Würdest du H0 oder N bevorzugen? Wie sähe es da mit der Verfügbarkeit von vor allem Lebewesen aus? Ein Indianerdorf z.B. lässt sich ganz gut selbst konstruieren, für die Gebäude einer Stadt habe ich inzwischen einen hervorragenden Händler gefunden, der Modelle aus gelasertem Holz fertigt...unabhängig von der Spur.

    Dargestellt werden soll die Zeit um 1880 in der Gegend New Mexico. Wichtig wäre mir eben auch, möglichst viel Beweglichkeit in die ganze Szenerie bringen zu können. Ich werd mich aber noch ne Weile umsehen, meine Anlage erstmal grob planen und eine Liste zusammenstellen, für welche Spur ich was bekomme, danach werde ich dann wohl meine Entscheidung treffen.
     
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  4. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Mathias,

    Walthers Cotnerston hat ein Mission Style Depot als Bahnhofsbausatz im Programm aber andere Modellgebäudehersteller haben selbige AT&SF Depot Gebäude auch im Programm.
    Dier Missionsstil entspräche der Gegend in New Mexiko bevor es Bundesstaat der USA wurde und noch zu Mexiko gehörte, wie auch Kalifornien. Das war aber lange bevor es Eisenbahnen gab aber der mexikanische Baustil floß auch in Bahnhofsgebäude dieser Gegenden mit ein.

    Baldwin oder Rogers 4-4-0 Lokomotiven reflektieren ganz gut die Zeit ab etwa 1859 bis 1890 inden späteren 1890 Jahren gab es eine Neuauflage der 4-4-0 Loks in der Heißdampf oder Verbundvariante.

    Die preußische S 3 Lokomotive basiert auf den US Amerikanischen Loks aus den 1880er Jahren, Werksspionage wurde in Preußen sogar vom amtierenden Regenten beauftragt und gefördert, wie man weiß.

    Fahrzeugmodelle gibt es von unterschiedlichen Herstellern, zu nennen seien Woodland Scenics aber auch Jordan Highway Ministures und Woytnik aus Polen oder bei Berlin.

    Figuren gibt es von Woodland Scenics/Noch oder von Preiser aber auch Merten, Musket Miniatures in 22 mm oder 24 mm (Größe der Figuren mit Hut entspricht H0) aus den USA oder sonstigen Herstellern.

    Tiere gibt es leider m.W. nur von Preiser aber bei Heller Modellbau in Ahrensburg bekommt man auch von Preiserlängst nicht mehr geistete Figuren und Bausätze, es lohnt sicj aber diese Listen auf Verfügbarkeit zu kontrollieren wenn man von Preiser die Bestellnummern kennt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Februar 2021
  5. TRF

    TRF Neues Mitglied

    Wer ist denn Stefan? ;-)

    Was Lok und Wagen angeht bin ich bereits bei Bachmann fündig geworden, die beides mit AT&SF Branding im Angebot haben, passend zu der Zeit. und wirklich gut anzusehen.

    Tiere halte ich auch nicht für sooo problematisch, da hab ich schon einige gefunden. Indianer gibts auch vereinzelt, das dürfte auch gehen. Schwieriger sieht es bei klassischen Städtern dieser Zeit aus, die Zeit bestand schließlich nicht nur aus Revolvermännern...da werd ich noch suchen müssen. Bei Knuckleduster bin ich fündig geworden, da gibts schon ein paar ansprechende Modelle. Um eine komplette Stadt abwechslungsreich zu füllen reicht dies aber noch nicht.

    Woodland Scenics hat auch schöne Figuren, allerdings passen diese nicht, da sie im Verhältnis 1:48 sind und damit doppelt so groß wie normale H0 Figuren. Bei Merten ebenfalls. Ich möchte ja keinen unnatürlichen Größenmix, die Figuren sollen im Verhältnis schon zueinander und auch zu Zügen , Fahrzeugen und Gebäuden passen.

    Bei Preiser gibts ein paar alte interessante Figuren, aber auch zu wenig bzw wenige schöne leider.

    Leider spuckt mir Google auch keine schönen US Hersteller aus, bei denen ich was beziehen kann, ich kann mir durchaus vorstellen, dass es dort doch einige gute Figuren geben muss...ähnlich wie z.B. bei Knuckleduster
     
  6. Atlanta

    Atlanta Renommiertes Mitglied

    Moin Mathias,

    Woodland Scenics, hat Figuren auch in H0 aber das US Figuren Programm ist nicht vollständig über Woodland Scenics/NOCH in Deutschland erhältlich, jedoch von US Importeuren werden sie angeboten.

    Bei Merten gibt es ca. 20 Figuren, welche zeitlich zur Biedermeierzeit um 1900 passen, bei Preiser sind es ähnlich wenige.

    Preisers Straßenbahn Figuren passen auch ganz gut in die Zeit um 1900.
    Für Preußen um 1900 sieht es aber ähnlich Mau aus, wie für die Zeit des Wilden Westens, da muß man immer mal etwas improvisieren.

    Für mein US Bahn Projekt wählte ich das Betriebsjahr 1928 mit Bedacht, die Zeit der als Wild West Züge bekannten Baldwin und Rogers Loks neigt sich dem Ende entgegen und sie werden abgelöst von stärkeren und moderneren Loks.

    Wagen sind auf Branchlines (Nebenstrecken) oft noch mit älterem Material unterwegs, und Schleppweichen werden vermehrt durch Zungenweichen ersetzt, sind aber in einigen größeren Bahnstationen noch anzutreffen.

    Was Figuren und Fahrzeuge anbetrifft ist die Auswahl da schon etwas größer und die ländlichen Gemeinden sehen aber meistens immer noch so aus, wie die typischen Westernstädtchen, von ein paar regionalen Unterschieden mal abgesehen.

    Wenn man kein zu einseitiges Angebot an Fahrzeugen und Figuren haben will muß man etwas improvisieren.

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    Bei einigen Gebäuden wurden Veranden angebaut oder Markisen angefügt.
    Zum Bau einer Veranda wurden zwei Geländerstützen von Krick für die Reling einer Galeone übereinander geklebt und als Verandaposten verwendet, dachmaterial aus Schiffsplanken.

    Markisen wurden aus Jute Stofftaschen ausgeschnitten und mit Draht aus Büroklammern gebaut.

    Die Resin DPM Gebäude wurden angemalt und mit Fenstermaterial von hinten beklebt.
    die Räume einzeln von innen zuerst schwarz angemalt als Lichtschutz dann tapeziert und mit Inneneinrichtung versehen. Bilder sind diverse Sondermarken der Post.
    Figuren von Merten und Preise aber auch Woodland Scenics aus der Zeit von 1860 bis 1940 etwas Schummellei ist ja erlaubt.

    in fast jeder Kleinstadt der USA gibt es ein War Memorial wie bei uns einen Gedenkstein für Gefallene im Krieg. In den USA meistens mut Kanonen oder Geschützen gesäumt.

    ich verwendete eine Feldhaubitze aus dem 2. WK die vom Aussehen einem Modell von 1916 fast glich, das fiel dann auch nicht mehr auf und wurde auf diversen Ausstellungen als passend empfunden.

    Aus diversen Bahnhofsgebäuden kann man auch schöne Gebäude bauen, auf meinem Stadtprojekt gab es 5 deutsche Bahnhofsmodelle die einem anderen Zweck dienten.

    Schönen Gruß,

    Ingo
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Februar 2021
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